„People’s Theater“: Dank Rotary Club und Kreis sind die Vorstellungen gesichert

Trotz Streifen ist Maja keine Biene

Die Moderatorin des „People’s Theater“ regt zum Mitmachen an. Im Hintergrund beobachten (v. l.) Schulsozialarbeiterin Petra Schmidt, Lehrerin Tanja Rau, Schulleiter Christof Maruschka und Rotarier Peter Richter das Treiben. Foto: Dörr

Dieburg (jd) - Bei Eskalation: Stopp! Das ist das einfache wie herausfordernde Prinzip des „People’s Theater“.

Wenn Jonas nicht merkt, dass er nervt, Maja aus Mexiko wegen ihres Namens und des schwarz-gelben Pullis mit einer Biene vergleicht, die Clique ihn als Konsequenz ausschließt, dann ist wieder der Moment der Unterbrechung gekommen. Das „People’s Theater“, ein gemeinnütziger Verein aus Stadt und Kreis Offenbach, gehört zu den wenigen Theatern, die ihre Show gar nicht zu Ende spielen wollen. Zu Gast vor allem in Schulklassen unterbrechen sie sie viel lieber - und lassen die Schüler an der Fortsetzung teilhaben.

So wie jetzt an der Goetheschule. In die sechste Klasse von Tanja Rau ist das halbe Dutzend junger Laien-Schauspieler - alle machen beim „People’s Theater“ ihr Ehrenamtliches Soziales Jahr - bereits zum vierten Mal gekommen. Die Schüler wissen schon, wie der Hase läuft - und sind beim Mitmachen gar nicht mehr so scheu.

Dabei sind es durchaus komplexe Situationen, in die die Theatergruppe sie wirft. Zunächst stellen die Schauspieler, an deren verbaler Spitze immer ein „Moderator“ steht, mit der Klasse gemeinsam Regeln für den Umgang miteinander auf und notieren sie an der Tafel.

Es folgt ein kurzes Schauspiel, das anhält, wenn die Lage ausweglos erscheint. Moderator und Schüler machen dann eine Bestandsaufnahme, sprechen über das Problem und die Gefühle, die die Konfliktbeteiligten voraussichtlich haben. Dann sprechen sie über Handlungsmöglichkeiten - und beziehen einen Schüler in die Fortsetzung des Stücks ein.

Das führt mal mehr, mal weniger zur Lösung des Problems. Auch Konfliktbewältigung will aber erst einmal gelernt sein. Bei allem im Zentrum: Respekt. Für den spielerischen Ansatz, bei dem auch der Unterhaltungsfaktor nicht zu kurz kommt, gab es unter anderem schon den „Hessischen Präventionspreis“. Auch der Rotary Club Dieburg-Babenhausen hält den Ansatz des „People’s Theater“ für förderungswürdig. Präsident Dr. Albrecht Achilles überzeugte sich vergangene Woche persönlich davon, dass die jungen Schauspieler die noch jüngeren Schüler erreichen, große Aufmerksamkeit und rege Beteiligung schaffen. Ebenfalls vor Ort: Peter Richter, bei den Rotariern für die Schulförderung zuständig, sowie Schulsozialarbeiterin Petra Schmidt und Schulleiter Christof Maruschka.

Achilles und Richter schauten genau hin, da der Erlös des Benefizkonzerts mit dem Landespolizei-Orchester im März in der Römerhalle in die Finanzierung des Angebots fließt. Rund 4000 Euro dürften das sein, wenngleich Achilles den Betrag noch nicht beziffern konnte. Die Sozialstiftung des Landkreises sorgt mit weiteren 12 000 Euro dafür, dass das „People’s Theater“ auch in den kommenden drei Jahren an den Schulen spielen kann. Das betrifft unter anderem Schulen in Babenhausen, Münster und Groß-Zimmern.

An der Goetheschule befassen sich sieben Klassen mit 150 Schülern mit den vom Theater anschaulich dargestellten Ansätzen zur Konfliktlösung.

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