Bebauungsplan

Tempo für Sportzentrum

+

Dieburg - Einen neuen Weg, um Wohnen und Sport auf den Entwicklungsflächen im Süden Dieburgs unter einen Hut zu bringen, hat die Mehrheit des Parlaments jetzt gefunden. Im Geltungsbereich des Bebauungsplans soll ein großes Baufenster für Sportanlagen definiert werden. Von Lisa Hager 

Die SPD lehnt ein neues Sportzentrum nach wie vor komplett ab. Die Sozialdemokraten hatten während der jahrelangen Debatte um das Für und Wider eines neuen Sportzentrums stets dafür plädiert, das alte Gelände im Schlossgarten zu sanieren. Und auch jetzt blieben die Sozialdemokraten bei ihrer Haltung und stimmten als einzige gegen den Kompromisvorschlag von Bürgermeister Dr. Werner Thomas, in den Bebauungsplan ein Baufenster zu integrieren, das eindeutig „sportlichen Einrichtungen“ gewidmet wird. Die Mehrheit von CDU, FDP, UWD und Grüne stimmten dem zu.

Dem Verwaltungschef war in der Vergangenheit immer wieder unterschwellig vorgeworfen worden, für den Ankauf der benötigten Flächen im Süden zu wenig zu tun. Er galt auch nie als Verfechter eines neuen Sportzentrums, sondern lag bei dem Thema bislang auf SPD-Linie. „Wir brauchen für das Sportzentrum 15 Grundstücke, aber vier sind erst im Besitz der Stadt“, räumte er bei der Sitzung der Stadtverordneten dann auch ein. Dieser Anteil reiche noch nicht aus, um die Planung anlaufen zu laufen, dafür brauche man eine „repräsentative Anzahl“.

Da aber beißt sich die Katze in den Schwanz: So lange die Stadt die Fläche nicht ausdrücklich für ein Sportzentrum vorsieht, brauchen sich die Grundstücksbesitzer auch mit dem Verkauf nicht beeilen – es könnte ja noch besser kommen, eine andere Nutzung, beispielsweise für Wohnbebauung, mehr Geld bringen. Um die Sache zu beschleunigen, brachte die CDU die Idee zur Zusammenführung der Gebiete auf. Und FDP-Fraktionschef Wilhelm Reuscher konkretisierte den Vorstoß in einem entsprechenden Antrag, die beiden Bebauungspläne – Wohn- und Gewerbegebiet (Nr. 85 Dieburg Süd) auf der einen, und „Sportgelände“ (Nr. 86) auf der anderen Seite – künftig nur noch unter der Bezeichnung „Dieburg Süd“ zu behandeln. Im neuen einheitlichen Plan wäre dann ein Teil fürs Sportzentrum ausgewiesen. Man verspreche sich dadurch eine Beschleunigung des Umlegungsverfahrens.

Wie Sport schmerzen kann

Wenn Sport schmerzt: So fies kann Training sein

Stadtverordnetenvorsteher Dr. Harald Schöning gab aber zu bedenken, dass damit das Gebiet insgesamt größer werde und dann doch alles wieder länger dauern könnten. „Wir haben schließlich den Aufstellungsbeschluss für das Sportgelände schon 2012 gefasst.“ Er plädierte aus Zeitgründen daher für den Vorschlag des Verwaltungschefs, eine Fläche fürs Sportzentrum zu definieren, ohne ins Detail zu gehen.

Von der Idee des definierten Baufensters zeigte sich auch Wilhelm Reuscher – schon immer ein Verfechter des neuen Sportzentrums – angetan. Die FDP werde daher ihren Antrag zurückziehen. „Mit diesem neuen Weg geht es jetzt bestimmt so voran, wie wir uns das vorstellen.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare