21. und 22. Juli, bisher 20 Bands dabei

Ein wenig Rückbesinnung beim „Traffic Jam“-Festival

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Sich über die Köpfe des Publikums tragen lassen werden sich Besucher des „Traffic Jam“-Festivals auch in diesem Jahr. Musikalisch gibt es eine leichte Neuausrichtung

Dieburg - Am 21. und 22. Juli veranstaltet der Dieburger Verein „Schallkultur“ zum 18. Mal das Metal-, Punk- und Alternative-Festival „Traffic Jam“ („Verkehrsstau“) auf dem Verkehrsübungsplatz der Fahrschule Völker. Von Jens Dörr

Trotz längst stattlicher Dimensionen mit bis zu 3000 Besuchern pro Tag beim „Traffic Jam“ sind die Macher, größtenteils Dieburger, Münsterer, Babenhäuser, Schaafheimer, Groß-Umstädter und Darmstädter, ihrem ehrenamtlichen und nichtkommerziellen Ansatz bis heute treu geblieben. Dennoch hat sich das Team um den „Schallkultur“-Vorsitzenden Julian Dörr (Münster) für 2017 ein bisschen die Rückbesinnung auf frühere Zeiten zum Ziel gesetzt. Bisher hat „Schallkultur“ 20 Bands bekannt gegeben, verspricht sogar noch weitere. Als Schnäppchen mutet da das Zwei-Tage-Ticket für 32 Euro (mit Campen 42 Euro) an, zumal durchaus die ein oder andere Szenegröße auf die Bühne kommt. „Wir haben das Line-Up etwas geändert“, skizziert Dörr eine leichte Modifizierung der künstlerischen Ausrichtung. „Wir wollen wieder ein Stück zu den Ursprüngen zurück.“

Was meint: Zuletzt entwickelte sich das „Traffic Jam“ fast nur noch gen ganz harter Gangart. Dies mildere man nun etwas ab. „So kommt zum Beispiel die Band Royal Republic, die von Radiobob derzeit hoch- und runtergespielt wird und die im Grunde rockige Radiomusik macht.“ Zeichen einer ganz leichten Neuausrichtung ist auch die Ska-Band Sondaschule, die indes früher schon einmal in Dieburg spielte. „Das ist im Grunde eine Partyband, die wahnsinnig Stimmung macht“, so Dörr. Hardcore-Fans kommen nichtsdestotrotz auch beim 18. Traffic Jam voll auf ihre Kosten – etwa bei Evergreen Terrace aus den USA, einem der diesjährigen Headliner.

Geld will „Schallkultur“ mit dem „Traffic Jam“ indes auch diesmal nicht verdienen, sondern lediglich mit der berühmten „schwarzen Null“ aus dem Wochenende gehen. So stemmt der Verein das Großereignis mit bis zu 3 000 Musikfans pro Tag komplett ohne hauptamtliche Kraft. Gesamtplanung, Sponsorensuche, Standbetreiber-Akquise, das Buchen der Bands und weite Teile des Auf- und Abbaus sowie der Durchführung des Festivals (mit Kasse, Backstage-Verpflegung, Fahrdienst für die Bands und vielem mehr) übernehmen die meist zwischen Anfang 20- und Mitte 30-Jährigen selbst. Lediglich in Sachen Sicherheit und Aufbau der Hauptbühne sowie bei komplexen technischen Herausforderungen setzen die Macher teils auf externe Dienstleister.

Fotos zum Traffic Jam 2016 in Dieburg

Inwieweit nach der Terrorwarnung und zeitweiligen Unterbrechung des Mega-Festivals „Rock am Ring“ auf dem Nürburgring in der Eifel auch beim Sicherheitskonzept für das „Traffic Jam“ nachgearbeitet werde, kann Dörr derzeit noch nicht sicher sagen. Massive Umwälzungen gegenüber dem Vorjahr sind aber weder diesbezüglich noch in Sachen Infrastruktur zu erwarten. Erneut wird es nur noch einen Campingplatz direkt auf dem Völker-Gelände geben und keinen zweiten mehr wie einst auf den sich nordwestlich anschließenden Feldern. Dieser nun einzige Campingplatz in Hörweite zur Bühne wurde 2016 so vergrößert, dass dort mehr als 1 000 Personen in Zelten nächtigen können. Etwa jeder zweite „Traffic Jam“-Besucher hat nicht nur ein Festival-, sondern auch ein Campingticket. Bislang sei der Vorverkauf im Schnitt der vergangenen Jahre verlaufen, ohne Ausreißer nach oben oder unten.

Weitere Infos gibt es online unter www.trafficjam.de. Tickets sind indes nicht nur online zum Selbstausdruck, sondern auch als limitierte „Hardtickets“ im echten Karten- und Festival-Design in der „Bücherinsel“ am Dieburger Marktplatz erhältlich.

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