Ziel: Kloster in Dieburg leben lassen

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Erst vor einiger Zeit ist der Klostergarten nach Motiven des Sonnengesang des Heiligen Franziskus umgestaltet worden. Dass die Kapuziner Ende November adieu sagen, wollen viele Dieburger nicht akzeptieren.

Dieburg - Dass das Kapuzinerkloster Ende November schließen soll, will vielen Dieburgern nicht in den Kopf – hat es doch viele Jahre zum Leben in der Stadt gehört. Von Lisa Hager

Die Dieburger Brüder Carl-Joseph und Heinz-Werner Stauß kämpfen jetzt mit Unterschriftenlisten, die in verschiedenen Geschäften ausliegen, für den Erhalt. Der Brief mit den Listen geht an Pater Provinzial Christophorus Goedereis und Bischof Karl Kardinal Lehmann in Mainz.

Zunächst wird den Kapuzinern in dem Brief für die Jahrzehnte lange seelsorgerische Arbeit im Kloster Dieburg gedankt. „Dass uns die Kapuziner in Dieburg laut Beschluss vom 27. Januar 2012 nun verlassen sollen, ist für uns Gläubige eine unerträgliche Situation“, schreiben die Initiatoren der Unterschriftenaktion. Und: „Viele von uns sind mit den Brüder persönlich bekannt und auf eine ganz besondere Art und Weise mit dem Kloster verbunden.“

Man müsse die vielen Helfer erwähnen, die sich um die Arbeiten rund um und in dem Kloster engagierten. Weiterhin seien viele Gläubige bei der Gestaltung des Gottesdienstes tätig, wobei auch die örtlichen Vereine das Kloster aktiv unterstützen, heißt es weiter.

„Viele von uns haben schon ihren Dienst in der Kirche als Messdiener verrichtet. Und so ist es auch heute noch mit der nachfolgenden Generation, die ihr Amt zurzeit als Messdiener ausübt. Was passiert mit diesen jungen Menschen und wie werden die Älteren von uns mit der Situation ohne die Kapuziner zurecht kommen?“, wird in dem Brief gefragt. Viele von ihnen besuchten täglich die Frühmessen, das Rosenkranz- gebet und die Vesper.

„In Dieburg wird ein großer Teil der Seelsorge auf der Strecke bleiben“, sind sich die Brüder Stauß sicher. „Was ist beispielsweise mit den Obdachlosen, die sich an der Pforte eine warme Mahlzeit abholen konnten?“ Zu bedenken geben sie auch, dass Dieburg ein Wallfahrtsort ist und jährlich viele Pilger das Gnadenbild der Muttergottes und die Kapuzinerkirche besuchen. All diesen Menschen würden die Gespräche, der Rat und die Hilfsbereitschaft der Brüder im Kloster fehlen.

Auch Bischof für Verbleib der Kapuziner

Vor noch nicht allzu langer Zeit sei ein Franziskusgarten angelegt worden, der in der Öffentlichkeit großen Anklang gefunden habe, führen sie ins Feld. Weiter würden im Kloster viele Veranstaltungen stattfinden, die von den Gläubigen gut angenommen würden. „Erst vor kurzem fand erstmals ein Messdiendertreffen statt, an dem 70 Personen teilnahmen, es war ein voller Erfolg“, heißt es in dem Schreiben.

Und weiter: „Unser christlicher Glaube wird durch das Kloster und die Brüder lebendig, er ist greifbar und authentisch. Die sonntägliche Eucharistiefeier gibt uns Halt und Hoffnung. Wir als Gemeinde schöpfen immer wieder neu Kraft für die bevorstehenden Aufgaben. Wir müssen den Glauben an unsere Kinder weitergeben und in die Welt hinaustragen, dafür brauchen wir das Kloster und die Unterstützung der Brüder.“ Das könne aber nur passieren, wenn man eine lebendige Gemeinde bleibe, sich sich in alle Winde zerstreue.

„Unsere Bitte geht dahin, eine Möglichkeit zu finden, den Fortbestand des Klosters in Dieburg doch noch zu sichern“, ist das Fazit des Briefes. „Wir sind alle sehr traurig über die Entscheidung, aber wir beten und hoffen immer noch, dass es nicht soweit kommt.“

Auch Bischof Karl Kardinal Lehmann würde das Verbleiben der Kapuziner in Dieburg begrüßen, habe eine schriftliche Anfrage in Mainz ergeben. Und wie man an der Unterschriftenliste sehen könne, reiche das Einzugsgebiet des Klosters in Dieburg vom Odenwald bis vor die Tore Frankfurts, schreiben die Brüder Stauß. Deshalb bitte man noch einmal um wohlwollende Prüfung der bereits gefallenen Entscheidung.

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