Trabrennen feiert sein 20. Jubiläum

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Voll konzentriert sind die Traber bei der Sache: Da kann es während des Rennens auf der Bahn schon mal eng werden.

Dieburg (ves) - Als am 13. August 1989 der erste Trabrenntag auf dem Dieburger Annenhof auf dem Programm stand, hatte sich vermutlich niemand träumen lassen, welche Erfolgsgeschichte auf einer Provinzrennbahn entstehen würde.

Begonnen hatte alles mit einem Gedanken, den der Gründervater des Hessischen Trabersportvereins, Karl-Friedrich Will bereits Jahre zuvor hatte. Seine Idee war es, einen weißen Flecken auf der deutschen Traberlandkarte zu füllen, hier ein Rennen zu etablieren und somit für den Trabrennsport neue Freunde zu finden.

Der Verein wurde im März 1987 auf seine Initiative gegründet. Später sorgte er mit einigem eigenen finanziellen Aufwand dafür, dass eine 1000 Meter lange und 15 Meter breite Trabrennbahn auf dem Annenhof angelegt wurde. Der Annenhof, der eine Fläche von rund 20 ha aufweist, wurde zunächst nur als Gestüt und Pferdepension genutzt, bevor der Bau der Trabrennbahn erfolgte. Auf Wills Bestreben hin wurde damals das Südwestdeutsche Traberchampionat ins Leben gerufen, bei dem der erfolgreichste Fahrer ermittelt wird. Für eine Provinzrennbahn wollte man bereits damals professionell agieren, technische Einrichtungen wie Zielfoto, Rennverfilmung, Startauto, Lautsprecheranlage oder Totalisator und aussagekräftiges Rennprogramm waren von Anfang an „Pflicht“ für Will.

Große Enttäuschung über Absage in 2009 

Damalige Sponsoren wie Consul Peter Merck halten seit Jahrzehnten die Treue und unterstützen das jährliche Trabrennen noch heute. Auch unzählige Prominente der Medien und des Pferdesports, hierzu zählen unter anderem Fritz Wepper oder der Amateurweltmeister Xaver Schachner, waren in den vergangenen Jahrzehnten Besucher des Trabrenntages in Dieburg. 2009 musste das weit über die Grenzen Dieburgs hinaus bekannte Trabrennen aufgrund mangelnder Sponsoren abgesagt werden, was bei vielen Zuschauern, Pferdesportbegeisterten und Aktiven große Enttäuschung auslöste.

Die Liebe zu den Pferden und dem Trabrennsport legte Will seinen Kindern Lutz und Claudia bereits mit in die Wiege. Der 1955 geborene Lutz Will schloss 1979 sein agrarwissenschaftliches Studium an der Uni Gießen als Diplom-Landwirt ab. Zuvor hatte er in zwei namentlich bekannten bayrischen Gutsbetrieben seine praktischen Kenntnisse vervollständigt und auf dem Erfolgsgestüt Tivoli in Traberzucht und Training einiges an Kenntnissen erworben. Lutz Will wollte im Trabrennsport und in der Zucht einiges erreichen. Die ersten Zuchtversuche mit erworbenen Pferden verliefen jedoch wenig erfolgreich, so begann Will das Augenmerk auf aus eigener Zucht stammende Pferde zu legen, mit denen dem passionierten Amateur bis heute eine Vielzahl an Erfolgen gelang.

Sieben Rennen geplant

Am 4. September findet der 20. Jubiläumstrabrenntag statt und Will blickt trotz vorangegangener Heuernte und Renntagorganisation positiv auf die Veranstaltung, die mit einem großen und bunten Rahmenprogramm abgerundet wird. „Geplant sind sieben Rennen, für die am Montag der Meldeschluss endet“, berichtete der Vorsitzende des Hessischen Trabersportvereins. Zahlreiche Teilnehmer aus ganz Deutschland haben bereits ihren Start zugesagt. Gespannt wartet man wartet noch auf die Meldung von Ernst Riemekasten aus Dreieich, dessen Wallach „Bentley Sun“ einen Weltrekord mit 39.Siegen in Folge aufstellte und letztmals im Juli 2008 eine Niederlage einstecken musste.

Neben den Trabrennen wird auch dieses Jahr wieder ein Trabreiten stattfinden. Als Andenken an den Gründer des Trabrenntages wurde das „Karl Friedrich Will Gedächtnisrennen“ ins Leben gerufen, dessen Preis von seiner Ehefrau gestiftet wird. Der Renntag beginnt bereits morgens um 11 Uhr mit einem traditionellen Frühshoppen, bei dem zur musikalischen Untermalung eine Jazz Band aufspielt. Einen Einblick in „Natural Horsemanship“ wird Pferdepsychologin Nadja Slavka bieten. In einer Vorführung mit ihrem Wallach Kachino wird sie eine ganz andere Seite des Umgangs mit dem Pferd zeigen.

Ponyreiten für Kinder

Das Voltigier Team des Dieburger Reitclub wird in einer Darbietung Akrobatik auf dem Pferderücken zeigen. Für die kleinen Besucher wird es Ponyreiten geben und für Hundebesitzer steht ein Agility Parcour zur Verfügung, in dem sich Mensch und Vierbeiner den Hindernissen stellen können. Für die Besucher, die mehr als 1 PS mögen, wird das Autohaus Wiest mit einer großen Autoschau rund um die Marken VW, Audi und Porsche aufwarten. Und auch für das leibliche Wohl ist wie jedes Jahr bestens gesorgt. Als Bahnsprecher konnte auch dieses Jahr wieder der souverän moderierende Dirk Ptaschinski, Win Race Wettexperte und Bahnsprecher auf den großen deutschen Rennbahnen, gewonnen werden.

Die Wettfreudigen unter den Besuchern können am Totalisator ihre Einsätze machen und mit ein wenig Glück und Pferdeverstand ihren Betrag vervielfältigen.

Einen besonderen Dank richten Claudia und Lutz Will an die vielen unzähligen ehrenamtlichen Helfer, die sich bereits seit Wochen zur Verfügung stellen und ohne die eine Großveranstaltung wie der Trabrenntag nicht machbar wäre. So fallen neben dem Mähen der Wiese für die Parkplätze, dem Ausräumen der Scheune für die Bewirtung, dem Aufbauen und Anschließen der Toto-Wettschalter und der gesamten Gestaltung des Geländes noch viele weitere Arbeiten rund um Aufbau und Organisation an, die die Wills und das gesamte Team Tage und Wochen vorher bereits bewältigen müssen.

Quelle: op-online.de

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