Vier Zentner tote Fische

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Frustrierende Aufräumarbeiten für die Mitglieder des ASC Dieburg: Auch viele „dicke Brocken“ wie große Hechte, Karpfen oder dieser Wels gingen an der noch unbekannten Substanz im Wolfgangssee zugrunde.

Dieburg - Spaziergänger hatten Alarm geschlagen: Eine undefinierbare blaue Farbschicht hatte den Wolfgangssee bedeckt, etliche Fische trieben bäuchlings nach oben. Auch eine Gans lag tot am Ufer. Von Lisa Hager

Traurige Szenerie: Ein Angler sammelt die toten Fische mit dem Käscher ein. Fotos: ASC Dieburg

Das große Fischsterben an Dieburgs beliebtem Ausflugsziel traf die Mitglieder des Angelsportclubs, die das Gewässer gepachtet haben, völlig unerwartet. „Nach dem großen Fischsterben vor acht Jahren, das auf den sehr heißen und trockenen Sommer zurückging, dachten wir, das so etwas nicht wieder passiert“, sagt Vorsitzender Werner Binder. Der Unterschied zum aktuellen Fall, bei dem die Vereinsmitglieder in zwei großen Arbeitseinsätzen vier Zentner tote Fische in Müllsäcken bargen, die der Bauhof abtransportierte: Damals kippte der See wegen Sauerstoffmangels aus natürlichen Gründen um - jetzt aber muss ein Unbekannter Farbe oder eine andere noch nicht identifizierte chemische Substanz eingebracht haben. Die Umweltermittlungsgruppe der Polizei hat Proben entnommen, die derzeit noch untersucht werden. „So lange die Ergebnisse nicht feststehen, ist die Frage nach der Ursache reine Spekulation“, meint Binder.

Der Schaden für den Verein jedenfalls ist - abgesehen von den sonstigen ökologischen Folgen - jetzt schon immens. Unter den toten Flossenträgern waren viele Edelfische, beispielsweise 64 Kilo Hecht, ein teurer Speisefisch. Den Hauptanteil machen Brassen aus, aber auch ein großer Karpfen und mehrere Welse verendeten. Den Verlust schätzt Bender auf mindestens 1 000 Euro.

Mit Fischen neu besetzen kann der ASC den Wolfgangssee nicht gleich wieder. Auf jeden Fall wird man sowieso den Sommer vergehen lassen. Die Angler müssen außerdem abwarten, wie sich die Sauerstoffwerte des Wassers, die derzeit noch kritisch niedrig ist, entwickeln. Der Gewässerwart misst sie jetzt regelmäßig.

Die Polizei schließt nicht aus, dass es sich bei der unbekannten blauen Farbe um ein Algenvernichtungsmittel handelt, welches wider besseres Wissen gutgläubig von Unbekannten eingebracht wurde. Sie bittet dringend um sachdienliche Hinweise: Tel.: 06071/96560.

Quelle: op-online.de

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