Verfahren

Vorwürfe gegen Bauhofleiter sind vom Tisch

Dieburg - „Die Vorwürfe gegen den Leiter des Dieburger Bauhofes sind vom Tisch“, verkündete am Montagabend Bürgermeister Dr. Werner Thomas mit sichtlicher Freude vor dem Parlament. Von Laura Hombach

Anfang des Jahres hatte die Kriminalpolizei Ermittlungen gegen den Dieburger Bauhof aufgenommen, nachdem sich ein saarländischer Unternehmer wegen krummer Geschäfte selbst angezeigt hatte. Zu den Kommunen, die der Unternehmer mit Werkzeug beliefert hatte, zählte auch Dieburg, weshalb der Leiter des Bauhofs ins Visier der Ermittler geriet.

Der saarländische Unternehmer hatte bei seinen Geschäften teils überhöhte, teils Rechnungen für gar nicht gelieferte Werkzeuge gestellt – eine so genannte Luftnummer. Abgezeichnet hatten die Rechnungen städtische Mitarbeiter, die im Gegenzug Sachleistungen oder Geldzahlungen erhielten. In Hessen wurden im Zuge der bundesweiten Ermittlungen in Wetzlar und Dieburg die Geschäftsbeziehungen zu dem saarländischen Unternehmer unter die Lupe genommen. In Wetzlar hatte sich der Verdacht gegen zwei Bedienstete des Tiefbauamtes schnell bestätigt: Bereits im Januar stand fest, dass ihre „Zusammenarbeit“ mit dem Werkzeuglieferanten der Stadt einen Schaden von 20.000 Euro eingetragen hatte.

„Geringe Schuld“

Nach langwierigen Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft nun dem Leiter des Dieburger Bauhofs gegen Auflagen eine Einstellung des Verfahrens wegen „geringer Schuld“ angeboten. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Saarbrücken, Thomas Reinhardt, bestätigte gestern auf Nachfrage unserer Zeitung, dass das Verfahren gegen den Leiter des Dieburger Bauhofs eingestellt würde, sobald die Auflagen erfüllt - sprich eine Überweisung eingegangen sei. Die Zahlung wegen „geringer Schuld“ muss der Bauhofleiter indes nicht wegen nachgewiesener krummer Geschäfte mit dem Unternehmer leisten, sondern wegen eines Laptops. Diesen hatte der städtische Bedienstete als Geschenk von dem Unternehmer erhalten.

Allein wegen der Annahme dieses Geschenks habe die Staatsanwaltschaft eine „geringe Schuld“ bei dem Bauhofleiter festgestellt, erklärte Reinhardt. Das unbedacht angenommene Laptop-Geschenk habe er den Kripobeamten gegenüber gleich am ersten Tag eingeräumt und das Gerät an die Beamten ausgehändigt, erklärt indes der Leiter des Bauhofs. Auch die Zahlung sei seit dem 30. Oktober auf dem Weg, versichert er. Es dürfte sich also nur noch um Tage handeln, bis in Folge des Geldeingangs das Verfahren eingestellt wird.

Bürgermeister Dr. Werner Thomas sieht sich durch diesen Ausgang der Ermittlungen in seinem Verhalten bestätigt. Er hatte sich bei Bekanntwerden des Verdachts hinter seinen Mitarbeiter gestellt.

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