Warten auf den Startschuss

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Im Turnraum haben sich etliche Kinder des evangelischen Kindergartens Odenwaldstraße zum Singen versammelt.

Dieburg - „Wir fühlen uns bei der Betreuung der unter Dreijährigen ausgebremst“, sagt Pfarrer Dieter Schmidt von der evangelischen Kirchengemeinde in Dieburg. Von Ulrike Bernauer

Die Kindertagesstätte (Kita) Odenwaldstraße, deren Träger die evangelische Kirchengemeinde ist, würde gerne ein U 3-Angebot einrichten und hat dafür auch alle Voraussetzungen geschaffen. Was bislang noch fehlt, ist die Unterschrift des Magistrats. Vorher kann der erste Spatenstich zu einem Anbau für die neuen Räume nicht erfolgen.

Für Pfarrer Schmidt nicht ganz verständlich, schließlich war alles abgesprochen und auch beschlossen, Fördermittel der evangelischen Kirche in Höhe von 90.000 Euro standen auch in Aussicht. Die sind aber nun verloren, der Topf, aus dem 80 ausgewählte Kindertagesstätten für ein neu einzurichtendes U3-Angebot gefördert werden sollen, wurde am 1. Juli 2011 geschlossen. Die Kita Odenwaldstraße wird nun nicht dabei sein.

Schon bei Drei- bis Sechsjährigen ein Spagat

Aufgenommen werden sollen, wenn denn die Unterschrift der Stadt mal kommt, zehn Kinder ab einem Alter von 13 Monaten. Ein Platz kann sogar mit einem Kind ab der sechsten Lebenswoche belegt werden. „Wir haben uns für eine extra Gruppe für die Jüngsten entschieden“, sagt Kindertagesstättenleiterin Claudia Moosdorf. „Schon bei den Drei- bis Sechsjährigen ist es manchmal ein Spagat, die unterschiedlichen Interessen und Bedürfnisse zu befriedigen. Den wollen wir nicht noch vergrößern, indem die Altersspanne noch größer wird.“

Ein extra Anbau ist für die Jüngsten geplant mit einem separaten Eingang und eigenen Räumen, aber natürlich auch einem Zugang zu den anderen Gruppenräumen.

Mittagessen wird in Kita zubereitet

40 Jahre hat die Kindertagesstätte mittlerweile auf dem Buckel, 40 Jahre, in denen erfolgreiche Arbeit geleistet wurde, aber sich auch viel verändert hat. Das fängt schon bei den Öffnungszeiten an. Lagen die früher vormittags von 8 bis 12 Uhr, so können Eltern nun Zeiten zwischen 7.30 und 16.30 Uhr buchen. Dabei gibt es Kernzeiten und so genannte Zukaufstunden.

Angeboten wird auch ein Mittagessen, das in der Kita selbst hergestellt wird. „Hauswirtschafterin Inge Klößmann geht jeden Tag einkaufen und bereitet frisch, ein den Jahreszeiten entsprechendes, vollwertiges Mittagessen zu, bei dem auch Allergien, Lebensmittelunverträglichkeiten aber auch Essgewohnheiten, die aus dem Glauben resultieren, berücksichtigt werden können“, erklärt Moosdorf.

Kontinuität beim Personal

Ein Team aus 16 Angestellten, bestehend aus Erzieherinnen, der Hauswirtschafterin, zwei Reinigungskräften, einer Jahrespraktikantin und einer Küchenhilfe kümmern sich um die Bedürfnisse der 75 Kinder in drei altersgemischten Gruppen. Stolz ist die Leiterin, dass beim Personal Kontinuität herrscht: Kolleginnen freuen sich, ihr 30-, 20- und zehnähriges Dienstjubiläum zu feiern.

Die Kita verfügt über ein neu gestaltetes Außengelände, das mit einer großen Sandfläche, einem Hügel, Fußballfeld und einem Rädchenweg als Spiel-, Erfahrungs- und Lebensraum den Kindern vielfältige Anregungen bietet. Investiert wurde auch sonst in der jüngsten Zeit. Aktuell wurden die Waschräume saniert und von Grund auf erneuert. Besonders die Jungs freuen sich über eine Neuerung: Es gibt seit der Sanierung auch Urinale.

Zusatzqualifikationen im psychomotorischen und musischen Bereich

Fortgeschrieben wird auch permanent das pädagogische Konzept von den Erzieherinnen, die neben der klassischen Ausbildung noch über Zusatzqualifikationen verfügen wie im psychomotorischen und musischen Bereich. Froh ist das Team aber auch immer über die tatkräftige Unterstützung der Eltern.

Beste Voraussetzungen, um das 40-jährige Jubiläum kräftig zu feiern. Das wollen die Kinder und ihre Erzieherinnen am kommenden Mittwoch, 14. Dezember, ab 17 Uhr tun. Zur vorweihnachtlichen Andacht und dem anschließenden Fest sind nicht nur Kinder und Eltern eingeladen, sondern auch ehemalige Kindergartenkinder sowie frühere Angestellte.

Quelle: op-online.de

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