Allein kann WSV Projekt nicht schultern

Bad auf dem Trockenem?

Bei einer Poolparty im Trainingsbad am Campus haben diese Wasserratten viel Spaß. Foto: Archiv

Dieburg - Ohne kräftige Unterstützung von Stadt und Landkreis wird es in Dieburg kein neues Trainingsbad geben. Von Lisa Hager

Das ist das Fazit, das der Vorsitzende des Wassersportvereins (WSV), Klaus Schulte, nach einer rund einstündigen Präsentation des Bau- und Finanzierungskonzepts am Donnerstagabend in der Stadtverordnetenversammlung zog. „Alleine kann der WSV das nicht stemmen“, so die klare Aussage.

Kommt es nicht zum Neubau, werden Ende 2019 die Sportler und Schüler, die das Trainingsbad derzeit nutzen, das letzte Mal dort ihre Bahnen ziehen. Denn schon jetzt stehen die neuen Besitzer des Geländes auf der Matte, die am Campus ein neues Wohngebiet entstehen lassen wollen (wir berichteten). Man habe schon bei ihm angefragt, so Schulte, ob man nicht schon früher schließen könne. Denn die Reservierung der Bauplätze läuft sehr gut, wie auch Bürgermeister Dr. Werner Thomas informierte. Rund die Hälfte der 117 Plätze hätten bereits Interessenten gefunden. Und so ist klar, dass die Investoren den Grund des alten FH-Hallenbades gerne schnell miteinbeziehen würden.

Schulte hatte zur Vorstellung des Konzepts auch einen Bodengutachter sowie den Architekten Ulrich Hower mitgebracht, der den Plan eines neuen Trainingsbads auf dem freien Gelände neben dem Kioskbereich des Freibads vorstellte. Für diese Vorplanung hatte das Parlament 50 000 Euro bereit gestellt. „Davon haben wir erst 37 000 Euro ausgegeben“, berichtete Schulte stolz.

Der Plan sieht sechs 25-Meter-Schwimmbahnen in einem Sportbecken vor. Daneben liegt separat durch eine Glaswand getrennt ein Lehrschwimmbecken mit Wassergewöhnungstreppe, das auch für Gymnastik oder medizinische Anwendungen genutzt werden könnte.

Das Bauwerk allein ist mit drei Millionen Euro angesetzt, die Technik wird mit 1,2 Millionen zu Buche schlagen, die Erschließung soll 55 000 Euro, die Außenanlagen 106 000 Euro kosten. Dabei wird davon ausgegangen, dass keine Kosten fürs Grundstück anfallen, das die Stadt in Erbpacht zur Verfügung stellen soll. Zudem wird in der Finanzierung des Vereins ein Zuschuss der Stadt von 160 000 Euro eingerechnet.

Insgesamt liegen die Gesamtkosten für den Neubau jetzt bei 5,13 Millionen Euro. Ein Abspecken auf vier Bahnen brächte eine Einsparung von 480 000 Euro. Vom Land Hessen ist möglicherweise ein Zuschuss von einer Million zu erwarten - vorausgesetzt ein schlüssige Finanzierungskonzept wird vorgelegt. Und genau daran werde es hapern, wie Schulte selbst zugab. „Wir haben einen Kreditbedarf von 3,2 Millionen Euro für den Bau des Bads. Dem stehen maximal mögliche Einnahmen von 400 000 Euro pro Jahr gegenüber“, sagte Schulte. Dazu fehle es an Sicherheiten, die der Verein nicht habe. „Also geht es nicht nach jetzigem Stand“, so der WSV-Vorsitzende, denn „diese Bank, die uns dafür Geld gibt, die suchen wir noch.“

Eine Übernahme des alten Bades sei ebenfalls nicht möglich, ging Schulte auf eine entsprechende Frage ein. In diesem Fall würde sofort der Bestandsschutz erlöschen. „Wir müssten sofort sanieren, wofür wir zweieinhalb Jahre bräuchten. In der Zeit laufen uns die Nutzer davon und wir fangen bei der Eröffnung von vorne an.“

Nach Schultes Vortrag machte sich Ratlosigkeit breit. Und so wurde das Thema einstimmig zur weiteren Beratung in den Haupt- und Finanzausschuss überwiesen.

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