„Wärmt Sonne alles gleich?“

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Welches Material leitet Wärme am besten? Diesen und anderen Fragestellungen konnten die Kinder der Kita St. Josef mit einfachen Experimenten auf den Grund gehen. Unterstützung hatten die Erzieherinnen dabei von naturwissenschaftlich interessierten Helfern.

Dieburg ‐ „Da verbrennt man sich den Popo“, weiß ein kleiner Forscher die Frage zu beantworten, was passiert, wenn man sich auf einen sonnenbeschienenen Metallstuhl setzt. Am Donnerstag wurden 32 Kinder der Kindertagesstätte St. Josef zu Wissenschaftlern, denn es war „Tag des kleinen Forschers“. Von Laura Hombach

Die Frage nach dem Metallstuhl wird den Kindern an der Experimentierstation „Was hält warm und was hält kühl?“ gestellt. Doch nicht Fragen, die die Kinder anhand ihrer eigenen Alltagserfahrungen beantworten können, sondern das Ausprobieren und Erfühlen steht an diesem Tag im Vordergrund.

Auch die Aussage mit dem Stuhl wird sogleich im Experiment getestet - allerdings schmerzliche Erfahrungen. Vielmehr werden mit Hilfe von Butter kleine Kneterbsen an verschiedenen Materialien befestigt. Die untere Hälfte der Metall- und Plastiklöffel, des Holzspatels und -stabes werden in heißes Wasser gestellt. Und siehe da: Tatsächlich löst sich die Butter am Metalllöffel in Windeseile auf und die Knetkugel plumpst ins Wasser.

Infrarotlampen dienen als „Ersatz-Sonne“

Auch bei der Frage, welches Material Wasser am besten warm hält, können die Kinder wieder eigene Erfahrungen sammeln. „Da fühlt man gar nichts, da ist es drinnen warm“, erklärt ein Mädchen, weshalb das in einen dicken Schal eingewickelte Glas heißes Wasser sich nur leicht warm anfühlt.

Um Wärme geht es auch an der Forschungsstation „Wärmt die Sonne alles gleich?“. Mangels echter Sonne sind hier kurzerhand zwei Infrarotlampen aufgebaut worden, die als alternative Wärmequelle dienen. So erfahren die Kinder, dass ein Finger, der in einem Trichter steckt, schneller warm wird als die anderen Finger, wenn man die Hand Richtung „Sonne“ streckt. Oder, dass ein kleiner Stein sich schneller erwärmt als ein großer und durch schwarzes Papier mehr Wärme dringt als durch Alu.

Beim Pusten Windstärken testen

Energie steckt überall“, so lautet der Leitgedanke des „Tags der kleinen Forscher“. Und so werden die Kinder an der Station mit der Fragestellung „Was ist eigentlich Wind?“ zu ihren eigenen Windmaschinen. Beim Pusten auf die eigene Hand können sie unterschiedliche „Windstärken“ testen. Mit einem Strohhalm wird Wasserfarbe auf einem Blatt Papier vom Atem verweht. Und schließlich kann man, mit einem dicken und dünnen Strohhalm ausgerüstet, mit dem selbst produzierten Wind sogar noch eine Rakete steigen lassen.

Rakete und Abschussrampe dürfen die Kinder mit nach Hause nehmen, genauso wie ein Wasserrad, das sie zu der Frage „Wie stark kann Wasser sein?“ selbst basteln. Dazu werden lediglich ein Korken, ein Schaschlikspieß, Holzspatel und ein Strohhalm benötigt. Groß ist die Freude beim Praxistest, wenn sich das Rad unter dem Wasserstrahl in Bewegung setzt.

Zweimal im Jahr kommen die Forscher

Ziel des „Tags der kleinen Forscher“ ist es, die Kinder neugierig darauf zu machen, ihre Umwelt zu erforschen. Zurück geht die Initiative auf die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ , die sich bundesweit für die frühkindliche Bildung in den Bereichen Naturwissenschaften und Technik engagiert. Kooperationspartner ist die TU Darmstadt, wo auch Schulungen für die kleinen Forscher gerechten Experimente stattfinden.

Zwei Erzieherinnen der Kita St. Josef haben diese Kurse besucht, zweimal im Jahr finden weitere Schulungen statt. Einmal im Jahr soll der Forschertag nach seiner Premiere nun durchgeführt werden. Noch wichtiger ist aber, dass alle Erzieherinnen immer wieder auf einzelne Experimente zurückgreifen können, um das ein oder andere auch einmal an einem nicht offiziell der Forschung gewidmeten Kindergartentag durchzuführen. Die 32 Kinder, die am Donnerstag mitforschen durften, halten nun das Forscherdiplom in Händen.

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