Universalist, der nichts ausklammert

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Landrat Klaus Peter Schellhaas (r.) überreichte Martin Konietschke die Urkunde zum Georg-Christoph-Lichtenberg-Preis.

Dieburg/Ober-Ramstadt (db) ‐ Die Würdigung tat ihm sichtlich gut. Der rastlose Künstler Martin Konietschke bekam nämlich auch oft die Schattenseiten seines Berufes zu spüren. „Da gab es Tage, an denen ich nicht wusste, wie ich die Stromrechnung bezahlen soll“, erinnerte sich der Dieburger.

Mittlerweile kann der Maler und Bildhauer von der Kunst leben. Und nicht nur das – nun wurde sein Schaffen auch honoriert. Für seine Originalität und seine qualitativ hochwertigen Werke erhielt der in Eppertshausen geborene Konietschke am Samstag den mit 10 000 Euro dotierten Georg-Christoph-Lichtenberg-Preis 2009 für bildende Kunst.

Lichtenberg selbst war ein Universalgenie. Wie passend ist da diese Auszeichnung für den vielseitigen Künstler Martin Konietschke“, sagte Landrat Klaus Peter Schellhaas bei der Verleihung in der Ober-Ramstädter Hammermühle. In puncto Vielseitigkeit muss sich Konietschke wahrlich nicht verstecken: Nicht nur als Maler, Bildhauer, Zeichner, sondern auch als Autor ist Konietschke erfolgreich. Erst kürzlich verfasste er im Auftrag ein Opern-Libretto mit dem Titel „Die verkaufte Leinwand“ Dazu gesellt sich sein erstes selbst geschriebenes Theaterstück mit dem Titel „Kiosk“, das er auf Anfrage für die Schauspielerin und Sängerin April Hailer erarbeitet hat.

Kunst als Kaleidoskop seines Lebens

Obgleich seine Eltern stets versuchten, seine berufliche Laufbahn in seriöse Bahnen zu lenken, sieht sich der Künstler Konietschke ein Stück weit doch auch als einen Handwerker. Aber ein Handwerker, der gerne Grenzen überschreitet und sich selbst stets neu erfindet. „Martin Konietschke nutzt das volle Spektrum, der ihm zur Verfügung stehenden Mittel aus“, erklärte der Kunstkritiker Dr. Roland Held während seiner Laudatio. „Die Kunst ist für ihn das Kaleidoskop seines Lebens“. Insbesondere die große Bandbreite seiner Werke fand außerordentliche Wertschätzung.

Ich will alles behandeln, was mich berührt. Nichts soll ausgeklammert bleiben. Denn nur in der Vollständigkeit steckt auch Ehrlichkeit“, sagte der Künstler einmal über sich selbst.

Durch harte Arbeit wurde aus Martin Konietschke ein wahrer Universalist“, sagte Roland Held und führte zum Abschluss noch ein Zitat des Universalisten an, der Namensgeber des Preises ist: „Wer sich selbst recht kennt, kann sehr bald alle anderen Menschen kennenlernen. Es ist alles Zurückstrahlung.“

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