„Gesundheitliches Risiko zu groß“ / Verein will Dieburger Musikfestival aber fortführen

„Traffic Jam“ fällt auch 2021 aus

Abstand weder möglich noch erwünscht: Das Dieburger Open-Air-Festival „Traffic Jam“ fällt Corona zum zweiten Mal in Folge zum Opfer.
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Abstand weder möglich noch erwünscht: Das Dieburger Open-Air-Festival „Traffic Jam“ fällt Corona zum zweiten Mal in Folge zum Opfer.

Dieburg – Der Dieburger Verein SchallMAGNET ist seit seiner Gründung nicht zu beneiden: Nur 2019 konnten die meist jungen Männer und Frauen, die das „Traffic Jam“ auf dem Verkehrsübungsplatz der Fahrschule Völker nach der Insolvenz des vorherigen Veranstaltervereins Schallkultur neu angeschoben hatten, ihr Metal-, Punk- und Hardrock-Festival tatsächlich durchführen.

Nach künstlerisch wie wirtschaftlich gelungener Premiere sorgte Corona 2020 für die Absage. Nun hat der Verein entschieden: Auch 2021 fällt das zweitägige Open Air mit seinen rund 2 000 Besuchern pro Tag aus. Dennoch hat es eine Zukunft. Das stellt Marcel Patsch, bei SchallMAGNET für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, nach einer Klausurtagung des Vorstands vor ein paar Tagen heraus. „2022 soll es wieder ein Festival geben“, blickt er nach vorn. Der Termin stehe zwar noch nicht fest. Spielen alle Beteiligten mit – insbesondere die Familie Völker, die das Gelände im Gewerbegebiet „Am Bauhof“ alljährlich kostenlos zur Verfügung stellt –, soll es optimalerweise das dritte Juli-Wochenende werden. Grundsätzlich also droht weder Verein noch Festival nach der zweiten Absage in Folge das Aus. Dass Corona nicht nur den ehrenamtlichen Organisatoren, Helfern und Fans des „Traffic Jam“ eine harte Dürreperiode beschert, verhehlt auch Patsch nicht. Vor allem aber denkt das SchallMAGNET-Team derzeit an jene Menschen, die in der Musikszene ihr Geld verdienen: „Wir stehen als Verein ja für die Kulturförderung“, ruft Patsch in Erinnerung. „Deshalb wollen wir in dieser schwierigen Zeit auch die Künstler und Dienstleister unterstützen.“

Eventuell werde man deshalb dieses Jahr noch etwas in digitaler Form auf die Beine stellen, verbunden mit einem Spendenaufruf für Musiker, Bühnentechniker und vielen mehr, denen seit mehr als einem Jahr die Verdienstmöglichkeiten genommen sind. Der Verein will den Ticketinhabern aus 2020 den Rückzahlungsverzicht ihres Gelds in Verbindung mit einem „Kulturbeitrag“ anbieten. Die meisten Käufer haben ihre Eintrittskarten aufs Jahr 2021 übertragen lassen und können sie auch jetzt nicht gegen das Konzert- und Campingerlebnis eintauschen. Dieser Beitrag soll dann der notleidenden Branche helfen. Zugleich gibt es aber erneut die Option, das Ticket (diesmal aufs Festival 2022) zu übertragen. Auch die Erstattung des Gelds ist natürlich möglich. Die Entscheidung, das Festival auch in diesem Sommer abzusagen, hatte sich spätestens in den vergangenen Wochen des langsamen Impfens, der steigenden Infektionszahlen und der bis heute ungewissen Aussichten, welche Veranstaltungen im Juli 2021 möglich sein werden, abgezeichnet. „Das gesundheitliche Risiko ist einfach zu groß“, konstatiert Marcel Patsch für die Festivalmacher. „Angesichts der aktuellen Mutationen ist auch kein Hygienekonzept zu rechtfertigen.“ In kleinerer Form und mit aufwendigen Sicherheitsmaßnahmen wären Kosten und Nutzen bei einer kleinen „Traffic Jam“-Lösung 2021 zudem „unverhältnismäßig“ ausgefallen.

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