Viel Betrieb am „politischen Dienstag“

Straßensperrung und Demos zum Besuch von Kanzlerin Merkel in Dieburg

Dieburg - Die hohe Politik ist zu Gast im Städtchen: Am Dienstag, 23. Oktober, treten hochrangige Politiker auf, und es gibt zwei Demonstrationen. Die Eintrittskarten für den Besuch der Kanzlerin in der Römerhalle sind bereits alle weg. Von Jens Dörr

Der 23. Oktober wirft in Dieburg seine Schatten voraus: An diesem wahrhaft „politischen Dienstag“ wenige Tage vor der hessischen Landtagswahl geben sich deutsche Spitzenpolitiker in der 15.000-Einwohner-Stadt die Klinke in die Hand. Hinzu kommen zwei Demonstrationen mit Folgen für die Verkehrsführung.

Höhepunkt des Tages ist zweifelsfrei der Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die gegen 19 Uhr in der Römerhalle erwartet wird. Dort steigt ab 18 Uhr eine CDU-Wahlkampf-Veranstaltung des Groß-Zimmerners Manfred Pentz, der sein Direktmandat im Wahlkreis verteidigen will.

Pentz hat dafür kräftig mobil gemacht: Neben Merkel werden auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier und Bundes-CDU-Generalsekretätin Annegret Kramp-Karrenbauer Unterstützung im Kampf um die Wählerstimmen leisten.

Dann werden 660 Zuhörer im großen Saal der Dieburger Stadthalle insbesondere Merkels Worten gespannt lauschen. Die Vergabe der kostenlosen Tickets – neben einem Kontingent für die Gästeliste wurde der Großteil über eine spezielle „Die-Kanzlerin-kommt“-Website unters Volk gebracht – ist inzwischen abgeschlossen und wurde anders durchgeführt als von Pentz angekündigt. Zunächst hatte Pentz gesagt, über den Start der Ticketvergabe werde vorab via Presse und Plakate informiert.

Nach dem ersten Presseartikel über den Merkel-Besuch hätten aber so viele Menschen direkt angefragt – allein bei seinem Büro seien 100 E-Mails mit Ticketanfragen eingelaufen –, dass man diese Interessenten direkt auf die Website verwiesen habe. Wegen der großen Aufmerksamkeit, die bereits der erste Presseartikel nach sich gezogen habe, verzichte man nun auch ganz aufs Plakatieren.

Die Ticketvergabe sei letztlich aber Sache der Bundes-CDU gewesen, stellt Pentz heraus und bedauerte zugleich, dass nicht alle Anfragen erfüllt werden konnten. Er habe die Veranstaltung ursprünglich ja in der Groß-Zimmerner Mehrzweckhalle, wo man mehr Zuhörer hätte unterbringen können, durchführen wollen. Das sei aus Sicherheitsgründen – wegen der beengten Gassensituation ringsherum – aber verworfen worden. Binnen eines Tages waren die frei verfügbaren Karten nach Öffnung der Anmeldung weg.

Diejenigen, die Tickets nachfragten – pro Anfrage waren maximal zwei Karten zu haben –, mussten dabei aus Sicherheitsgründen unter anderem ihre Personalausweis-Nummer angeben und müssen den Ausweis am 23. Oktober auch dabei haben. Jene, die kein Ticket bekommen haben, können aber womöglich vor der Halle ein paar Blicke auf die wohl mächtigste Frau der Welt erhaschen.

Wie Merkel genau anreist, wisse man selbst im Dieburger Rathaus noch nicht, sagt derweil Bürgermeister Frank Haus (früher CDU, inzwischen parteilos). Er betont aber, Merkel werde rein als Wahlkämpferin kommen und auch nur die Veranstaltung in der Römerhalle absolvieren.

Zuletzt hatte es Gerüchte gegeben, Merkel werde auch die Dieburger Wallfahrtskirche wenige Meter unweit der Römerhalle besichtigen. Auch ein Eintrag ins Goldene Buch der Stadt sei bisher nicht geplant. Er selbst werde lediglich als interessierter Besucher dabei sein, so Haus, der nicht qua Amt eingeladen wurde.

Besonders in die Sache involviert gewesen sei man auf der Stadtverwaltung bisher nicht nur als Vermieter der Römerhalle, sondern auch durch eine Teilnahme des Ordnungsamts an Gesprächen mit BKA, LKA und Polizei.

Merkel sagt Libanon weitere Hilfen in Flüchtlingskrise zu

Kanzlerin Merkel besucht in Beirut eine Schule, wo einheimische und Flüchtlingskinder im Schichtbetrieb unterrichtet werden. Foto: Hussein Malla/AP
Der libanesische Ministerpräsident Saad Hariri empfängt Kanzlerin Angela Merkel in Beirut. Foto: Dalati & Nohra/Official Government Photographer
Bundeskanzlerin Angela Merkel wird in Beirut vom libanesischen Ministerpräsidenten Saad Hariri begrüßt. Foto: Hussein Malla/AP
Die Maschine der Bundeskanzlerin ist in Beirut gelandet. Foto: Kay Nietfeld
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Zudem wurden im Dieburger Rathaus zwei Demonstrationen angemeldet: Die AfD hat eine Demo für den Zeitraum 16 bis 20 Uhr angekündigt – hierfür ist die Straße Hinter der Schießmauer vorgesehen. Zunächst meldete die AfD eine Demo mit rund 1000 Teilnehmern an; inzwischen hat sie die erwartete Zahl der Demonstranten dem Bürgermeister zufolge auf 500 reduziert.

Zeitgleich zur AfD in der Straße Hinter der Schießmauer wird in der parallel verlaufenden Zentturmstraße der DGB (17 bis 20 Uhr, Teilnehmerzahl noch unklar) demonstrieren. Räumlich könnten sich die Demonstranten beider Veranstaltungen vor allem an der Römerhalle und an der Fußgänger-Brücke, die die beiden Straßen verbindet, nahe kommen.

Womöglich schließen sich der Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes auch noch einige Leute an, die vorher ab 15 Uhr die Wahlkampf-Veranstaltung der Linken auf dem Dieburger Marktplatz verfolgen: Dort werden Bundestags-Fraktionschef Dietmar Bartsch sowie Spitzenkandidat Jan Schalauske den Wahlkreis-Direktkandidaten Tim Dreyer mit ihren Worten unterstützen.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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