Neujahrsansprache

Viel Lob für engagierte Bürger

Wohlklang aus der Modern Music School: Sängerin Jara Schubert und Pianistin Johanna Schubert. Fotos: dörr

Bürgermeister Frank Haus hat in seiner Neujahrsansprache gute Worte für zahlreiche Dieburger übrig. Der Klimawandel sei derweil auch in der Gersprenzstadt spürbar. Dafür hat Haus ein Beispiel parat.

Dieburg – Vor 400 Gästen in der Römerhalle hat Bürgermeister Frank Haus (parteilos) in seiner Ansprache beim städtischen Neujahrsempfang den Bogen von der Weltpolitik bis nach Dieburg gespannt. Mit Blick auf die Gersprenzstadt griff er allerdings keine politischen Projekte auf, sondern widmete sich dem lokalen Engagement der Bürger. Und das ist enorm vielfältig.

Haus fielen „beim Brainstorming in nur zehn Minuten“ so viele gute Menschen aus Dieburg ein, die sich –meist ehrenamtlich – um das Zusammenleben und den Zusammenhalt in der Stadt bemühten, dass er im Stakkato durch seine Aufzählung jagte. Dem Bürgermeister kamen da am Sonntag die Dieburger Vereine und Kirchengemeinden in den Sinn, der Eine-Welt-Verein, die Tafel, der Energiebürgertisch. Aber auch die Ahmadiyya-Gemeinde, die am Neujahrsmorgen in der Innenstadt Silvester-Hinterlassenschaften beseitigt habe, eine Rathaus-Mitarbeiterin, die sich um verletzte Hunde und Katzen kümmere und „Menschen, die die Bewohner der Seniorenheime besuchen“. Nicht zu vergessen die mehr als 80 aktiven Feuerwehrleute der Stadt, hinter denen ein anstrengendes 2019 und vor denen ein festliches 2020 liegt. Auf ihr 150-jähriges Bestehen wies die Wehr beim Empfang mit einem Infostand im Foyer der Römerhalle hin.

Der Rathaus-Chef vergaß auch die Stadtverordneten nicht, die im vergangenen Jahr wieder etliche Abende für das Wohl Dieburgs geopfert hätten; er dachte sogar an die Moderatoren der Facebook-Gruppen zu Dieburg, die für die Einhaltung zumindest eines gewissen Diskussionsniveaus sorgten. Haus nannte zudem Bürger, die sich in der Hitze des vorigen Sommers zu Baumpaten gemacht und dem einen oder anderen Gewächs mit ihrer Wassergabe geholfen hätten.

Aufs Klima im ganz buchstäblichen Sinne war Haus schon zuvor in seinem Blick auf die welt- und innenpolitische Lage eingegangen. Neben dem Wunsch nach politischer Stabilität, einem Ende der Nullzinspolitik (unter der auch der Dieburger Immobilienmarkt leide) und einem Ende des „Wachstums um jeden Preis“ konstatierte er: „Die klimatischen Veränderungen haben wir in den letzten beiden Jahren auch in Dieburg gespürt.“ Der Stadtwald vertrockne, selbst uralte Buchen und Eichen hielten Hitze und Wassermangel immer öfter nicht mehr stand. „Auch unser Wolfgangsee ist nur noch eine Pfütze.“ Im Rathaus erschwerten im Sommer Temperaturen von mitunter mehr als 30 Grad das Arbeiten.

Mit diesen nachdenklichen Worten, einem Appell für pragmatische, effektive Klimapolitik sowie dem umfänglichen Lob für das bürgerschaftliche Engagement in Dieburg leitete Frank Haus zur Ehrung des „Dieburgers des Jahres“ (Alois Ostner, wir berichteten) über. Einmal mehr lockerten Talente der Modern Music School Dieburg den Neujahrsempfang mit einigen Liedern auf. Zu sehen und vor allem zu hören waren diesmal Pianistin Johanna Schubert sowie die Sängerinnen Jara Schubert, Luna Cankurtaran, Nele Seiler und Julia Vetter.

VON JENS DÖRR

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