Voll Bewegung und Elan

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TVD-Vorsitzender Ulrich Bausch und mehr als 100 Gäste feierten das Jubiläum im Schloss Fechenbach.

Dieburg - „150 Jahre Geschichte des TV Dieburg - das sind 150 Jahre Erfolgsgeschichte.“ Dr. Harald Schöning, Dieburgs Stadtverordnetenvorsteher, hatte bei der Akademischen Feier des Turnvereins am Sonntag im Schloss Fechenbach das vielleicht markanteste Lob für den Jubilar übrig. Von Jens Dörr

Dieburgs größter Verein – er hat aktuell 2 170 Mitglieder – wird 2013 anderthalb Jahrhunderte alt (der DA berichtete mehrfach und berichtet in den kommenden Wochen anlässlich des Jubiläums verstärkt). Mehr als 100 Gäste aus Politik, Sportverbänden, Banken, Dieburger Vereinen und dem TVD selbst würdigten in Ansprachen und unter klaviermusikalischer Begleitung von Louisa Dreßler und Henrik Ruißinger das seit 1863 Erreichte.

Bürgermeister Dr Werner Thomas blickte sogar noch länger als 150 Jahre zurück: Vor 200 Jahren entstand auf der Berliner Hasenheide der erste Turnplatz in deutschen Gefilden. Dem Turnen sei seit jeher eigen geblieben, dass der Gedanke der Leibesertüchtigung oftmals den Wettbewerbsgedanken überwiege. „Turnen hat ein ganz anderes Prinzip“, verglich Thomas mit anderen Sportarten und erinnerte an den Antrieb von Turnvater Jahn.

Seit 90 Jahren Mitglied: Margarete Klein gestern bei der Feier „ihres“ Turnvereins.

Die Arbeit des TVD, größter Verein der Stadt, könne gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, sagte der Bürgermeister weiter. Schließlich opferten die Mitglieder und besonders ihre Führung ehrenamtlich große Teile ihrer Freizeit. Die hohe Zahl an Mitglieder, unter ihnen 1 000 unter 18 Jahren und damit jeder dritte Dieburger in diesem Alter, sei „ein Hinweis darauf, wie wichtig Ihre Arbeit von den Mitgliedern eingeschätzt wird“, richtete sich Thomas insbesondere an den aktuellen, kürzlich im Amt bestätigten Vorstand um Ulrich Bausch und dessen Stellvertreterin Karin Ruf. Thomas’ Wunsch: „Machen Sie bitte Ihre Arbeit munter weiter, denn sie ist wichtig!“

Wilhelm Reuscher, Dieburger Landtagsabgeordneter, sprach diesmal vielmehr als langjähriger Ex-Vorsitzender des Turnvereins. Er nannte etwa den Bau der TVD-Halle in den 60ern und sprach in diesem Zusammenhang von Weitsicht der damaligen Verantwortlichen. Das vernahm im Auditorium auch Margarete Klein, die zum Zeitpunkt des Hallenbaus schon vier Jahrzehnte dem TVD angehörte: Am 1. April 1923 eingetreten, ist sie seit der Weimarer Republik im Turnverein und damit nach Klaus Hecker (trat 1920 ein) die Person mit den meisten Mitgliedsjahren - in diesem Jahr sage und schreibe 90.

Jahn-Turnschild

Kreisdezernentin Rosemarie Lück fand - in Vertretung für den verhinderten Landrat Klaus Peter Schellhaas - besonders bemerkenswert, dass 37 Prozent aller Mitglieder unter 18, aber auch 22 Prozent über 60 Jahre alt seien. Lothar Ohl, Vize-Präsident des Hessischen Turnverbands, überreichte Ulrich Bausch das Jahn-Turnschild, das Vereine erst ab ihrem 150-jährigen Bestehen erhalten.

Ralf-Rainer Klatt, Vize-Präsident des Landessportbunds Hessen, sprach von der Bedeutung von „Sport und Bewegung im Hinblick auf die Gesundheit“ und damit auch auf die „Daseins-Vorsorge“. Der Griesheimer lobte die geschichtliche „Akzentuierung“ der Akademischen Feier durch eine Ausstellung mit acht Schautafeln. Sie trägt den Titel „Der Turnverein 1863 Dieburg e. V. im Spiegel der Zeit“. Das Konzept stammt von Gertrud Meyer-Sauerwein, mit ihr zusammen arbeiteten daran Helga Woodfin, Christa Stork, Karl-Friedrich Wagner, Marcel Schreiber und Ulrich Bausch. Die Schau wird auch am „Tag des Gesundheitssports in Dieburg“ (20. April), im TVD-Pavillon am Schlossgartenfest (5. bis 8. Juli) und im August im Rathaus zu sehen sein.

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