Überall tönt's: „Allez, les boules“

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Zum Auftakt spielte der Verein „Barrierefreies Dieburg“ gegen die FD“.

Dieburg ‐ „Allez, les boules!“ Diesen Schlachtruf konnte man am Sonntag an so mancher Stelle im Schlossgarten hören. Wie eine Boule-Meile spannte sich das Spielfeld über den kompletten Hauptweg des Parks, der sich somit in einen einzigen großen Boulodrome verwandelte. Von Verena Scholze

Im Rahmen des jährlichen Schlossgartenturniers, das der Club de Pétanque am Pfingstwochenende wieder als Gastgeber für eines der größten hessischen Pétanque-Turniere ausrichtete, gab es dieses Jahr eine weitere Veranstaltung. Erstmals wurde eine Dieburger Stadtmeisterschaft speziell für Vereine, Fastnachtsgruppen, Stammtische und diverse andere Gruppierungen ausgerichtet - und die Teilnehmerzahl ließ selbst die langjährigen Boule-Spieler staunen. „32 Teams waren gemeldet und alle sind angetreten“, berichtete der stellvertrende Vorsitzende Achim Weißbäcker erfreut. In Dreiermannschaften trat Mann und Frau gegeneinander an im Kampf um den heißbegehrten Wanderpokal, der von der Stadt gestiftet wurde.

„Merkt euch eure Kugeln“

Bevor man sich jedoch im sportlichen Wettkampf messen konnte, erhielten alle Teilnehmer eine kurze Einweisung in die geltenden Regeln. „Die Hauptsache ist: Merkt euch eure Kugeln“, erklärte Weißbäcker, was den ein oder anderen zum Lächeln veranlasste. Jedoch waren die schweren Eisenkugeln für nicht geübte Spieler tatsächlich nur mühsam auseinander zu halten, vor allem, wenn man sich - wie zwei Teilnehmerinnen - statt auf das Spiel auf das Geplauder am Rand konzentrierte. Sechs Betreuer standen den ungeübten Teilnehmern mit Rat und Tat zur Seite.

Der Nachwuchs bemächtigte sich auch schon einer Kugel. Foto: ves

Während die einen Gruppen die ganze Sache sehr locker und entspannt angingen, traten andere Vereine wettkampfgleich auf und klatschen sich in bester Champion-Manier vor dem Beginn des Spieles ab. Auch die Outfits der teilnehmenden Gruppen waren sehr unterschiedlich, einige zeigten ihre Zusammengehörigkeit in gleichfarbigen T-Shirts mit oder ohne entsprechenden Vereinsaufdruck, andere hatten ihre Vereinsfahnen und Wimpel dabei. Was jedoch alle Teilnehmer verband war der Gedanke „Ein Tag mit Spiel, Spaß und Freude“. So hatten sich neben Dieburger Vereinen auch viele private Gruppen gefunden, um an der Vereinsmeistershaft teilzunehmen. Die Gruppierung der „Clara-Schumann-Straße“ wurde von den Nachbarn derselbigen Straße gebildet und trat gleich mit zwei Teams an wie Bewohnerin Susanne Bauer berichtete. Die „Bornemann-Sisters“ bewiesen ihr sportliches Boule-Debut „auf Wunsch unserer Schwester“, erzählte Claudia Bornemann und hinter dem Team „Galinke“ verbarg sich Claudia Schöning mit ihren beiden Schwestern.

Während sich die einen eher spontan zu einer Teilnahme am Turnier entschlossen, gab es andere Vereine, die bereits bei der ersten Ankündigung ihre Zusage erteilten. Die meisten der Spielerinnen und Spieler konnten auf eine Kindheitserinnerung zurückgreifen, als man das Spiel noch mit Plastikkugeln spielte. Einige andere hatten besonders in ihrem Frankreichurlaub bereits Erfahrungen mit dem Boule-Spiel gesammelt.

Viele haben im Boulodrome trainiert

„Viele Turnierteilnehmer nutzen unser Angebot und haben in den letzten Wochen im Boulodrome trainiert“, sagte Weißbäcker. Einen besonderen Dank und ein dickes Lob sprach er dem Platzwart Michael Jost und dem Vereinskollegen Rainer Düsterhöft aus, die in Eigeninitiative rollstuhlgerechte Zugänge für die Teilnehmer des Vereins „Barrierefreies Dieburg“ anlegten.

Die Stimmung rund um die Veranstaltung konnte nicht besser sein und alle teilnehmenden Vereine hatten viel Spaß am Spiel und dem Miteinander. „Das ist ein tolles Erlebnis auch mit den anderen Gruppen“, meinte Evelyn Allmann vom Gewerbeverein Dieburg, die ihre teilnehmenden Kollegen begleitete und die Spiele fotografisch festhielt. Allerorts wurde gescherzt und gelacht, alte Bekanntschaften aufgefrischt und neue geschlossen. „Ich könnte mir vorstellen, dass die Veranstaltung bei dieser guten Resonanz auch nächstes Jahr wieder stattfinden wird“, zog Weißbäcker ein erstes positives Fazit.

Team „Clara-Schumann-Straße I“ siegreich

Leider geht auch der schönste Tag einmal zu Ende und so konnte es zum Schluss nur einen Sieger der 1. Dieburger Stadtmeisterschaft geben: Das Team „Clara-Schumann-Straße I“ mit Susanne Bauer, Martina und Christian Tolksdorf gewann das Turnier und nahm voller Stolz den Wanderpokal in Empfang.

Auf Platz zwei kamen die „DJK Dieburg II“ mit Helga Schäfer, Hannelore und Wolfgang Gondolf, Milovan Markovic und den dritten Platz errangen die „Schützengesellschaft Dieburg“ mit Bernd Mohr, Winfried Oehlke und Arlt Jährling. Das Endspiel wurde von rund 100 begeisterten Zuschauern verfolgt. Und die anderen teilnehmenden Gruppen trösteten sich mit dem olympischen Gedanken: „Dabei sein ist alles.“

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