Zwei Stelen aufgestellt

Vier Meter hohes Navi

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Eine der ersten beiden Piktogrammstelen ist seit Dienstag auf dem Marktplatz gegenüber der Volksbank zu finden. Eva Rosenau und der Verein „Barrierefreies Dieburg“ haben sie zusammen mit Sponsoren bezahlt, Helmut Schelter hat sie gestaltet und hergestellt. Ebenfalls auf dem Foto: ein Mitarbeiter des Dieburger Bauhofs, der die Stelen mit einem Kollegen montiert hat.

Dieburg - Der Verein „Barrierefreies Dieburg“ hat in Zusammenarbeit mit dem Dieburger Atelier für Schrift & Form sein Vorhaben in die Tat umgesetzt, mittels Symbolen und ganz ohne Buchstaben künftig jedermann den Weg zu wichtigen Anlaufstellen der Stadt zu erleichtern. Von Jens Dörr 

Am Dienstagmorgen stellte der städtische Bauhof zwei Stelen mit jeweils 37 Piktogrammen auf dem Marktplatz sowie dem Leer-Parkplatz auf. Weitere sollen folgen, sobald die Finanzierung steht. „Es ist einfach toll, dass man auch die abgebildeten Gebäude gut erkennen kann“, freute sich Eva Rosenau über das Werk von Atelier-Inhaber Helmut Schelter. Der hatte – auch um beim Urheberrecht auf der sicheren Seite zu sein – individuelle Darstellungen entworfen, die etwa das Dieburger Rathaus oder das Jugendcafé abbilden. Andere Anlaufstellen wurden im übertragenen Sinne nicht minder deutlich gemacht: So weisen etwa ein Mann mit Rollator und eine Frau mit Gehstock in Verbindung mit einem weißen Pfeil vor Signalrot als Hintergrund in Richtung Haus Priska. Das Jugendcafé ist die einzige Darstellung, in der mit den vier Lettern „JUCA“ auch Buchstaben eingearbeitet sind. Vor der Abbildung der fürs Dieburger Jugendcafé typischen Gebäudeform sind vier offensichtlich junge Menschen und ein Fahrrad abgebildet und eine Kaffeetasse wurde ins Gebäude eingearbeitet – deutlicher geht es kaum. Die Schulen, das Landratsamt, die Stadtbücherei und das Amtsgericht sind nur einige der weiteren markanten und wichtigen Dieburger Orte, die dargestellt sind.

Mit den Piktogramm-Stelen will der Verein „Barrierefreies Dieburg“ insbesondere jenen die Orientierung erleichtern, die nicht lesen können oder der deutschen Sprache nicht oder nur schlecht mächtig sind (und damit zugleich auch Probleme hätten, wenn sie Passanten nach dem Weg fragen wollten).

Rosenau und der Verein, die schon für die Finanzierung und Bereitstellung von mehr als 50 Funkklingeln an Dieburger Geschäften sowie ein halbes Dutzend Rampen bei schwierigen Ladenzugängen gesorgt haben und sich zudem bei der Entwicklung des „Aktionsplans für Dieburg“ (Umsetzung der EU-Behindertenrechts-Konvention auf lokaler Ebene) einbringen, haben pro Stele rund 2000 Euro aufgebracht.

Mit der Sparkasse Dieburg sowie Fraport, die am Fuße der Stelen auch genannt sind, fand „Barrierefreies Dieburg“ die ersten beiden Sponsoren, die jeweils einen Teil davon übernahmen. Technisch gesehen sind die Stelen 3,80 Meter hoch. „Es handelt sich um eine verzinkte Stahlkonstruktion, die mit Aluminium verblendet ist“, erläuterte Designer Helmut Schelter.

Die Piktogramme bestehen aus klarem Polycarbonat, sind hinterdruckt und hinterlegt mit nicht ablösbarem Permanentkleber. Der Bauhof der Stadt hat sie einbetoniert und montiert. Pro Stele sind 37 Piktogramme (auf den vier Seiten teils die gleichen) und acht Pfeile zu sehen.

Im Optimalfall sollen den ersten Piktogrammstelen noch vier weitere folgen, sagte Rosenau am Dienstag. „Überall dort, wo viele Menschen in Dieburg ankommen.“ Weitere denkbare Standorte sind etwa der Bahnhof und der Parkplatz an der Römerhalle.

Fürs kommende Jahr hat der Verein „Barrierefreies Dieburg“ darüber hinaus ein anderes Schwerpunktthema ins Auge gefasst: den ruhenden Verkehr. Gerade weit auf die Gehwege geparkte Autos erschweren es Menschen im Rollstuhl, mit Rollatoren, aber auch mit Kinderwagen an so einigen Stellen in der Stadt, auf dem Bürgersteig zu bleiben und voranzukommen.

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