Zuschüsse zugesagt

Umgestaltung von Gemeindehaus in greifbarer Nähe

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Das Kernstück der nötigen Umbauarbeiten des evangelischen Gemeindehauses ist der Anbau eines Lifts an die Rückseite des 1898 erbauten Gebäudes. Dieter Klages, der Vorsitzende des Kirchenvorstandes, zeigt den geplanten Standort des dringend benötigten Hilfsmittels.

Dieburg - Seit gut sechs Jahren plant die evangelische Kirchengemeinde sowohl das Gemeindehaus als auch die Kirche barrierefrei umzugestalten. Jetzt rückt die Umsetzung des ersten Bauabschnitts in greifbare Nähe. Von Stephanie Stiefler 

Vor einem Problem steht, wer als Gehbehinderter in das Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde an der Frankfurter Straße (Baujahr 1898) gelangen will. Auf dem Weg in das Erdgeschoss sind mehrere Stufen zu überwinden, die zudem auch noch sehr uneben und ausgetreten sind. Auch im Innern des Hauses gibt es weitere Hürden, denn die Toiletten sind nicht behindertengerecht und der Weg in die oberen Stockwerke führt über eine steile Treppe.

„Wir benötigen einen Aufzug, damit wenigstens Erdgeschoss und erster Stock des Gebäudes auch mit Rollator oder Rollstuhl erreicht werden können“, erklärt Dieter Klages, Vorsitzender des Kirchenvorstandes (KV) der Gemeinde, das Kernstück der Umbauarbeiten. „Dieser muss an der Hofseite angebracht werden, denn Anbauten, die das Bild von Kirche und Gemeindehaus zur Straße hin verändern, dürfen an dem Gebäude nicht erfolgen“, so Klages bei einem Ortstermin.

Neben dem Anbau des Lifts sollen weitere Umbauten die Barrierefreiheit bringen: Im ersten Obergeschoss wird eine behindertengerechte Toilette eingebaut. Außerdem sind dann wegen des Brandschutzes noch weitere Umbauten nötig, wie zum Beispiel der Neubau einer Fluchttreppe aus dem Erdgeschoss und der Einbau von Feuerschutztüren in den Fluren.

Aber damit nicht genug: Der KV-Vorsitzende zählt weitere „fällige“ Baumaßnahmen auf: „Der Treppenaufgang zum Gemeindehaus muss dringend saniert werden, denn dort dringt Feuchtigkeit ein. Die Eisenträger in der Decke zum Keller darunter, in dem sich der Jugendraum befindet, rosten.“ Und die Sandsteinplatten, die im Eingangsbereich liegen, lösen sich langsam auf, sind marode.

Unter dem Motto „Keine Barriere, nirgendwo“ wurden für den barrierefreien Umbau von Kirche und Gemeindehaus in den letzten Jahren fleißig Spenden gesammelt: Benefiz-Aktionen unterschiedlichster Art halfen, das Ziel zu erreichen. Beim Neujahrsempfang der Kirchengemeinde konnte der Vorstand verkünden, dass rund 240.000 Euro gesammelt wurden und damit die Finanzierung des geschätzten Eigenanteils von 260.000 Euro für das zweiteilige Großprojekt bald erreicht ist.

In diesem Betrag enthalten ist auch der Eigenanteil für den zweiten Bauabschnitt, den Zugang zur Kirche barrierefrei zu gestalten. „Geplant ist eine Rampe, die vom Hof aus zu einem vergrößerten Podest vor dem Eingang unserer Kirche führen soll“, berichtet Dieter Klages. Im Zusammenhang damit soll dann auch der Kirchenvorplatz umgestaltet werden. Aber diese Arbeiten liegen noch in weiter Ferne.

Bilder zum Dieburger Stadtlauf 2017

„Nun ist erst einmal das Gemeindehaus dran“, erläutert Klages. „Die veranschlagten Kosten für die Umbauten an und im Gemeindehaus liegen zurzeit bei 420.000 Euro. Davon wird die zuständige Regionalverwaltung der EKHN (Evangelische Kirche in Hessen und Nassau) gut 65 Prozent übernehmen. Diese Zusage und die kirchenaufsichtliche Baugenehmigung haben wir jetzt erhalten“, so der Vorsitzende des Kirchenvorstandes hocherfreut. Der erhebliche Eigenanteil der Gemeinde liegt bei 147.000 Euro.

Einen Termin für den Start des ersten Bauabschnitts kann er noch nicht nennen. „Aber wenn es dann los geht, werden die Arbeiten zwangsläufig massiv in den Betrieb im Gemeindehaus eingreifen. Dieses wird von etlichen Gruppen unserer Gemeinde intensiv genutzt“, gibt Klages zu bedenken. Natürlich gibt es im Kirchenvorstand schon Überlegungen für Übergangslösungen.

Obwohl das Spendenbarometer schon einen erfreulichen Stand anzeigt, würde sich der Kirchenvorstand über weitere Benefizaktionen und Spenden für das Erreichen der Barrierefreiheit in der evangelischen Kirchengemeinde Dieburg sehr freuen. „Denn“, so Dieter Klages, „die Umbaukosten werden im Zweifelsfall höher sein als die bisherigen Planungen. Das kennt jeder Bauherr. Wir können nur hoffen, dass unser bald 120 Jahre altes Gemeindehaus möglichst wenige Überraschungen für uns bereithält!“

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