Unter 111 Nummern laufen 19 Kapellen mit

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Äla-Stimmung beim Kinderumzug 2009.

Dieburg ‐ Die Dieburger Fastnachtszüge sind ein Musterbeispiel für Konstanz – in Qualität wie Zusammensetzung. Muss man über die Güte der Zug-Kostüme, die es mit denen in Mainz, Düsseldorf oder Köln aufnehmen können, nicht streiten, so überraschen doch andere Fakten. Von Jens Dörr

Jede der Dieburger Gruppen, die im vergangenen Jahr beim großen Umzug am Fastnachtdienstag mitgelaufen sind, wird auch in diesem Jahr wieder dabei sein“, sagt einer, der es wissen muss: KVD-Zugmarschall Rainer Hackenberg, der auch in diesem Jahr wieder das kleine (7. Februar) und große (16. Februar) Spektakel in den hiesigen Straßen organisiert. Zu wenige Personen, zu teure Kostüme, Lustlosigkeit – all das scheint den Dieburger Narren fremd zu sein.

Warteliste für Gruppen die mitmachen wollen

Im Gegenteil: Es gibt sogar noch eine Warteliste mit Gruppen, die unbedingt einmal dabei sein wollen“, weiß Hackenberg. Mehr als die 111 Nummern beim Großen Umzug lasse er aber nicht zu – das würde dann auch aus Zuschauer-Sicht eine zu große Dauer bedeuten.

Außerdem kämen dann irgendwann schon wieder die ersten am Marktplatz an, während einige noch ganz am Anfang des Weges sind“, so Hackenberg.

Konstantes Bild bei den mitlaufenden Gruppen

Zwar seien in diesem Jahr die „Maulwürfe“ aus Mladá Boleslav nicht dabei – der Nachwuchs aus Dieburgs tschechischer Partnerstadt ist diesmal schulisch eingespannt -, ansonsten wird sich aber ein vertrautes Bild ergeben: Die meisten Gruppen laufen von der Zugnummer her wieder in den Regionen wie in den vergangenen Jahren.

Viele haben eine Präferenz und geben an, wo sie in etwa eingeordnet werden möchten“, sagt Hackenberg, der die Wünsche alle unter einen Hut zu bringen versucht. Ein großer Teil wünsche sich einen Platz zwischen Zugnummer 40 und 50 – allen kann es dann selbst der Zugmarschall nicht recht machen.

Elferrat und Prinizengarde wieder musikalisch flankiert

19 Musikkapellen sind in diesem Jahr beim großen Umzug dabei – „auch hier greifen wir auf einen Stamm zurück, der immer mitmacht“, sagt Hackenberg. Immerhin kosten die Formationen den KVD nicht wenig Geld, da müsse man sich auch sicher sein, dass die Kapellen fleißig für die musikalische Untermalung des bunten Treibens sorgen.

Etwa jede siebte Gruppe macht also Musik, wobei sich das am Anfang und Ende des Zuges leicht bündelt. „Es ist ja immer schön, wenn Elferrat und Prinzengarde musikalisch eingerahmt sind“, begründet Hackenberg dies.

Rund 30 000 Zuschauer sahen den Umzug letztes Jahr

Der Zugmarschall passt außerdem darauf auf, „dass innerhalb von acht bis zehn hintereinander laufenden Gruppen keine ähnlichen Kostüme präsentiert werden“. Das sei manchmal gar nicht so einfach, „als vor einigen Jahren der Film ,Fluch der Karibik’ herauskam, hatten wir beispielsweise ohne Ende Gruppen, die Piraten dargestellt haben“, so Hackenberg. In diesem Jahr gebe es viele Gruppen, die Eis, Schnee oder Winter als Kostüm gewählt hätten.

All diese Maßnahmen der Zugorganisation sollen die hohe Qualität des Zuges, von der der KVD nicht ein Jota abweichen will, sichern. Nicht umsonst seien nach Schätzungen auch 2009 wieder 30 000 Zuschauer an der Strecke gewesen, wie Hackenberg sagt.

Umzugsstrecke wird zum Teil umgelenkt

Die müssen sich in diesem Jahr teilweise umstellen – zumindest sofern sie normalerweise in der Ringstraße stehen. Dort wird der Zug wegen der Baustelle an der Kreuzung Schießmauer/Ketteler Straße/Ringstraße in diesem Jahr nicht durchgehen. Zwar schade, weil gerade in der Ringstraße nach Aussage Hackenbergs viele alteingesessene Zuschauergruppen stünden, aber letztlich nicht dramatisch.

200 Meter kürzer wird der Zugweg dadurch, der nach dem Passieren des Restaurants „Kleine Glocke“ diesmal nicht nach rechts abbiegt, sondern weiter geradeaus gen „Spieß-Kreuzung“ verläuft. Dort biegt der Zug dann nach rechts ab – während aus der Aschaffenburger Straße andere Narren schon wieder entgegenkommen, die zuvor aus dem östlichen Stück der Ringstraße, das im Zugweg im Gegensatz zum westlichen erhalten bleibt, herausströmen. „Das wird bestimmt interessant, wenn sich der Umzug dort begegnet“, meint Hackenberg voller Vorfreude. Platz genug zum Passieren sei auf jeden Fall vorhanden.

Gute „Zug-Disziplin“ trägt zum Erfolg bei

Ansonsten sei man erneut darauf bedacht, dass der Zug mit seinen rund 3 000 mitgehenden und mitfahrenden Narren möglichst flüssig verlaufe und keine allzu großen Lücken entstehen. Da habe man konstruktive Gespräche mit den Gruppen geführt, die in der „Zug-Disziplin“ zuletzt negativ aufgefallen waren. Beim leidigen Thema Brezelverkäufer soll laut Zugmarschall Rainer Hackenberg die Stadt Dieburg die Verkäufer darüber informieren, dass diese einen festen Standplatz einzunehmen hätten.

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