Unterricht auf dem Schulhof

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Die ungewöhnlichen Unterrichtsräume wurden diese Woche auf den Schulhof der Goetheschule gehievt.

Dieburg (db) ‐ Wenn am Montag die Winterferien ihr Ende gefunden haben, müssen sich einige Klassen der Goetheschule auf einen kleinen Tapetenwechsel einstellen. Aufgrund umfassender Grundsanierungsarbeiten im Südtrakt werden acht Klassen der Jahrgangsstufen sechs bis neun in acht Container umziehen.

Der Landkreis als Träger hat vor, der Schule ein völlig neues Innenleben zu geben. Neben der Verlegung neuer Wasserrohrleitungen, Elektro- und Breitbandverkabelung, bekommen die Klassenräume zudem neue Deckenböden, lediglich die Fenster bleiben die alten. Um in den Räumen eine bessere und für den Unterricht angenehmere Akustik zu erhalten, werden zum Teil sogar ganze Wände versetzt. In den Fachräumen der Physik und Chemie, werden, neben Geräten und Modellen, außerdem neue Arbeitsflächen, Gas- und Wasserhähne installiert.

Schulgebäude wird zur Baustelle

Das Gebäude selbst, das noch aus den Fünfziger Jahren stammt - es war damals Berufsschule - entspricht nicht mehr den modernen Unterrichtsanforderungen einer Gesamtschule. „Neben dem Mobiliar für Kollegium und Schüler werden die Klassenräume außerdem mit multimedialen Tafeln ausgestattet, so genannten Whiteboards“, erklärt Schulleiterin Annegret Schnitzke-Haas. Die Handwerkerarbeiten sollen Mitte der nächsten Woche schon beginnen und werden das Schulgebäude in eine Baustelle verwandeln. „Die Klassen im direkten Umfeld der Arbeiten werden in den momentan aufgestellten Containern unterrichtet“, ergänzt die Schulleiterin. Und das bis Juni nächsten Jahres, so lange veranschlage der Eigenbetrieb für Gebäude- und Umweltmanagement des Landkreises (Da-Di-Werk) die Bauzeit.

Die acht Provisorien sind jeweils rund 55 Quadratmeter groß, was in etwa auch einem herkömmlichen Klassenraum entspreche. Ganz wichtig: Alle Container haben Wasser- und Stromanschlüsse und sind mit Heizkörpern ausgestattet, was gerade bei den aktuellen Witterungsbedingungen unabdingbar sei. „Man kann zwar keinen Schulball dort drinnen aufführen, dafür aber qualitativen, störungsfreien Unterricht“, weiß Schnitzke-Haas.

Mehr noch: Unter den Schülern herrsche rege Spannung, wie das nun sei, bis zum nächsten Schuljahr in diesen Containern Unterricht zu haben. Schon vor den Ferien wurden die betroffenen Schüler auf den bevorstehenden Umzug vorbereitet.

Torbogen verhindert direkte Anlieferung

Eigentlich müssten noch drei weitere Klassen ausgegliedert werden. Aber hier wurde eine andere Lösung gefunden: Sie werden während der Bauzeit in diversen Fachräumen (Textilraum, Hausaufgabenbetreuung) unterrichtet.

Die Container selbst, die sich in 32 Zellen unterteilen, wurden bereits am Dienstag angeliefert. Die Transportfirma musste allerdings eine kleine Hürde überwinden, um ihre Fracht überhaupt auf dem Schulhof abladen zu können. Der kleine denkmalgeschützte Torbogen verhinderte für die Anlieferer den direkten Zugang. Daher musste extra ein Kranwagen bestellt werden, der die einzelnen Zellen behutsam über den Torbogen manövrierte.

Mit dem Abschluss der Baumaßnahmen im dreigeschossigen Hauptgebäude, enden dann auch die Sanierungsarbeiten der gesamten Schule.

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