VivaDiva - 20 Jahre und es geht weiter

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Die Sängerinnen von VivaDiva bei ihrer wöchentlichen Chorprobe.

Dieburg - „Tststs“, lalala“ und „dididi“, tönen die hellen Stimmen durch den Saal. Hoch und runter klingen die Töne, laut und leise trällern die Sängerinnen vor sich hin. Alle Augenpaare sind auf einen Mann gerichtet, auf dessen Handzeichen genau geachtet wird. Von Verena Scholze

Gemeint sind die Damen des Chores VivaDiva und ihr Chorleiter Ralph Scheiner, die sich zu ihrer wöchentlichen Chorprobe im Ringerheim versammelt haben.

Bevor jedoch die vielen Stimmen in einem gemeinsamen Lied erschallen, stehen Atemübungen auf dem Programm. Es wird tief ein- und ausgeatmet, um das Atemvolumen zu vergrößern und das Zwerchfell dazu zu bringen, sich möglichst tief zu senken. Die anwesenden Damen sind hochkonzentriert bei der Sache. Zwischendurch bleibt jedoch immer noch Zeit für ein Späßchen und heitere Gelassenheit - kennt diese Gruppe sich doch bereits seit vielen Jahren.

Die Chorproben finden immer mittwochs von 20.30 bis 22 Uhr im Ringerheim statt. Für telefonische Auskünfte steht Stephanie Stiefler unter der Nummer 06071/823641 zur Verfügung.

Der Damenchor des Kellerschen Männer Gesangsvereins 1875 (KGMV), bekannt unter dem Namen VivaDiva feiert dieses Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass gab der Chor vor kurzem ein Jubiläumskonzert vor dem Schloss Fechenbach, das bei den Besuchern großen Anklang fand. Gegründet wurde der Chor im Herbst 1989. Monate vorher bereits hatten einige passive weibliche Mitgliedern die Idee, einen Frauenchor zu gründen und am 11. September war es dann soweit. Die Idee wurde vorgestellt und fand beim damaligen Vorsitzenden Werner Danz sofortigen Zuspruch. Bereits am selben Abend fand das erste Mal eine Chorprobe statt, zu der sich 22 Damen einfanden. Eines der ersten Lieder dieser Probe war „Memory“ aus dem Musical Cats, das auch heute noch ein fester Bestandteil des Repertoires ist. Bereits nach einem Jahr konnte der Verein einen Zuwachs verzeichnen und 52 aktive Mitglieder vorweisen.

Der Erfolg des Chores ließ nicht lange auf sich warten und so gaben die Sängerinnen das erste Konzert in St. Peter und Paul. „Der Chor hat von Anfang an englische Lieder gesungen“, berichtet Stephanie Stiefler, Chorspartenleiterin von VivaDiva.

„Dieburger Englisch“ kurz „Denglisch“

Da einige der Sängerinnen der englischen Sprache nicht besonders mächtig waren, hatte man eine gute Idee: Es wurde das sogenannte „Dieburger Englisch“ kurz „Denglisch“ entwickelt, bei dem der originale englische Text einer Dieburger „Lautschrift“ gegenüberstand. Mit dieser Hilfe lernte und sang der Chor professionell die Liedertexte und glänzte bei den Auftritten. „Auch heute greifen wir noch gern auf diese Methode zurück“, verrät Stiefler lächelnd und zeigt ein solches Textblatt.

Im Laufe der Jahre wuchs die Popularität des Chores und die Auftritte nahmen stetig zu. Nachdem man bis 1999 immer ein gemeinsames Konzertprogramm mit dem Männer- und Jugendchor hatte, fand endlich der erste alleinige Auftritt statt. Das angesetzte Gospelkonzert in St. Wolfgang fand so großen Zuspruch, dass für den folgenden Abend spontan ein Zusatzkonzert anberaumt werden musste. „Als ich den Chor damals hörte, wusste ich sofort, dass ich dort mitsingen möchte“, erzählt Stiefler. „Nicht nur der Gesang war etwas besonderes, auch die Art des Vortrags war anders als bei anderen Chören. Sie bewegten sich zur Musik und hatten kleine Tanzschritte einstudiert“.

Zum 125-jährigen Bestehen des KMGV im Jahr 2000 gab der Chor sein legendäres „Winterzauber“-Konzert in der FH-Aula. Neben der Musik stand auch die Show im Blickpunkt, in der verkleidete Tannenbäume Kuchen verkauften und ein Vereinsmitglied als Zuckerbäcker auftrat. „Diesen Spitznamen hat er bis heute beibehalten“, lächelt Stiefler.

Ein besonderes Erfolgserlebnis

Auch im darauffolgenden Jahr hatte der Chor ein besonderes Erlebnis. „Es kam eine Anfrage von den drei jungen Tenören“, berichtet Stiefler, „die mit uns gemeinsam auftreten wollten“. Und so standen die Sängerinnen des VivaDiva bei drei Auftritten in der Jahrhunderthalle Höchst und den Stadthallen von Michelstadt und Aschaffenburg mit den Sängern auf der Bühne.

Ich bin 2003 dem Chor beigetreten“, erzählt Stiefler und im selben Jahr wurde der „Frauenchor des Kellerschen Männergesangsvereins“ wie er damals noch hieß, in VivaDiva umbenannt. „Wir haben lange nach einem Namen und einer Identität gesucht“, so Stiefler und man einigte sich schließlich auf den heutigen Namen. Auch im Jahr 2006 standen große Veränderungen im Verein an. Werner Utmelleki, der als Gesamtchorleiter den Verein und VivaDiva von Anfang an leitete, gab nach 17 Jahren seinen Rücktritt bekannt. Ihm schlossen sich rund 20 Sängerinnen an, die im Verein zunächst eine Lücke hinterließen.

In die Fußstapfen Utmellekis trat als neuer Chorleiter des Männer- und Frauenchores Ralph Scheiner, ein Vollblutmusiker, der die Lücke schnell schließen und neuen Zuwachs gewinnen konnte. „Wir sind mit der Zusammenarbeit sehr zufrieden“, freut sich Stiefler. Von den Gründungsmitgliedern des Vereins sind heute immer noch acht Sängerinnen aktiv tätig. „Das jüngste Mitglied von VivaDiva ist 16 und die älteste Sängerin ist 75 Jahre alt“, berichtet Stiefler. Ein Zeichen für die gute Zusammenarbeit und den Spaß, den der Chor bietet.

Zwischendurch gibt es jedoch auch mal kleine Rückschläge und Wehmutstropfen zu verzeichnen. „Wir hatten ein Jahr lang das Musical die Räuber einstudiert“, erzählt Stiefler. „Leider kam es dann nicht zur Aufführung, sodass die harte Arbeit umsonst war“. Für das Jubiläumskonzert „Once again“ am Schloss Fechenbach hatten die Damen insgesamt fünf Monate Vorbereitungszeit, um die Lieder einzustudieren. Jetzt ist erst einmal eine kurze Ruhepause angesagt, bevor weitere Auftritte der Sängerinnen folgen. „20 Jahre – und es geht weiter“, freut sich Stiefler.

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