Weihnachtsbaumkauf ist Vertrauenssache

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Lange Schlangen bildeten sich am Samstag beim Weihnachtsbaumverkauf auf dem Gelände des Forstamts. Die großen und kleinen Besucher nahmen es mit Gelassenheit.

Dieburg ‐ „Wir sind von diesem Ansturm der Besucher förmlich überrollt worden“, sagt Revierleiter Peter Sturm kopfschüttelnd und deutet auf die lange Schlange der Wartenden, die ihren Baum vermessen, bezahlen und verpacken lassen wollen. Auch Heike Teichert, Gruppenleiterin der Gartengruppe der Behindertenwerkstatt Dieburg, kann es nicht glauben. Von Verena Scholze

„Bereits um halb neun, als wir die Tore öffneten, strömten die Leute herein, dabei hat der Verkauf erst um neun Uhr begonnen“, sagt sie. m zehn Uhr, als sich Bürgermeister Dr. Werner Thomas einfindet, um nach einem Baum zu sehen, ist r das Angebot bereits auf wenige Bäume reduziert. Die letzten der ursprünglich 270 Bäume werden zur Begutachtung ausgepackt. Die neuen Besucher reihen sich in die viele Meter lange Warteschlange der Glücklichen ein, die ihr Prachtstück schon ergattert haben und jetzt bezahlen wollen.

Unser Weihnachtsbaumverkauf hat schon seit Jahren Tradition“, sagt Thomas Schmalenberg, Bereichsleiter Produktion beim Forstamt. Seit 2005 findet der Verkauf der Weihnachtsbäume auf dem Gelände des Forstamtes in der Ringstraße statt. Seit 2007 besteht eine Kooperation mit der Behindertenwerkstatt Dieburg. Seitdem wird der Verkauf gemeinsam organisiert. „Wir stellen der Behindertenhilfe hier das Gelände zur Verfügung, und die Erlöse der Bäume kommen der Einrichtung zu Gute“, erklärt Schmalenberg.

Service rund um den Baum für die Käufer

Passt der überhaupt in die gute Stube? Hier wird erst mal Maß genommen.

Hatte das Forstamt in den letzten Jahren den Verkauf auf zwei Tage ausgedehnt, so findet dieses Jahr der Verkauf erstmals nur an einem Samstag statt. Neben den Bäumen erwartet die Besucher am Stand der Behindertenwerkstatt eine Auswahl selbst gefertigter Produkte. Zur Stärkung gibt es Glühwein und leckere Wildschweinbratwurst. Auch ein Service rund um den Baum steht den Käufern zur Verfügung. So werden die Stämme bei Bedarf beschnitten und angepasst, mancher Besucher hat sogar eigens den Christbaumständer dabei. Das Verpacken und Verladen der Bäume aufs Autodach ist r für die Helfer der Behindertenwerkstatt eine Selbstverständlichkeit. Alle frisch geschlagenen Baum stammen aus dem Raum Dieburg oder kommen aus dem Spessart. Die Besucher haben Nordmanntannen und Blaufichten zur Auswahl. Die Bäume müssen nicht erst den langen, ökologisch bedenklichen Weg aus Dänemark machen, wo es viele Christbaumkulturen gibt. Unsere Bäume wurden erst am Mittwoch frisch angeliefert“, so Schmalenberg. Man wolle und könne jedoch nicht mit dem Baum aus Dänemark konkurrieren, sagt Schmalenberg, „die hiesigen Bäume haben eben ihren Preis“. Die Besucher wissen jedoch die Vorteile des Angebots zu schätzen, und das Forstamt kann seit vielen Jahren auf treue Stammkunden zählen.

Kunden kommen sogar aus Frankfurt

„Ein Kunde kommt jedes Jahr aus Frankfurt zu uns gefahren, um seinen Baum hier zu erwerben und das spricht ja schon für die Qualität der Bäume“, freut sich Sachgebietsleiter Werner Ludwig. „Weihnachtsbaumkauf ist eben Vertrauenssache“, sagt er schmunzelnd. och in den vergangenen Jahren hat sich nicht nur der Weihnachtsbaumverkauf des Forstamtes und der Behindertenwerkstatt etabliert, sondern es sind auch besondere Beziehungen entstanden. So entwickelt sich schon seit Jahren eine Freundschaft zwischen Revierleiter Peter Sturm und den Gruppenleitern der Behindertenwerkstatt, Heike Teichert und Herrn Karn. Alle Drei haben bereits gemeinsam am Frankfurt Marathon teilgenommen.

„Ich freue mich jedes Jahr auf diesen Verkauf“, sagt Besucher Werner Heintz, bevor er mit seinem Baum heimfährt. „Man trifft viele Bekannte, hat gute Auswahl an Bäumen und ich mag das Drumrum einfach sehr“, betont er. Auch die weiteren Besucher zeigen sich sehr zufrieden - trotz des großen Ansturms. „Wir haben Geduld und überbrücken die Wartezeit einfach mit einer herzhaften Wurst“, sagt Martina Schanz fröhlich.

„Wir möchten uns bei allen Besuchern für die durch den Ansturm entstandenen Wartezeiten entschuldigen“, sagt Teichert und kündigt für die Christbaumaktion 2010 organisatorische Verbesserungen an.

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