Trauer um Marianne Paul

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Marianne Paul †

Dieburg (eha) ‐  Die Stadt Dieburg hat eine ihrer engagiertesten Bürgerinnen verloren: Plötzlich und unerwartet ist Marianne Paul im Alter von 76 Jahren verstorben.

Bis zuletzt nahm sie am öffentlichen Leben teil - wenige Tage vor ihrem Tod noch am Neujahrsempfang der Stadt im Schloss Fechenbach. Marianne Paul entstammte einer Verlegerfamilie. Ihr Großvater Heinrich Herrmann hatte die „Starkenburger Provinzial-Zeitung“ 1922 gekauft und produzierte sie in einem neu errichteten Verlagshaus in der Mühlgasse. 1941 wurde das Blatt von der Einheits-Presse des Dritten Reiches geschlossen. Unter neuem Titel entstand das Lokalblatt als „Dieburger Anzeiger“ 1951 neu. Marianne Paul übernahm die Zeitung 1978 in dritter Generation von ihren Eltern. Mangels Nachfolge und weil immense Investitionen in die sich rasend entwickelnde Drucktechnik anstanden, veräußerte die Verlegerin das Blatt 1990 an das Pressehaus Bintz („Offenbach-Post“).

Marianne Paul blieb jetzt aber keineswegs untätig: Zeitgleich gründete sie den „Dieburger Verlag“ , in dem sie mehrere lokalhistorische Bücher publizierte. Beispielsweise gab sie einen Band über alte Dieburger Gasthäuser sowie einen „Rundgang durch das alte Dieburg“ heraus und legte den „Kirchenkalender“ des einstigen Dekans Ebersmann wieder auf.

Engagiert in vielen Institutionen und Vereinen

Marianne Paul war eine historisch und kulturell sehr interessierte Persönlichkeit, die immer wieder Neues anpackte. So förderte sie beispielsweise unter anderem auch die Herausgabe einer städtischen „Chronik von Dieburg“.

Zudem engagierte sie sich unter anderem im Gewerbeverein, im Karnevalverein Dieburg - sie ist Trägerin der „Holzisch Latern“ - im Heimatverein und im Museumsförderverein. In Vereinen und Gremien hatte sie auch immer wieder leitende Funktionen übernommen.

Der Tod von Frau Paul hat mich mehr als überrascht, er hat mich bestürzt, denn bei unserem letzten Zusammentreffen haben wir noch über verschiedene mögliche Projekte im Rahmen von Sonderausstellungen im Museum gesprochen“, sagt Bürgermeister Dr. Werner Thomas. Bei vielen Publikationen der Stadt seien ihre Sachkenntnis und ihr Ideenreichtum eine große Hilfe gewesen. „Wir haben aus diesem Grunde auch immer wieder ihren Rat gesucht. Frau Paul war nicht immer eine bequeme Gesprächspartnerin, aber die Gespräche mit ihr waren immer konstruktiv. Sie hinterlässt eine große Lücke.“

Um Marianne Paul trauern ein Sohn und eine Tochter. Die Beisetzung findet in aller Stille statt.

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