Urgestein der UWD reiht sich in die CDU ein

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Susanne Albers unterschreibt im Beisein von Fraktionsvorsitzendem Renée Exner die CDU-Beitrittserklärung. Foto: Hager

Dieburg - Susanne Albers ist immer mal für eine Überraschung gut: 18 Jahre lang war sie die Sprecherin der UWD (Freie Wähler Dieburg) im Parlament. Von Lisa Hager

Nach der Kommunalwahl 2011 hatte sie wegen personeller Unstimmigkeiten die dreiköpfige Fraktion verlassen und als Einzelkämpferin an einem Solo-Tischchen Platz genommen. Gestern hat sie bei der CDU Dieburg ihre Beitrittserklärung unterschrieben. Die 51-jährige Wirtschaftsübersetzerin ist ab sofort Mitglied der Fraktion der Christdemokraten, die damit 15 Sitze hat.

„Allein kann man zu wenig bewirken“

Wie kommt es zu dieser Kehrtwende des Gründungsmitglieds der Freien Wähler in Dieburg? „Nachdem ich aus der UWD ausgetreten war, habe ich mit allen Fraktionen Gespräche geführt und auch von allen Angebote bekommen“, sagte sie bei einem Pressegespräch. Ihr sei klar gewesen, dass sie sich wieder einer Gruppe anschließen werde. Allein könne man zu wenig bewirken, meint sie. „Und bei der CDU habe ich die größte gemeinsame Schnittmenge entdeckt.“ Außerdem sei ihr christdemokratisches Gedankengut sehr vertraut. „Mein Vater war in der CDU und viele andere in meiner Familie“, sagte Albers.

Nach der Kommunalwahl, nach der keine Fraktion über eine absolute Mehrheit verfügte, gab es Gespräche mit dem Ziel, eine Koalition von CDU, FDP und UWD zu bilden. Durch das Ausscheren von Albers aus der UWD war aber eine gemeinsame Liste für den Magistrat, an dem auch die UWD über Heribert Sürder beteiligt werden sollte, gescheitert. Die Personalie Sürder soll ausschlaggebend für Albers Abkehr von der UWD gewesen sein. Schließlich schlossen CDU und Grüne eine lose Kooperation.

Keine Ambitionen auf Bürgermeisterposten

Albers’ Kompetenz - auch in haushaltspolitischen Themen - ist unbestritten. So hätten sowohl Vorstand als auch Fraktion ihren Beitritt einstimmig befürwortet, sagte Fraktionsvorsitzender Renée Exner. Er freue sich auf eine gute Zusammenarbeit. Und hat Albers vielleicht Ambitionen auf eine Bürgermeisterkandidatur? Schließlich hat sie Erfahrung: In Borken ist sie 2005 (hier erreichte sie erstaunliche 31 Prozent), in Hünfeld 2007 (hier kam sie nur auf 11,2 Prozent) für Freie Wählervereinigungen angetreten. „Nein, in der Hinsicht habe ich derzeit in Dieburg keine Pläne“, sagte sie und lachte. Renée Exner nahm es kommentarlos zur Kenntnis.

Quelle: op-online.de

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