Landrat Schellhaas erläutert Pläne für Feuerwehr 

Neubau einer gemeinsamen Leitstelle mit Dieburg geplant

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Der Komplex aus Leitstelle, DRK und Freiwilliger Feuerwehr könnte in einem modernen Stützpunkt zusammengefasst werden. Derzeit wird ausgelotet, ob eine Zusammenarbeit zwischen Stadt Dieburg und Landkreis sinnvoll ist und welche Synergie-Effekte es geben könnte.

DIEBURG - Der Landkreis plant einige Maßnahmen, die mit der Dieburger Feuerwehr in Zusammenhang stehen. Die Kooperation von Stadt und Kreis eröffnet Synergie-Effekte. Wie die aussehen könnten, erläuterte Kreis-Chef Klaus Peter Schellhaas. Von Stefan Scharkopf 

Was wird aus der Dieburger Leitstelle? Was aus dem sanierungsbedürftigen Gebäude der Feuerwehr? Fragen, die in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses angeschnitten wurden. Endgültige Antworten gab es nicht – die wurden aber auch gar nicht erwartet. Vielmehr interessierte die Ausschussmitglieder, was Darmstadt-Dieburgs Landrat Klaus Peter Schellhaas (SPD), den Parlamentschef Dr. Harald Schöning zur Sitzung eingeladen hatte, zu den Plänen des Kreises zu sagen hatte.

Denn der Kreis liebäugelt mit der Umsetzung einiger Maßnahmen, die mit der Dieburger Feuerwehr in Zusammenhang stehen. Zu beleuchten galt es, ob die Möglichkeit eines gemeinsamen Bauvorhabens mit der Stadt Dieburg besteht. Schellhaas blieb natürlich nicht verborgen, dass die Heimstatt der Dieburger Floriansjünger marode ist.

Aus Sicht des Kreises sind vier Punkte bedeutsam. Ganz oben auf der Liste steht die Atemschutzstrecke, die besonders der zu wiederholenden Belastungsübungen und der Ausbildung von Atemschutzgeräteträgern dient. Die Anlage ist in die Jahre gekommen und dürfte die nächste technische Abnahme durch den Prüfdienst des Landes nicht mehr überstehen. „Hier haben wir einen Handlungszwang“, so Schellhaas. Die Strecke gehört der Stadt, die Verantwortung für einen Neubau liegt aber in der Hoheit des Kreises. Ist das Ende der Anlage auch absehbar, besteht dennoch kein hoher zeitlicher Druck. Es dürfte ein Übergangszeitraum eingeräumt werden. Schellhaas: „Handlungsbedarf besteht in zwei bis drei Jahren.“

Zweiter Punkt ist der angestrebte und im Entwicklungsplan des Kreises aufgeführte Bau eines Ausbildungszentrums, das zentralisiert werden soll. Dieburg bietet sich als Standort geradezu an.

Zum Dritten: Seit Jahresbeginn werden die Einsätze der Rettungsdienste im Kreis über die Leitstelle in Dieburg abgewickelt, also auch die der Kommunen im westlichen Teil. Bislang wurden diese an die Leitstelle in Darmstadt weitergeleitet. Dadurch war viel Zeit verloren gegangen. Durch die Zentralisierung in Dieburg würden künftig nun 15 bis 30 Sekunden pro Anruf aus dem Westkreis gespart – bei Herzinfarkten, Schlaganfällen etc. ein klarer zeitlicher Vorteil für die Einsatzkräfte. „Im Bereich des Rettungsdiensts verschwindet die unsichtbare Mauer zwischen Ost- und Westkreis“, sagte Schellhaas.

In die Jahre gekommen ist zudem das Gebäude des DRK am Altstädter See 7, in dem auch das Amt für Katastrophenschutz untergebracht ist. Die Frage, die sich daraus ergibt: Soll das Amt bei Sanierung oder Neubau in Dieburg verbleiben? Aus Sicht des Kreis-Chefs auf jeden Fall. Die exponierte Lage der Stadt und die Tatsache, dass Teile der Kreisverwaltung hier ansässig sind, spreche dafür.

Großübung der Feuerwehr auf Fiege-Gelände

Da die Heimstatt der Feuerwehr ebenfalls sanierungsbedürftig ist, ergeben sich aus Sicht des Landrats Synergie-Effekte, wenn Stadt und Kreis ein gemeinsames Bauvorhaben anstreben. Die Frage des Standorts – im Gespräch ist etwa das Gelände zwischen der alten B26 und dem Toom-Baumarkt – sei jetzt zunächst mal nicht dringlich. Klar sei aber, dass das Geviert Altstädter See stadtplanerisch künftig besser genutzt werden könnte als bislang. „Aber die Zusammenarbeit ist zunächst nur ein Angebot“, so Schellhaas: Die Entscheidung liegt beim Stadtparlament.

Kein Thema mehr für die Bauausführung ist dagegen eine größere Lagerhalle für Material des Katastrophenschutzes. Der Kreis hat in Reinheim dafür eine größere Lagerhalle angemietet.

Dreh- und Angelpunkt für die weitere Debatte ist nun das noch ausstehende Raumbedarfskonzept der Dieburger Feuerwehr, an dem derzeit gefeilt wird. In etwa vier Wochen soll es vorliegen, so dass im März erneut im Ausschuss über die Thematik beraten werden kann.

Vor dem Hintergrund eines möglichen Neubaus an anderer Stelle gab Bürgermeister Dr. Werner Thomas (CDU) zu bedenken, dass der seitherige Standort als Option „nicht vernachlässigt werden“ dürfe. Denn der Abschreibungswert des in die Jahre gekommenen FFW-Gerätehauses betrage immer noch rund 1,1 Millionen Euro. „Bei einem Abriss brauchen wir einen Gegenwert“, so Thomas.

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