Neubau-Planung für Hallenbad

WSV geht den nächsten Schritt

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Nur noch bis Ende 2019 in Betrieb, egal ob der Neubau kommt oder nicht: das Trainingsbad am Campus.

Dieburg - Die Entscheidung, wie vom Stadtparlament gewünscht, eine aktualisierte Planung und Kalkulation vorzulegen, um die Stadt als Bürgen für einen Investitionskredit fürs neue Hallenbad zu gewinnen, kostet den Wassersportverein erst einmal viel Geld. Von Jens Dörr 

Für diese Ausgabe gab es jetzt das Mandat der Mitglieder. Der Wassersportverein (WSV) hat bei der Mitgliederversammlung den nächsten Schritt hin zum Neubau eines Hallenbads gemacht. Am Donnerstagabend votierten in der Römerhalle die anwesenden 36 stimmberechtigten Mitglieder bei drei Enthaltungen fast einstimmig dafür, die vorliegende Planung sowie die Kostenkalkulation für Bau und Betrieb überarbeiten zu lassen.

Bürgermeister Frank Haus (vorn) und Klaus Schulte (stehend) sind klare Verfechter eines Hallenbad-Neubaus in Dieburg.

Dafür ließ sich der Vorstand um Klaus Schulte, der in der WSV-Chefetage am intensivsten mit dem Betrieb des jetzigen Trainingsbads am Campus sowie einem möglichen Neubau unter Vereinsregie befasst ist, das Mandat der Mitglieder geben. Denn die Entscheidung, wie von den Stadtverordneten gewünscht eine aktualisierte Planung und Kalkulation vorzulegen, um die Stadt als Bürgen für den Investitionskredit zu gewinnen (wir berichteten), kostet den Wassersportverein erst einmal viel Geld: Mit Ausgaben in Höhe von rund 30.000 Euro rechnete Schulte am Donnerstag, ehe eine frische Planung und frische Zahlen zur Verfügung stehen.

Diese möchten die Stadtverordneten bis zum 1. April sehen – obwohl das Parlament diese Aufgabe dem Verein per Beschluss erst am 22. Februar auferlegte. Da auch der WSV, der sich gerade selbst als Tempomacher in der Schaffung eines Ersatzes für das Ende 2019 schließenden Trainingsbad am Campus auftritt, nicht zaubern und das Geforderte binnen der nächsten zwei Wochen präsentieren kann, nannte Schulte einen realistischen zeitlichen Horizont für die Vorlage der neuen Planung und Kalkulation: „Im Juli“ werde man diese voraussichtlich vorlegen können.

In diesem Zusammenhang fürchteten bei der Aussprache zu diesem wichtigsten Tagesordnungs-Punkt einige WSV-Mitglieder – manche repräsentierten mit ihrer Stimme ganze Vereine, da nicht nur natürliche Personen und Dieburger, sondern beispielsweise auch der TV Babenhausen Mitglied sind –, dass das Versäumen der Frist Wasser auf die Mühlen von jenen Stadtverordneten sein könnte, die die Bürgschaft nicht gewähren wollten.

Besonders einer der 20 nicht stimmberechtigten Gäste der Versammlung trat dem aber mit entschiedenen und wegweisenden Worten entgegen. Denn es war in Benedikt Oberhuber ein Fraktionsmitglied der Dieburger CDU, dessen Ausführungen aufhorchen ließen. Besonders deshalb, weil sie dem Abgeordneten zufolge vorab mit seiner Fraktion, der größten in Dieburgs Parlament, abgestimmt worden seien. Oberhuber sagte: „Wir haben eine Bürgschaft in Aussicht gestellt. Und die Zahlen, die dafür nötig sind, können vom Wassersportverein geliefert werden. Ich bin überzeugt, dass eine Kostendeckung erreicht werden kann.“ Oberhuber sprach dem WSV damit Mut zu und vermittelte den Eindruck, bei seriös ermittelten, mindestens ausgeglichenen Betriebszahlen werde das Parlament die Stadt nahezu sicher zum Bürgschaftsgeber machen. Danach hatte es lange Zeit, als die Stadt „nur“ für das Neubau-Grundstück am Freibad sowie dessen Erschließung verantwortlich zeichnen wollte, nicht ausgesehen.

WSV-Vorsitzender Schulte äußerte sich ähnlich optimistisch wie Oberhuber, dass man mindestens ausgeglichene Betriebseinnahmen und -ausgaben auf die Reihe bekommen könnte. Auch wenn die Ausgangslage durch die Investitionskosten bei einem Neubau andere wären: Im jetzigen Trainingsbad erwirtschaftet der WSV sogar ein Plus. Schulte verhehlte gleichzeitig nicht, dass die anstehenden Kalkulationen auch zum Ergebnis haben könnte, dass das Bad nicht kostendeckend zu betreiben sei. Dann wäre ein Neubau vom Tisch.

Die Hoffnung, dass dem nicht so sein wird, einte am Donnerstag alle Mitglieder. Als Gast stieß auch Bürgermeister Frank Haus, den Schulte mehrfach für seine Unterstützung beim Neubau-Vorhaben lobte, in dieses Horn: „Es kann klappen. Das neue Bad kann eine tolle Sache für Dieburg werden, die in ganz Hessen zum Nachahmen anregen könnte. Es liegt aber noch viel Arbeit vor dem WSV.“

Bilder: Traffic Jam in Dieburg

Der verfolgt nun erst einmal die Vergabe des Überarbeitungsauftrags an einen Architekten, hielt sich aber auch eine Hintertür offen: Mit knapper Mehrheit beauftragten die Mitglieder im Zuge einer weiteren Abstimmung den Vorstand, für einen Plan B gesprächs- und kooperationsbereit in andere Richtungen zu bleiben. Konkret steckte dahinter die Vorstellung, bei einem Scheitern des Neubaus in Dieburg die Fühler besonders nach Münster auszustrecken. Dort scheint wegen massiver anstehender Sanierungen im Hallenbad ein Ersatzneubau nicht mehr ausgeschlossen. Dies hat Klaus Schulte in ersten Sondierungen mit dem Münsterer Rathaus ausgemacht.

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