Logistikzentrums der Firma Fiege

Tonnenschwere Millimeterarbeit

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Die Betonwüste staubt: das Dieburger Dreieck macht kilometerweit mit Wolken auf sich aufmerksam.

Dieburg/Münster - Sie wirbelt viel Staub auf, die Fiege-Baustelle am Dieburger Dreieck. Nicht nur in der Hessenschau des hr, für das sich ein Kamerateam mit Bürgerinitiativlern, die gegen die Logistikhalle sind, in die Staubwolken zwischen Dieburg und Altheim begaben. Von Thomas Meier

Derzeit werden die Unterzüge für Halle neun, dem am nächsten zu Altheim gelegenen Bauriegel, in die Betonpfeiler eingesetzt. 14 solcher 24 bis 32 Tonnen schwere Dachträger gehören zu jeder Halle. Wir beobachten das millimetergenaue luftige Passpiel, das bei größerer Hitze abläuft, als es unsere Jungs in Brasilien zu erwarten haben. Marcel Pahnke von der Bauleitung betont, man liege gut im vorgegebenen Zeitplan für das rund 50 Millionen Euro teure Projekt.

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Für das Logistikzentrum wird eine Nutzfläche von rund 90.000 Quadratmetern überbaut, wobei sich der Hallenkörper auf einer Länge von über 500 Metern bei einer maximalen Höhe von 17 Metern über das Gelände des Dieburger Dreiecks zieht. Neben den in neun Abschnitte unterteilten Lagerhallen, die mit Abstand den größten Flächenanteil ausmachen, sind auch Büro- und Sozialflächen vorgesehen. An das Logistikzentrum angrenzend sollen zwei Entwässerungsteiche angelegt werden, um die Versickerung des Regenwassers zu gewährleisten.

Meterhohe Wand aus Staub

Die Anbindung erfolgt über die K 128. Und genau dorthin weisen auch seit Wochen die riesigen Staubwolken an- und abfahrender Lastkraftwagen. Die einen bringen Baumaterialien, andere fahren Bauaushub ab. Für das stete Kommen und Gehen ist extra ein Mann abgestellt, der die Brummi-Lenker auf der riesigen Plane ein- und ihnen damit auch den Schotterweg weist.

Wie viele Laster, Raupen, Bagger und andere Baufahrzeuge täglich am Einweiser vorbeirauschen? Er weiß es nicht. Zwar trägt er eine neonfarbene Schutzweste, wie alle der wenigen Arbeiter auf der Baustelle, doch einmal in eine große Wolke geraten verliert auch sie schnell ihre Warnfunktion: „Hier kommt es vor, dass sich vor mir eine meterhohe Wand aus Staub aufbaut, und ich den zwei Meter dahinter fahrenden Truck nicht sehen, nur hören kann“, berichtet der „etwas andere Pförtner“.

480 Mal sollen nach Fertigstellung der Logistikhalle für Autoreifen täglich Lkw über diese neu geschaffene Zufahrt rollen. Das größte Verkehrsaufkommen werde dabei nach Schätzungen des Unternehmens zwischen 6 und 14 Uhr (zirka 240 Fahrten) anfallen, für die Zeit zwischen 14 bis 22 Uhr rechnet das Unternehmen mit rund 174, für die Nachtstunden zwischen 22 und 6 Uhr mit zirka 66 Lkw-Fahrten.

Fiege-Baustelle in Dieburg

Fiege-Baustelle in Dieburg

Momentan geben sich neben den Lastkraftwagen die unterschiedlichsten Vehikel am Dieburger Dreieck ein Stelldichein. So ist auch der heimische Kranverleih von Jochen Meister mit von der Partie, wenn es um den Dachaufbau und die Einhängung der Unterzüge geht. Ein 60-Tonner Kranwagen unterstützt derzeit den wesentlich größeren Raupenkran, der stationär auf der Baustelle steht, bei der millimetergenauen Arbeit. Meisters Kranfahrer Dennis Hutter ist voll des Lobes über die Qualität der riesigen, vorgefertigten Betonteile. Auch wenn es beim Einhängen der Dachträger, die von den beiden Kranführern genau über die vorgefertigten Taschen der Säulen gehieft werden, mal hakelt. So erweist sich ein 32 Tonnen schwerer Betonriegel für die Tasche als fünf Millimeter zu lang („Oder die Tasche war fünf Millimeter zu schmal. Egal!“). Zwei Monteure, die auf mobilen Hebebühnen an beiden Seiten der Aufhängungen die Arbeiten überwachen und den Kranführern jeweils Navigationshinweise geben, sichten die Lage, holen Betonwerker und dann wird der Unterzug mit der Flex passend gemacht.

Pro Halle müssen 14 Dachträger verlegt werden. „Das ist an einem Tag zu schaffen“, sagt Pahnke, und der Kranfahrer nickt anerkennend. Auch wenn sie für Halle neun zwei Tage für diese Arbeit veranschlag haben. Schon kommenden Woche werden erste Wandteile an Halle neun verbaut. Das eigentliche Dach kann noch warten, es wird überwiegend aus Blech bestehen.

Quelle: op-online.de

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