Traffic Jam: Auch 2020 wird gerockt

Ein Foto vom „Traffic Jam“ 2019, dem ersten unter der Regie von „SchallMAGNET“. 2020 setzt der neue Verein das Dieburger Musikfestival fort. Foto: Dörr

Der neue Verein „SchallMAGNET“ hat seine Traffic-Jam-Premiere mit einer schwarzen Null abgeschlossen. Das Festival ist auch für nächstes Jahr geplant – am 17. und 18. Juli. Außerdem soll der Tag der offenen Tür weiter ausgebaut werden. VON JENS DÖRR

Dieburg – Das Hardrock-, Punk- und Metal-Festival Traffic Jam auf dem Verkehrsübungsplatz der Fahrschule Völker hat eine Zukunft. Nach der Insolvenz des früheren Veranstaltervereins „Schallkultur“ und dem Ausfall 2018 war in diesem Jahr erstmals der neue Dieburger Verein „SchallMAGNET“ für das Großereignis verantwortlich. Nach einer Klausurtagung sowie der Mitgliederversammlung ist beschlossen: Das Festival findet auch 2020 statt.

Der Verein hat den 17. und 18. Juli als Termin festgelegt. „Die Stadt Dieburg und Ingrid Völker haben zugestimmt“, freut sich Oliver Oehmke, Vorstandsmitglied von „SchallMAGNET“, über die Zusagen zweier wichtiger Beteiligter. Vor allem ohne das Gelände der Fahrschule Völker wäre das Festival nicht möglich, dann würde ein Stück Dieburger (und regionaler) Jugendkultur sterben. Stattdessen darf 2020 besonders ausgelassen gefeiert werden: Das Festival verzeichnet dann ein Jubiläum, findet zum 20. Mal statt.

Dass dies klappt, hängt unmittelbar mit der Gruppe junger Leute zusammen, die das Festival nach der Pause im vergangenen Jahr wiederbelebt hat. Und dies auf eine Art und Weise geschafft hat, dass eine Perspektive über 2019 hinaus existiert. „Ich könnte nicht stolzer sein“, sagt Oehmke. „Das ganze Ding ist aufgegangen.“ Womit er nicht nur die künstlerische Ausrichtung, die Organisation und die Durchführung an den beiden Festivaltagen meint, sondern besonders die Finanzplanung: „Das Festival ist Null auf Null aufgegangen“, sagt Oehmke und wertet das als Erfolg.

„SchallMAGNET“ hatte das Budget gegenüber dem letzten Festival des früheren Veranstaltervereins deutlich reduziert – auf ein Volumen „nur“ noch im hohen fünfstelligen Bereich. „Bühne, Technik, Ton und Security waren die größten Posten“, zählt Oehmke auf. Als zentrale Sponsoren ließen erst die Fahrschule Völker, die Entega und die Darmstädter Brauerei die Rechnung aufgehen, „aber auch vielen weiteren regionalen Sponsoren gilt unser Dank“. Bei den Ausgaben für die zwei Dutzend Bands habe man die nötigen finanziellen Abstriche durch ein cleveres Booking weitgehend kompensiert, sodass die Besucher mit dem musikalischen Angebot zufrieden gewesen seien. „Und beispielsweise mit den Emilbulls ist es uns ja trotzdem gelungen, den ein oder anderen Headliner zu verpflichten“, erinnert Oehmke.

Nachdem die letzten Rechnungen beglichen sind – unter anderem die GEMA schlug mit 4 000 Euro zu Buche –, hat der rund 50 Mitglieder große und beim Festival von weit mehr ehrenamtlichen Helfern unterstützte Verein auch personell Fakten geschaffen: Bei der Mitgliederversammlung wählte „SchallMAGNET“ seinen Vorstand neu. Zwei Veränderungen gab es: Anstelle von Philip Major und Louis Löffelbein sind nun Jan Maurer und Stefanie Oehmke neu dabei. Oliver Oehmke dankte den beiden ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern ausdrücklich. „Beide haben es initiativ erst möglich gemacht, dass es das Festival in diesem Jahr wieder gab.“ Die Neuen im Vorstandsteam sind mit der Materie bereits vertraut: Jan Maurer organisierte 2019 bereits die Essens- und Non-Food-Stände, Stephanie Oehmke verwaltete die Kasse.

Höchst erfreut hat die Macher des Dieburger Musikfestivals, das in diesem Jahr an beiden Tagen zusammen mehr als 3 000 Besucher – darunter hunderte Camper – verzeichnete, beim „SchallMAGNET“-Debüt noch ein anderer Aspekt: Der erstmals durchgeführte „Tag der offenen Tür“ am Samstagmittag sei ein „absoluter Erfolg“ gewesen. Rund 200 Besucher – von Familien mit kleinen Kindern bis hin zu Senioren über 70 – hätten vom kostenlosen Angebot, sich auf dem Gelände umzuschauen und Festivalluft zu schnuppern, Gebrauch gemacht. „Das wollen wir ausbauen und gerade für Kinder noch etwas mehr bieten“, blickt Oliver Oehmke aufs nächste Jahr voraus.

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