Jahresabschlussübung Feuerwehr Dieburg

Vierzehn Verletzte geborgen

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Gemeinsam stark: Feuerwehrleute und Johanniter legen einen „Verletzten“ auf die Trage.

Dieburg - Wenn 45 Aktive der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) Dieburg und sieben Kräfte der Johanniter Unfall-Hilfe samt Einsatzfahrzeugen an einem Samstagnachmittag mit Blaulicht und Sirene das Firmengelände von Sauer & Sohn an den südwestlichen Toren der Stadt anfahren, so ist ihnen große Aufmerksamkeit gewiss. Von Jens Dörr

Eben so geschehen vorgestern: Passierende Rad- und PKW-Fahrer reckten neugierig die Hälse, ringsherum bildeten sich rasch erste Grüppchen Schaulustiger. Wer am Samstag bis dato schon unsere Zeitung gelesen hatte, wusste indes: Alles zum Glück nur ein Test. Die Jahresabschluss-Übung der FFW Dieburg fiel dem ersten Fazit von Übungsleiter Bernd Becker mit guten Leistungen der Kräfte aus. Nachdem die Dieburger 2011 auf dem Firmengelände von Stihl und 2012 in der Landrat-Gruber-Schule ihr Jahr mit größer angelegten Übungen beschlossen hatten, war Becker wie auch Stadtbrandinspektor Sven Weyrauch erfreut darüber, diesmal dank der Zusage von Peter Sauer wieder bei Sauer & Sohn proben zu dürfen. Vor vielen Jahren war man hier schon einmal übend im Einsatz gewesen. Sauer spendierte auch einen Imbiss für den späten Nachmittag, als sich die FFW im Feuerwehrhaus zu einer ersten Analyse traf. Zuvor allerdings hieß es anpacken. Das Szenario, unter anderem ausgearbeitet von Becker, sah einen Brand mit starker Rauchentwicklung in der Halle für Motoreninstandsetzung vor - ausgelöst etwa durch einen technischen Defekt. Tatsächlich gezündelt wurde jedoch nicht, zwei Nebelmaschinen sorgten für den „Rauch“.

„Wir haben diesmal die Menschenrettung in den Mittelpunkt der Übung gestellt“, erläuterte Becker. Eine Brandbekämpfung gab es nur andeutungsweise - geflutet wurde das Unternehmensgelände nicht. Ein wichtiger Punkt war dagegen die Zusammenarbeit mit den Johannitern. Sie konnten derweil erst in zweiter Instanz tätig werden: Nach dem Sirenenalarm um 14 Uhr waren die 45 Feuerwehrleute - allesamt 18 Jahre und älter, aus der Jugendwehr wirkten einige als Statisten mit und mimten Verletzte - binnen weniger Minuten auf dem Werksgelände. „Spätestens nach zehn Minuten müssen wir da sein“, so Becker. Nochmals 30 Minuten später hatten die mit Atemschutz-Gerät angetretenen Kräfte 14 „Arbeiter“ aus der stark „verrauchten“ Halle getragen oder geführt. Draußen übernahmen die Johanniter die Versorgung. „Das sah gut aus, was die Einsatzkräfte gemacht haben“, resümierte Becker, nachdem der erst Rettungspart bewältigt worden war. Man habe es in einer recht kurzen Zeit geschafft, die Verletzten zu bergen. Mit Bränden wie dem am Samstag simulierten hatten die Dieburger in diesem Jahr derweil eher weniger zu schaffen. „Wir hatten allerdings schlimme Unfälle auf der B26 und B45 und mussten einiges im Bereich technische Hilfeleistung tun“, schaute der Übungsleiter auf 2013 zurück. Das größte diesjährige Unwetter habe zu 45 gemeldeten Einsätze binnen drei Stunden geführt. Aushelfen musste man andernorts unter anderem bei einem Dachstuhl-Brand in Groß-Zimmern. Zu Zeiten der Elbeflut reisten zudem acht Mann zum Helfen nach Dresden. Das Jahr klingt für die FFW Dieburg - abgesehen von der ständigen Bereitschaft und den unvorhersehbaren weiteren Einsätzen - nun vorwiegend mit theoretischer Weiterbildung aus.

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