JU-Flohmarkt zum zweiten und letzten Mal im Industriegebiet / Tausende kamen zum Bummeln

Viele Verkäufer, wenig Einnahmen

Trödel aller Art ging am Samstag bei strahlendem Sonnenschein über die Flohmarkt-Tische.Fotos (2): Dörr

Dieburg - (jd)  „Diesmal verkaufe ich ganz schlecht“, sagt eine Dame, deren Sonnenschirm gerade auch noch umgefallen ist und die sich nun mit der kleinen Version für die Hand gegen die warmen Vormittagsstrahlen schützt. Vor allem sei es extrem, wie besonders ausländische Käufer handeln würden. „Dieses Oberteil meiner Tochter etwa hat mal 60 Euro gekostet.

Das kann ich doch jetzt nicht für einen Euro verscherbeln.“ Entsprechend bleibe sie auf ihren Waren sitzen. Auch nach dem Modell-LKW – noch original verpackt und für 15 Euro weit unter dem Normalpreis – habe erst ein Kunde gefragt. Dabei geht es schon auf 11 Uhr zu, ab 12 macht sich meistens Aufbruchsstimmung breit.

Auf den meisten Dingen wird die Dame wohl sitzen bleiben. „Und das, was ich bislang eingenommen habe, muss ich gleich für die Standgebühr bezahlen.“

Damit deutet sie auf Bernhard Berz und seinen Cousin Jochen Berz, die sich gerade dem Stand nähern, um die Miete und die Müllkaution zu kassieren. Bernhard Berz ist der Vorsitzende der Jungen Union Dieburg, die den Flohmarkt traditionell Ende Mai und Ende August ausrichtet. Normalerweise im Schlossgarten, diesmal aber zum zweiten Mal in Folge im Dieburger Industriegebiet, dort, wo sich Dieselstraße und Nordring einander nähern. Berz und die JU können derweil nichts dafür, dass auch andere Flohmarkt-Händler darüber klagen, schlechter als sonst zu verkaufen. Der CDU-Nachwuchs hat den Markt wie immer einwandfrei organisiert, die Anfahrt deutlich beschildert, sich rechtzeitig mit der Stadt abgestimmt. Parkplätze sind ohnehin genügend vorhanden, das Anliefern des Trödels ist sogar einfacher als im Schlossgarten. „Wir haben rund 250 verschiedene Beschicker, ein toller Wert“, sagt Berz zufrieden. Im August habe man exakt 136 gezählt. Der Rekord bei den Flohmärkten, die den überwiegenden Teil an der Finanzierung der JU-Veranstaltungen ausmachen, liege bei 300 Beschickern. Generell freut man sich darauf, im August wieder in den Schlossgarten gehen zu können – dann auf den runderneuerten Festplatz. „Die Leute sagen, dass dort ein ganz anderes Flair herrscht“, so der JU-Vorsitzende.

Die für Dieburger weniger zentrale Lage im Industriegebiet scheint kaum jemanden vom Besuch abzuhalten: Tausende Menschen strömten am Samstag, um Gebrauchtes und oft Skurriles zu erwerben oder auch nur zu bummeln. Sehen und gesehen werden funktioniert auch im Industriegebiet.

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