Seit sieben Jahren mit Agentur erfolgreich

Ex-Studenten des Campus Dieburg: Tipps für „coolsten Hausarzt“

+
„Hi, ich bin der Tobi!“ Inzwischen führt Tobias Reitz die 20-köpfige Agentur quäntchen + glück und kehrt nur noch als Referent an den Campus Dieburg zurück.

Dieburg - Ehemalige Studenten haben eine Agentur für Online-Kommunikation gegründet und sind gut am Markt positioniert. Aus fünf Mitarbeitern wurden mittlerweile 20. Von Jens Dörr 

„Ihre Probleme hätten wir gern“: Mit diesen Worten empfängt quäntchen + glück die Besucher seiner Website. Die Agentur mit dem pfiffigen Namen versteht sich als Experte für Online-Kommunikation, in der Webentwickler, Webdesigner und Online-Journalisten von Darmstadt aus Kunden in ganz Deutschland betreuen. Das reicht von Social-Media-Kampagnen über die Entwicklung von Internetauftritten bis hin zu ganzen Digitalstrategien. Was quäntchen + glück mit Dieburg verbindet, sind seine Mitarbeiter: Die fünf Gründer studierten bis 2011 Online-Journalismus am örtlichen Hochschul-Campus. Inzwischen beschäftigt die Agentur neben den Gesellschaftern 15 Menschen, von denen jeder zweite in Dieburg studiert hat.

Wenn Tobias Reitz über die Geschäftsfelder von quäntchen + glück spricht, wird es immer dann für jeden verständlich, sobald er konkrete Beispiele umgesetzter Projekte nennt. Der Absolvent des Campus’ Dieburg gehörte dem Quintett an, das die Agentur bereits gegen Ende des Studiums gründete. „Noch drei Leute aus der Anfangszeit sind dabei“, sagt er und zählt sich dabei mit. Das verbliebene Trio bildet mit zwei späteren Einsteigern die fünfköpfige Reihe der Gesellschafter. Wobei Reitz selbst nicht nach Titeln und Bezeichnungen strebt: „Auf meiner Visitenkarte stand noch nie Creative Director oder Geschäftsführer – und wird auch nie drauf stehen.“ Wie er sich vorstellte, als er etwa Anfang des Jahres vor Dieburger Studenten von seinem Werdegang und dem der Agentur berichtete? „Hi, ich bin der Tobi!“ Und das, obwohl er inzwischen mitunter sogar als Dozent in den Dieburger Osten zurückkehrt.

Die konkreten Beispiele also sind es, die die Arbeit der Agentur in vielen noch recht jungen Geschäftsfeldern greifbar machen. „Zu unseren Kunden gehört beispielsweise ein Darmstädter Hausarzt“, erzählt Reitz. Dessen „Problem“, das sich quäntchen + glück gesichert hat: „Er möchte der coolste Hausarzt Darmstadts werden.“ Wobei die Agentur umfassend unterstützt. Für die Patienten sichtbar wurden etwa Maßnahmen wie die neue Terminvereinbarung per E-Mail oder bessere Zeitschriften im Wartezimmer. Hinter den Kulissen freute sich der Arzt, dass er dank Suchmaschinenoptimierung nun bei Google und Co. höher gelistet wird. Und, wie Reitz herausstellt, schon ein Quartal später von einem höheren Umsatz berichtet habe.

Mit quäntchen + glück rüsten sich aber auch andere Kaliber fürs Morgen. „Für die Oberpfalz-Medien arbeiten wir am Lokaljournalismus der Zukunft“, verrät Reitz. Schlicht mit einem Konzept für die Website sei es dabei nicht getan. „Manchmal braucht es auch neues Personal und neue Köpfe“, weiß er. Oder zumindest ein neues Redaktionssystem. Sogar Merck zählte vor wenigen Jahren zu den Kunden von quäntchen + glück.

Wer ist im DAX?

Das „Problem“ des DAX-Konzerns: die optimale Gestaltung der internationalen Facebook-Strategie. Was damals eher noch exotisches Randgebiet der Online-Kommunikation war, ist für manches Unternehmen heute eminent wichtig. Für Merck sogar so groß, dass man dabei nicht mehr auf quäntchen + glück setze, wie Reitz unumwunden zugibt: „Inzwischen beauftragen die bei solch einem Thema nicht mehr so kleine Klitschen wie uns.“

Damit stellt „der Tobi“ das Licht der HDA-Ausgründung freilich etwas unter den Scheffel. Was sich gerade dann leicht tun lässt, wenn es läuft. Denn quäntchen + glück ist in den wenigen Jahren seit seiner Gründung gewachsen, zuletzt massiv: Allein 2016 stellte das Unternehmen zwölf neue Mitarbeiter ein. „Zu rund 70 Prozent haben sie am Campus Dieburg studiert“, sagt Reitz. Und: „Heute können wir gut von unserer Agentur leben.“ Die Schritte hin zu mehr Personal und raus aus der WG-Küche in die Darmstädter Büros („2012 wurde es professionell, plötzlich sahen wir wirklich wie eine Agentur aus“) stemmte quäntchen + glück seinem Gründer zufolge durchweg mit Eigenkapital. „Ganz am Anfang hat jeder von uns 500 Euro eingezahlt. Bis heute ist kein fremdes Geld drin.“ Mit Blick auf die Zahl der Mitarbeiter errechnen nicht nur Mathegenies, dass der Jahresumsatz (bald) im siebenstelligen Bereich liegen dürfte.

In Zeiten der digitalen Transformation scheint das weitere Wachstum der immer besser vernetzten Agentur der Dieburger Alumnis programmiert. Zumal quäntchen + glück jedweder Herausforderung betont offensiv und positiv begegnet. Getreu seinem Motto: „Gibt’s ein Problem, mach’ eine Party draus.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare