Tischler haben noch Plätze frei

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Für Schüler, deren berufliche Pläne noch ungewiss sind, hält die Landrat-Gruber-Schule mit dem Berufsgrundbildungsjahr Holz beziehungsweise dem Tischlerberuf ein interessantes Angebot parat.

Dieburg ‐ „Zwar hat dieser Beruf mit ein wenig Staub zu tun, er ist aber alles andere als verstaubt“, sagt der Leiter der Landrat-Gruber-Schule (LGS) Thomas Reinholz mit Blick auf den Tischler-Beruf.  Von Michael Just

„Vielseitig ist er, weil er vom Möbel bis zum Fenster reicht. Dazu macht ihn die CNC-Technik modern“, ergänzt der LGS-Abteilungsleiter für Holztechnik Reinhard Witzel. Zusammen drehen beide das Werberad für den Tischler-Beruf. Der Hintergrund: 18 Plätze können an der LGS für das Berufsgrundbildungsjahr (BGJ) Holz besetzt werden. Zum Schuljahresbeginn 2011/12 sind bis jetzt sieben Plätze vergeben - es sind also noch Kapazitäten frei. Im BGJ erfolgt eine berufsfeldorientierte, vollschulische Ausbildung, die sich von den engen betrieblichen Erfordernissen löst und ein breites theoretisches und praktisches Wissen vermittelt. Mit erfolgreicher Abschlussprüfung wird das BGJ als erstes Ausbildungsjahr anerkannt.

Nach einem amtlichen Erlass tritt für das neue Schuljahr allerdings eine Änderung in Kraft: Die Schüler brauchen einen Ausbildungsvorvertrag mit einem Betrieb, dazu muss die LGS aus Finanzierungsgründen mindestens 15 teilnehmende Schüler vorweisen.

Holzbetriebe bilden weniger aus

Wie Reinholz sagt, sei der Ausbildungsvorvertrag die kleinere Herausforderung, da sich die Innung in hohem Maße für diese Voraussetzung engagiert. Problematischer sei die Vorgabe von 15 Schülern: „Wenn wir die Zahl nicht erreichen, besteht die Gefahr, dass das BGJ Holz in Darmstadt zentralisiert wird und die LGS zukünftig außen vor ist“, so der Schulleiter. Dies gelte es zugunsten des Standorts Dieburg zu vermeiden. Dass man die Ausbildung zum Tischler bewerben muss, ist man bei der LGS nicht gewohnt: So baute man früher sogar auf zwei Parallelklassen. „Mittlerweile macht sich aber die Situation bemerkbar, dass auch die Holzbetriebe weniger ausbilden“, so Witzel.

Bis zum 30. April benötigt die LGS noch acht Anmeldungen für das BGJ Holz. Nicht nur aufgrund des großen Interesses am Holzschnuppertag mit 150 Schülern ist man zuversichtlich dies zu erreichen.

Maschinenschein für umsonst

„Für Schüler in beruflicher Not haben wir ein echtes Angebot“, weiß Reinholz, der hervorhebt, dass diese Chance auch für Frauen gilt. „Holz ist ein wunderbarer Werkstoff, dazu nimmt dieser Bereich an der LGS einen zentralen Bereich ein, weshalb wir modernste Werkstätten mit eigenen Arbeitstischen für jeden Schüler haben“, ergänzt der Schulleiter.

Und noch mit einem weiteren „Pfund“ kann er werben: „Der Maschinenschein lässt sich ebenfalls bei uns im ersten Ausbildungsjahr erwerben. Und das Beste: Er ist sogar umsonst.“

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