Bis die Ventile einfrieren…

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Da muss man aufpassen, dass die Lippen nicht kleben bleiben: Die Musiker trotzen der Kälte beim Turmblasen auf dem Balkon der Pfarrkirche.

Dieburg - „Diese Kälte stellt uns heute vor eine große Herausforderung“, sagt Dr. Franz Hock, Vorsitzender des Musikvereins St. Peter und Paul. „Durch den Atem, den wir in die Musikinstrumente hauchen, frieren die Ventile zu“, erklärt er. Von Verena Scholze

Bereits am Morgen beim adventlichen Musizieren in der Fußgängerzone und auf dem Marktplatz hatten die Musiker mit der Witterung zu kämpfen. So konnten die Bläser beim morgendlichen „Warmspielen“  nur einen Teil ihres Repertoires präsentieren. „Meine Klarinette war eingefroren, die Ventile ließen sich nicht mehr bewegen“, sagt Hock. „Zuhause musste ich sie erst einmal liegen lassen bis sie wieder aufgetaut war“, berichtet er schmunzelnd. Um der Kälte vorzubeugen, hatte der Musikverein wie im letzten Jahr Heizstrahler auf dem Balkon der Kirche aufgestellt. Diese spendeten etwas Wärme, bei Temperaturen um die zwölf Grad minus war da allerdings wenig auszurichten.

Vorletzter Auftritt im Jubiläumsjahr

Wir dürfen nicht so lange Pausen machen, sondern müssen weiterspielen“, sagt ein Musiker während der Begrüßungsansprache von Pfarrer Alexander Vogl, und reibt seine Trompete, um sie warm zu halten. Dick vermummt mit Handschuhen stehen die Musiker auf dem Balkon und geben ihr Bestes. Unter der Leitung von Guido Obmann erklingen weihnachtliche Lieder und spezielle Stücke zum Turmblasen. „Wir spielen, solange die Instrumente mitmachen“, erklären die Musiker.

Unser Auftritt hat bereits Tradition, er findet bereits seit über zehn Jahren statt“, sagt Hock, „und zwar immer am Samstag vor dem vierten Advent.“ Dieses Jahr allerdings mit einer zeitlichen Verschiebung, da der Gottesdienst in St. Wolfgang stattfand. Die Besucher ließen sich weder durch Witterung noch Anmarsch abhalten und fanden sich zahlreich vor der Kirche ein. „Wir wärmen uns mit Glühwein von innen und außen“, sagt Richard Schober und schließt seine Hände um die Tasse.

Das Turmblasen ist der vorletzte Auftritt des Musikvereins in seinem Jubiläumsjahr. „Am zweiten Feiertag spielen wir dann noch mal zum Weihnachtsgottesdienst in der Pfarrkirche“, so Hock.

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