Tranken die alten Römer Cola?

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Per Schaufel in die Vergangenheit: Beim Aktionstag „Archäologie“ wühlten sich die Kids durchs Grabungsfeld.

Dieburg - Tranken die alten Römer schon Cola? Und von welchem Lebewesen stammt der alte Knochen? 15 Hobby-Archäologen fachsimpeln an der Ausgrabungsstätte beim Schloss Fechenbach. Mit Schaufeln, Sieben, ja sogar bloßen Händen suchen die Teilnehmer des Museumsworkshops nach Zeugnissen vergangener Epochen. Von Ursula Friedrich

Vielleicht ist der Knochen aus der Urzeit“, mutmaßt Hannah, während Victor auf ein Schwein tippt. Der Fund eines Euros lässt wenig Interpretationsspielraum. Und dass die Shampooflasche nicht aus der Keltenzeit stammen kann, ist selbst den Jüngsten klar. Mit Feuereifer schlüpften die Sieben- bis Zwölfjährigen in die Rolle echter Archäologen. „Das will ich später auch mal werden“, erklärte Felicitas, „am meisten interessiert mich die Zeit der Pharaonen.“ Dinosaurier hätte Daniel am liebsten entdeckt, doch fürs erste taten es auch Gebrauchsgegenstände aus Dieburgs Vergangenheit.

Für den Aktionstag „Archäologie“ am Freitag, 21. August, sind noch einige Plätze frei. Anmeldungen sind während der Öffnungszeiten des Museums, dienstags bis samstags von 14 bis 17 Uhr sowie sonntags von 11 bis 17 Uhr unter 06071/2002-460 möglich.

Beim Graben, Reinigen, dokumentieren und interpretieren der Fundstücke verging die Zeit für die Nachwuchsforscher wie im Flug. „Vielleicht heben wir ja noch den Dieburger Schatz“, schmunzelte die Archäologin Karin Zuleger, die den Aktionstag mit ihrer Kollegin Stephanie Beißler organisierte. „Ein Schwerpunkt des Museums ist ja Archäologie und das wollen wir den Kindern auf diese Weise nahe bringen“, sagte Zuleger. Nach dem gemeinsamen Mittagessen wurde noch einmal analysiert und datiert. Dass schon die alten Römer Dieburger waren, bewies Stephanie Beißler mit einem spektakulären Fundstück: einem antiken Schädel. Mitmachangebote unter dem Motto „Geschichte zum Anfassen“ gewinnen im Konzept des Museums immer größere Bedeutung. Das Archäologieprojekt war so schnell ausgebucht, dass zwei weitere Termine angeboten werden. „Unser Ziel ist, dass Kinder nicht mehr gähnend durch das Museum laufen“, so Zuleger. „Seit unserer Wiedereröffnung 2007 wird das museumspädagogische Programm daher stetig ausgebaut.“ Sogar Kindergeburtstage können hier als wissenschaftliches Event gefeiert werden. Hobbyarchäologen müssen das Geburtstagsgeschenk dann ausgraben. Aber auch Erwachsenen wird bei verschiedenen Aktionen viel geboten.

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