Mit der Axt unterwegs

So brutal umgeschlagen wurden in der Nacht zum Dienstag drei Linden am Trapezteich im Schlossgarten. Fotos: Stadt Dieburg

Dieburg - Ein menschlicher Wirbelsturm ist über den Schlossgarten gefegt. Seine Opfer: drei Linden am Trapezteich, gepflanzt im Jahr 2000 und ein Mammutbaum (gepflanzt Herbst 2006) am Wasserlauf Richtung Festplatz. VonLisa Hager

Der Schaden: 2 000 Euro für den Mammutbaum, 3 000 Euro für die Linden.

Dirke George vom städtischen Betriebshof, der jeden Baum im Schlossgarten persönlich kennt und mit gepflanzt hat, ist fassungslos. „Die Wunde, die gerissen wurde, wird bleiben, denn wie soll man eine Lücke in einer Allee ersetzen?“, fragt er sich. Jede Nachpflanzung wird unübersehbar bleiben und dies noch in Jahrzehnten. Die neuen Bäumchen müssen erst einmal zum Anwachsen gebracht und mit einem Schnitt nach barockem Vorbild versorgt werden.

Auch ein stattlicher Mammutbaum fiel dem Täter zum Opfer. Foto: p

„Hier hatte jemand mit immenser Wut und krimineller Energie einen Plan“, meint Ulrike Posselt von der Stadtkommunikation. Zu Hause mus der Täter seine Axt geschärft und sich dann damit auf in den Schlossgarten gemacht haben. In der Nacht zu Dienstag hat er dann ausgeholt und zugeschlagen. Da die Bäume relativ weit oben abgeschlagen wurden, sei davon auszugehen, dass der Täter eine stattliche Körpergröße hat und über enorme Kraft verfügt.

Stadt sucht Zeugen

Die Stadt Dieburg hat jedenfalls Anzeige erstattet und bitte eventuelle Zeugen von merkwürdigen Vorgängen in der fraglichen Nacht um entsprechende Hinweise. „Möglicherweise hat ja auch ein Hundehalter auf seinem nächtlichen Rundgang etwas bemerkt“, meint Posselt.

Was neben dem erschreckenden Schaden an der Natur noch bleibt, ist ein ganz anderes mulmiges Gefühl, meint sie. Dieser Täter, der mit seiner Axt sehr brutal vorging, wäre möglicherweise auch noch zu ganz anderen Gewalttätigkeiten in der Lage gewesen.

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