Trockene Füße nicht einfach zu haben

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Drainage für die Wege im Park Fechenbach wird es erst 2015 geben. Über nasse Füße muss man sich derzeit beim Gang durch den Fechenbach-Park keine Sorgen machen.

Dieburg - Geht man an solch sonnigen Tagen wie heute durch den Fechenbach-Park, muss man sich wenig Sorgen um ein gutes Durchkommen machen. Sandalenträger müssen lediglich darauf achten, dass keine Kiessteinchen den Weg ins Schuhwerk finden. Von Laura Hombach 

Doch wohl jeder Dieburger weiß, wie schnell sich die Lage ändern kann: Ein kleiner Regen, schon ist ein Parkspaziergang am Schloss Fechenbach ohne einen Matschrand an den Schuhen als unerwünschtes Souvenir nicht mehr möglich. Regnet es langanhaltender, wie es das etwa vor oder während des Martinsmarkts auch gerne mal tut, dann wird die Nutzung der Wege zum Hindernisparcours – so man auf trockene Füße Wert legt.

Ein Problem, dessen sich auch Dieburgs Politik bewusst ist, und das man eigentlich bis zum Martinsmarkt im November beseitigt haben wollte. Nachdem die nötigen Mittel für ein Drainage-System für die Wege des Fechenbach-Parks per Beschluss in den Haushalt eingestellt worden waren, hatte die Stadt den Landschaftsarchitekten Wolfgang Leimeister deshalb mit den Arbeiten beauftragt. Die dafür nötige Summe von 200 000 Euro hatten die Stadtverordneten zwar im März einstimmig abgesegnet. Bei genauerer Betrachtung kam dem CDU-Fraktionsvorsitzendem Renee Exner, auf dessen Initiative die Drainaganlage zurückging, die Summe doch zu hoch vor. Zudem monierte er, dass die Maßnahme dem Parlament nicht vorgestellt worden sei. Bei der Sitzung der Stadtverordneten im Juni wurde deshalb auf Antrag Exners das Projekt zunächst einmal gestoppt, eine weitere Beratung im Ausschuss wurde beschlossen (wir berichteten).

Konzept vorgestellt

Nun stellte Leimeister im Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung das Konzept für die Drainage vor. Leimeister erklärte die Höhe der Kosten mit den umfangreichen Arbeiten, die für die Drainage nötig seinen. Es reiche nicht, einfach zwei Schlitze zu ziehen, die Drainagen zu legen und die Löcher wieder zuzubuddeln, erläuterte der Fachmann. Vielmehr sieht seine Planung einen kompletten Rückbau der Wege vor, um dann die Drainage zu ver- und die Wege neu anzulegen. Dabei soll erneut die bisherige Bauweise hergestellt und ein wassergebundener Belag verwendet werden. Allerdings soll das Gefälle, das derzeit teilweise nur 0,6 bis ein Prozent beträgt und deshalb für stehendes Wasser auf den Wegen sorgt, erhöht werden und neuer Kies aufgebracht werden. Auch der an die Wege angrenzende Rasen wird im Zuge der Arbeiten in Mitleidenschaft gezogen werden. Leimeisters Planungen beinhalten deshalb auch die Erneuerung von jeweils zwei Meter breiten Rasenstreifen rechts und links der Wege durch Fertigrasen. An der Gestaltung der Parkwege soll sich durch die Drainagearbeiten nichts ändern, lediglich in Höhe des alten Ginkobaums schlug Leimeister vor, dem Baum durch eine leichte Verschwenkung des Wegs ein bisschen mehr Fußraum zu gewähren.

Bei der Diskussion um die Kosten des Projekts wurde es schwierig. Denn wie sich nach kurzer Diskussion herausstellte, bezogen sich die Ausschussmitglieder bei ihren Nachfragen auf eine Kostenschätzung, die die Verwaltung für die Einstellung der Mittel in den Haushalt erstellt hatte. Diese bezog sich wiederum auf einen Kostenvoranschlag, den Leimeister vor einigen Jahren für eine Komplettumgestaltung des Parks für die Stadt erstellt hatte. Zu dem Auftrag war es damals wegen Sparmaßnahmen der Stadt nicht gekommen.

Viele Fragen offen

Leimeister seinerseits hatte nach der neuesten Beauftragung für die Ausführung der Drainagearbeiten eine neue Kostenaufstellung erarbeitet, auf die er sich wiederum bezog. Zwar kam die Vorlage der Stadtverordneten wie der neue Kostenvoranschlag Leimeisters in etwa auf die gleiche Gesamtsumme, aber dennoch sahen es die Ausschussmitglieder als wenig sinnvoll an, das Thema Kosten weiter zu diskutieren, solange nicht auch sie die neue Aufstellung vorliegen haben.

Kurz liebäugelten die Ausschussmitglieder mit der Möglichkeit, durch eine Aufhebung des Stopps noch vor der Sommerpause des Parlaments, doch noch zum Martinsmarkt 2014 einen trockenen Fechenbach-Park präsentieren zu können. Doch dann taten sich bei der Diskussion zu viele Fragen auf, die sich nicht auf die Schnelle klären ließen. Eine davon war etwa die von Ferdinand Böhm (SPD) gestellte, ob dem Ziel eines fußtrockenen Martinsmarkts mit der Trockenlegung der Wege überhaupt gedient sei. Da die Wege teils auch über den Rasen entwässert würden, wäre dieser bei Regen vor oder während des Martinsmarktes genauso nass wie in den Jahren zuvor. Und da die Rasenflächen von Budenbetreibern und Marktbesuchern mit genutzt würden, bedeute das weiter nasse Füße. Während Dr. Harald Schöning (CDU) die Trockenlegung der Wege als primäres Ziel der Maßnahme ansah, teilte Herbert Nebel (Grüne) Böhms Bedenken.

So sprach sich der Ausschuss schließlich einstimmig dafür aus, das Thema Wegedrainage und die neue Kostenaufstellung nach der Sommerpause noch einmal gründlich zu beraten. Trockene Füße an einem verregneten Martinsmarkt soll es für die Besucher dann ab 2015 geben.

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