„Traffic Jam“: alles, nur nicht leer und öde

+
Eine Anlaufstelle für Fans von Rock, Punk und Metal wird auch in diesem Jahr das „Traffic Jam“ Festival sein.

Dieburg - Mehr Platz zum Zelten - doch öde und leer wird es auch beim diesjährigen „Traffic Jam“ ganz sicher nicht: Kommenden Freitag und Samstag (27. /28. Juli) steigt auf dem Gelände der Fahrschule Völker die 13. Auflage von Dieburgs Musikfestival. Von Jens Dörr

Auch im 14. Jahr - nur 2009 pausierte das Event - sorgt der hiesige Verein „Schallkultur“ als Veranstalter für Töne aus der rockigen, punkigen und metallischen Ecke.

Besser: Der Verein lässt für diese Töne sorgen. 23 Bands hat die Truppe um den „Schallkultur“-Vorsitzenden Daniel Sündermann für die beiden Tage engagiert. Für das Buchen der Gruppen zeichnen Paul Ryszewski und Thomas Hammermann verantwortlich, wenngleich gerade weniger bekannte Bands auch mal auf Treffen der Festival-Macher basisdemokratisch ausgewählt werden.

Flache Hierarchie

„Eine starke Rolle spielt auch Martin Völker“, sagt „Schallkultur“-Pressesprecher Christian Götzinger. Insgesamt zeichne sich das Team des „Traffic Jam“ aber durch eine sehr flache Hierarchie aus, weswegen offizielle Posten wie der des Vorsitzenden eher Nebensache seien. Gleichwohl: Bei Sündermann und Völker laufen während der beiden Tage die Fäden zusammen. Sie besetzen auch die Zentrale auf dem Areal, dürften am wenigsten von den Shows auf der Bühne mitbekommen, obwohl sie für diese ein ganzes Jahr lang geplant und gearbeitet haben. Geld ziehen der Verein und seine Mitstreiter keins aus dem Festival. „Es ist alles so angelegt, dass es auf Null aufgeht“, sagt Götzinger.

Wenn Marek Lieberberg sein „Rock am Ring“ ausrichtet, ist das anders. Kommerz und Massenabfertigung auf großen Festivals treiben alljährlich im Juli nicht nur Fans aus der Region nach Dieburg, sondern aus der gesamten Republik.

Zahl der Camping-Tickets gekürzt

Persönlich und für jeden erschwinglich, außerdem immer wieder mit in der Szene doch erstaunlich angesehenen Gruppen - das alles hat zum guten Ruf des als friedlich und tolerant bekannten „Traffic Jam“ beigetragen. Wer alle 23 Bands sehen möchte, zahlt für das Wochenende lediglich 25 Euro (Tagesticket 15 Euro). Zudem gibt es Camping-Tickets - auf einem separaten Teil des Verkehrsübungsplatzes werden wieder viele junge Leute zelten. Änderung: Die Zahl der Camping-Tickets wurde um rund zehn Prozent gegenüber 2011 gesenkt. „Da ging es dort dann doch arg eng zu“, so Götzinger. Dieses Jahr gingen 1 900 dieser Tickets in den Verkauf - und sind inzwischen praktisch alle weg.

Das Gros der Musik-Fans wird in Dieburg also übernachten. „Wochenend-Tickets sind quasi unbegrenzt verfügbar“, ermuntert Götzinger, trotzdem im Gewerbegebiet nahe des Bauhofs vorbeizuschauen.

An beiden Tagen zusammen werden an die 5 000 Besucher erwartet. Ihr Kommen refinanziert die Kosten insbesondere fürs Buchen der Bands, die Sicherheit, die Bühne und die Verwertungsgesellschaft Gema. Mehr als 100 Helfer aus Dieburg und Umgebung stemmen ehrenamtlich nicht nur den Freitag und den Samstag, sondern unterstützen auch beim Aufbau vorab, bei der Auszahlung des Müllpfands am Sonntag und bei vielem mehr. Vorab hatte „Schallkultur“ das Festival in verschiedene Fachbereiche unterteilt, so dass die Organisation häppchen- und themenweise vonstatten ging.

Mehrere Bands aus dem Ausland

Für das Spektakel - die Kommunikation mit den Anwohnern funktioniere laut Götzinger mittlerweile gut, sie seien auch als Entschädigung für Lärm und Müll aufs Festival eingeladen worden - verpflichtete „Schallkultur“ erneut auch mehrere Bands aus dem Ausland. Höhepunkte sollen die Auftritte von Suicide Silence aus Kalifornien und den Gallows aus England werden. Die deutschen Fahnen halten unter anderem die Monsters of Liedermaching, bekannt auch von größeren Festivals wie dem „Open Flair“ in Eschwege, und die Old-/Newschool-Spezialisten von Nothings Left hoch. Die Mitglieder von Nothings Left haben ein Heimspiel, kommen aus Darmstadt und Dieburg.

Beginn ist am Freitag um 13.45 Uhr, am Samstag spielt die erste Band ab 13 Uhr. Zuvor findet ein Turnier im „Flunkyball“ statt, einem beliebten Spiel auf Festivals, bei dem mit Bällen Bierdosen umgeschmissen werden. „Die 16 Mannschaftsplätze fürs Turnier waren ruckzuck ausgebucht“, freut sich Pressesprecher Christian Götzinger.

Geparkt wird wieder im Industriegebiet, dessen Märkte sich mit zusätzlichen Paletten an Gerstensaft ausstatten dürften. Ab dem Bauhof ist die Zufahrt in den I-Nord-Teil westlich der Bahngleise an den Festivaltagen gesperrt. Ausführliche Informationen zum Festival gibt es auch online unter www.trafficjam.de.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare