Triathlon fällt 2020 aus

Der Dieburger Triathlon, größte Sportveranstaltung der Stadt, fällt 2020 aus. Das Foto zeigt die Wechselzone auf dem städtischen Sportplatz. Foto: Dörr

Im nächsten Jahr wird in Dieburg kein „10 Freunde Team Triathlon“ stattfinden. Grund ist der Neubau des Trainingsbads des Wassersportvereins. VON JENS DÖRR

Organisator Henning Müller will Dieburgs größte Sportveranstaltung grundsätzlich aber erhalten und vielleicht schon 2021 wieder ausrichten.

Dieburg – Er ist mit mehr als 1 000 Teilnehmern Dieburgs größte Sportveranstaltung: der „10 Freunde Team Triathlon“, den der Maintaler Henning Müller mit seiner Agentur „sportwärts“ jedes Jahr im Frühsommer in und ums Ludwig-Steinmetz-Freibad organisiert. 2020 fällt das Ereignis jedoch aus – wegen eines anderen Schwimmbads.

Denn wie berichtet, hat der Wassersportverein (WSV) Dieburg beschlossen, wegen der baldigen Schließung des alten Trainingsbads am Campus bis zum September 2021 ein neues Sportbad zu bauen. Das neue Dieburger Hallenbad, in dem ausschließlich Schulklassen, Gruppen und Vereine Wasserzeiten mieten können sollen und es nach jetzigem Stand keinen öffentlichen Badebetrieb geben wird, wird nach einem Beschluss der WSV-Mitglieder für einen Betrag von rund sieben Millionen Euro vom Dieburger Unternehmen F&R Projektbau errichtet. Die ersten Vorarbeiten haben gerade begonnen. Richtig losgehen mit dem Bau des Sportbads soll es im Februar.

Errichtet wird das Hallenbad des WSV in der südwestlichen Ecke des heutigen Freibad-Geländes – zwischen der Kreisstraße im Süden, dem städtischen Sportplatz im Westen und dem Freibad-Kiosk im Osten. Verwendet wird dafür auch ein Teil der bisherigen Freibad-Liegewiese. Die Platzierung des neuen Sportbads – das Votum des Vereins für das millionenschwere Vorhaben war in Politik und Bevölkerung mit großer Freude aufgenommen worden – bringt allerdings auch einen kleinen Negativaspekt mit sich: Das Bauwerk entsteht genau dort, wo Triathlon-Veranstalter Müller seinen Verbindungsweg von der Radstrecke und der Wechselzone auf dem städtischen Sportplatz geplant hatte.

Dennoch versuchte Müller, das Ereignis auch im nächsten Jahr durchzuführen. In „sehr konstruktiven Gesprächen“ mit der Stadt Dieburg habe er zwar gerade seitens Bürgermeister Frank Haus gespürt, „dass wir hier gewollt sind“. Auch in der Zusammenarbeit mit dem Magistrat, die laut Müller in der Vergangenheit nicht immer optimal war und dem Unternehmer einige (aus seiner Sicht) vermeidbare Hürden bescherte, stünden die Zeichen auf Entspannung und Neuanfang. Vergessen sind außerdem der kurzfristige Schaden im Freibad und die immer wieder aufgeschobene und dann just zum Triathlon-Termin begonnene Sportplatz-Sanierung, die die Veranstaltung unter Müllers Regie in den Vorjahren schon zweimal torpediert hatten.

2020 fällt der „10 Freunde Team Triathlon“ Dieburg als Breitensportveranstaltung, bei der zehn Sportler einer Mannschaft je ein Zehntel der Langdistanz bewältigen müssen, dennoch aus. „Die bevorstehenden Bauarbeiten lassen unserer Ansicht nach leider keine ausreichenden Planungen für das Jahr 2020 zu“, bedauert Müller den Schritt. „Im Kontext des Baustellenbetriebes sind die Risiken, dass unser Event nicht stattfinden kann, oder nicht unseren Anforderungen an Sicherheit und Qualität genügt, einfach zu groß.“ So sei etwa unklar, wo die Lager für die Baufahrzeuge und die Baumaterialien entstünden, wie Fahrzeuge und Maschinen auch die dortigen – eventuell auch von den Athleten benutzten – Wege in Mitleidenschaft ziehen würden.

Müller stellt derweil auf explizite Nachfragen zur weiteren Perspektive klar heraus, dass die besondere Situation 2020 (und unter Umständen auch noch 2021, wenn der Bau der Sportbads noch andauert) keinesfalls das generelle Aus des Dieburger Triathlon bedeute: „Dieburg lebt und wird wieder aufblühen“, verspricht der Veranstalter. „Eine Entscheidung zu 2021 werden wir treffen, so früh es geht.“ Fürs kommende Jahr empfiehlt er den Triathleten einen Plan B innerhalb seiner „10 Freunde“-Rennserie (siehe Infokasten).

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