Thomas will kräftig auf die Schuldenbremse drücken

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Zusammen mit Armin Probst (links) und Mathias Mundt (rechts) stellt Bürgermeisterkandidat Dr. Werner Thomas das Konzept 2021 vorgestellt.

Dieburg (eha) ‐   „Ich will, dass Dieburg in zehn Jahren schuldenfrei ist“, sagt Bürgermeister Dr. Werner Thomas, der sich am 27. März als parteiloser Kandidat nach sechs Amtsjahren erneut zur Wahl stellt.

Dass er 2021 mit Sicherheit kein Bürgermeister mehr sein wird - er hat immer betont, nur noch einmal anzutreten - stört ihn dabei gar nicht. „Das mache ich nicht für mich persönlich, sondern für die Stadt“, sagt er. Sein Konzept von „Dieburg 2021“ stellte er im Pater-Delp-Haus bei einer Pressekonferenz vor. Dass die Wähler am 27. März nicht nur über die Zusammensetzung der Parlaments und den Bürgermeister, sondern auch über die Verankerung einer Neuverschuldungsbremse in der hessischen Verfassung abstimmen, hat Thomas dazu veranlasst, dieses ehrgeizige Projekt anzugehen. Er geht dabei noch einen Schritt weiter als die Landespolitiker: Er will die Verschuldung nicht nur begrenzen, sondern sie in zehn Jahren auf null herunterfahren. „So wie bisher können wir nicht weitermachen, wir berauben uns aller Gestaltungsspielräume“, sagt Thomas. Der Schuldendienst der Stadt betrage derzeit 3,92 Prozent des Haushalts. Die Stadt müsse sich zwangsläufig auf die notwendigsten Ausgaben beschränken. „Wenn es gelingt, uns aus der Schuldenfalle zu befreien, haben wir auch wieder Geld für Projekte, mit denen wir die Lebensqualität verbessern können.“

Vorbild für ihn ist das Beispiel der Gemeinde Langenfeld bei Köln: Deren Bürgermeister hat es geschafft, in zehn Jahren die Schulden von 38 Millionen Euro komplett abzubauen.

Entscheidungen nach der Kommunalwahl

Nun, soviel hat Dieburg nicht zu schultern: Die Schuldenhöhe von rund acht Millionen Euro hat sich seit Thomas' Amtsantritt im Jahr 2005 trotz vieler Investitionen (beispielsweise „Römerhalle“) auf dem Niveau gehalten. Zurzeit stellt er eine Gruppe von Fachleuten zusammen, die erste Schritte auf dem langen Weg zur Schuldenfreiheit entwickeln sollen.

„Das klappt aber nur, wenn die Politik mitmacht“, sagt Thomas, der glaubt, dass ihm seine Parteilosigkeit dabei zugute kommen wird. Nach der Kommunalwahl soll die Stadtverordnetenversammlung darüber entscheiden, ob sie den Weg mitgehen will. „Eine so wichtige Entscheidung kann aber auch in einem Bürgerentscheid zur Abstimmung gestellt werden“, sagt Thomas. Auf jeden Fall sei ein gemeinsamer Beschluss darüber notwendig, ob dies Dieburgs Weg in die Zukunft sein soll.

Mehr aus bestehenden Ressourcen machen

„Dieburg 2021: schuldenfrei, attraktiv, stark“ - das sind die Stichpunkte auf die sich das Konzept von Thomas stützt, bei dem er unter anderem von Mathias Mundt (Geschäftsführer von „Succeed“, Unternehmensberatung) und Armin Probst (Geschäftsführer von „interHRim“, Managertraining,Personalberatung) ehrenamtlich unterstützt wird. Beide arbeiten und leben in Dieburg, haben hier Familie. „Uns liegt etwas an der Entwicklung dieser Stadt“, sagt Mundt auf die Frage, warum sich die beiden Berater hier ehrenamtlich engagieren. „Wir wollen Spitzrechner, aber bewusst auch Berufsskeptiker integrieren in dieses Team“, sagt Probst. „Es geht nicht darum, Personal abzubauen, sondern vielmehr darum, aus den bestehenden Ressourcen mehr zu machen, Abläufe effektiver zu gestalten.“

Das könnte laut Thomas beispielsweise im weiteren Ausbau der schon angelaufenen interkommunalen Zusammenarbeit passieren. So wie es schon auf der Ebene der Standesämter praktiziert wird, kann er sich auch in anderen Bereichen Kooperationen mit Nachbarkommunen vorstellen. Alles müsse aber unter dem Aspekt betrachtet werden, die Attraktivität Dieburgs zu erhöhen und nicht zu schwächen. „Denn wir bekommen beispielsweise auch nur neue Firmen hierher, wenn die Infrastruktur stimmt, das Bildungsangebot beispielsweise“, sagt Thomas. Und: „Die Nachhaltigkeit, die wir uns in Sachen Naturschutz zu eigen gemacht haben, muss auch die Haushaltsführung bestimmen.“

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