15. „Traffic-Jam“-Festival

26 Bands an zwei Tagen

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Emotionsgeladen wird es auch dieses Jahr wieder auf der „Traffic Jam“-Bühne zugehen. An zwei Tagen spielen insgesamt 26 Bands.  

Dieburg -  Eins zu 50: So lautete in diesem Jahr die Chance für Newcomer-Bands, einen Auftritt auf dem Dieburger „Traffic Jam“-Festival zu ergattern. Von Jens Dörr 

„Für zehn Slots, in denen wir eher unbekannten Gruppen eine Möglichkeit zum Auftritt geben, haben wir 500 Bewerbungen erhalten“, sagt Mark Wagner. Im „normalen“ Leben Rettungsassistent, ist Wagner inzwischen Zweiter Vorsitzender des Dieburger Vereins „Schallkultur“, der das zweitägige Treiben auf dem Verkehrsübungs-Platz der Fahrschule Völker im Gewerbegebiet nahe des Bauhofs veranstaltet. Nicht nur Wagner ist frisch dabei an der „Schallkultur“-Front: Unter neuer Leitung geht das Musikevent für Fans von Rock, Punk und Metal am 18. und 19. Juli in seine 15. Runde.

Bislang war unter anderem Martin Völker aus der Fahrschulfamilie einer der führenden Festivalköpfe. „Er schreibt gerade seine Bachelorarbeit, steht uns aber mit Rat und Tat zur Seite“, sagt Julian Dörr. Der 32-Jährige wurde im Frühjahr zum neuen Ersten Vorsitzenden von „Schallkultur“ gewählt. Neben ihm und Wagner (35) zählen auch der Altheimer IT-Fachmann Marcus Kreher (35), Alexander Schöning und Simon Varelmann als Beisitzer zum Vorstand. Christopher Bock fungiert als Kassenwart. Thomas Hammermann kümmert sich wie bislang ums Booking und die Bands, erledigt damit eine zentrale und wichtige Aufgabe.

Nur im Team zu stemmen

Dörr hat derweil zwar seinen Hut in den Ring geworfen („Das 15. Festival ist schon ein besonderes Ding – das wollte ich unbedingt machen“), als es um den neuen ersten Mann beim Festivalveranstalter ging. Der Münsterer, beruflich in der Kinder- und Jugendförderung Erzhausens tätig, verdeutlicht aber, dass das Ereignis, das an beiden Tagen jeweils bis zu 3 000 Musikfans in den Dieburger Norden lockt, nur im Team zu stemmen sei.

Auch mit den offiziell „nur“ 25 „Schallkultur“-Mitgliedern ließen sich Vor- und Nachbereitung sowie die Festivaltage selbst nicht bewältigen. „Zum Glück haben wir jedes Jahr Dutzende Helfer, die meisten jünger als wir“, so Dörr. Etliche Teens und Studenten packten beim „Traffic Jam“ auch in diesem Jahr wieder rein ehrenamtlich an. Mit dem Festival verdiene in Dieburg niemand etwas. Am Ende solle und müsse allerdings „eine schwarze Null“ stehen, formuliert Dörr das wirtschaftliche Ziel.

Nicht-kommerzielle Handschrift

Das gemeinsame Stemmen eines Musikereignisses von Anfang bis Ende und dessen klar erkennbare, nicht-kommerzielle Handschrift mache den Reiz aus. Sowie das Bereichern der kulturellen Szene vor der Haustür: Nicht nur am Festival selbst „oute“ man sich als Verein mit Leuten aus Dieburg und Umgebung. „Am Fastnachtsumzug haben wir in der Frankfurter Straße schon dreimal unseren Saloon gemacht“, erzählt Dörr. Das sei neben dem Festival „unser Beitrag zur Dieburger Kultur“.

Während es intern zuletzt einige Umstrukturierungen gab und sich „Schallkultur“ erstmals mit einem Stand auf der Frankfurter Musikmesse präsentierte und vernetzte, ändert sich für die Besucher im Vergleich zum Vorjahr wenig. Die beiden Campingplätze bleiben wie bisher bestehen, der 2013 neu eingeführte bewährte sich nach der unfreiwilligen „Badesaison“ 2012. Vergangenes Jahr spürte „Schallkultur“ wohl auch wegen dieser einen Rückgang beim Vorverkauf, hofft für dieses Jahr aber wieder auf Sonne und eine Steigerung.

Von New York bis Erlangen

Dafür sollen unter anderem Bands wie die Hardcore-Punker „Sick of it all“ aus New York sorgen und mit „Fiddler’s Green“ eine Gruppe aus Erlangen, die längst einen Namen hat, auf dem „Traffic Jam“ schon in der Vergangenheit zu Gast war und sich besonders schnellem Irish Folk verschrieben hat. Melodic Hardcore spielen Evergreen Terrace aus Jacksonville in Florida, die unter Szenekundigen ebenfalls einen guten Leumund haben.

Das komplette Programm mit den 26 Bands, Ticket-Bestellmöglichkeiten (22 Euro pro Ticket für das gesamte Wochenende, inklusive Camping 33 Euro) und die letzten Festival-News gibt es online.

Traffic-Jam 2013

Abgerockt beim „Traffic Jam“

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