Weihnachtsmann mit Verspätung

+
Ein Weihnachtsmann im März?

Dieburg - Frühlingsspaziergang in Dieburg: Narzissen strahlen in Gelb, Krokusse in Blauviolett und Schokoladenweihnachtsmänner in Rot. Schokoladenweihnachtsmänner? Am 20. März? Von Laura Hombach

30 der in Stanniolpapier gehüllten Schokomänner sorgten im Stadtgebiet verteilt am Freitag für Verwunderung und Neugier bei den Passanten. Ob auf dem Brückengeländer oder im Pflanzkübel, überall luden die schokoladigen Figuren zum genaueren Hinsehen ein.

Beratung und Hilfe

Beratung und Hilfe bei Glücksspielsucht gibt es in Dieburg bei: Fachberatung für Suchtkranke Dieburg, Fachberatung Glücksspielsucht, Weißturmstraße 29, 986622.

„Na, hast Du auch den richtigen Zeitpunkt verpasst...“ fragte der Schokomann mittels angehängtem Zettel den Spaziergänger, der dem Weihnachtsmann-im März-Rätsel genauer auf den Grund gehen will. „...macht nix!“, erklärte der Weihnachtsmann auf der Rückseite seines Zettelchens, um dann sein Geheimnis zu lüften: Die pfiffige Werbeidee war eine Aktion der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen (HLS) und der 15 Fachstellen für Glücksspielsucht in Hessen. In Dieburg und zwölf weiteren hessischen Städten zogen die roten Weihnachtsmänner am Freitag, an dem ein hessenweiter Aktionstag zur Glücksspielsucht durchgeführt wurde, die Aufmerksamkeit auf sich. Die Beratungsstellen machten auf diese ungewöhnliche Art auf die Problematik der Glücksspielsucht und ihr Hilfsangebot aufmerksam.

Schätzungsweise sind zwischen 100 000 bis 290 000 Menschen in Deutschland Glücksspiel-abhängig. Auf Hessen umgerechnet ergäbe das eine Zahl von bis zu 22 000 Glücksspielabhängigen. „Der Anstieg von Glücksspielabhängigen ist besorgniserregend und erfordert ein breites Beratungs- und Behandlungsangebot für die Betroffenen wie auch die Angehörigen“,erklärt Anne Weininger von der Fachberatung Glücksspielsucht in Dieburg.

Die Fachberaterin bietet zusammen mit ihrer Kollegin Jenni Fink Sprechstunden bei der Caritas in Dieburg an. Das Beratungs- und Behandlungsangebot erstreckt sich von Einzelgesprächen über Gruppensitzungen bis hin zur Vermittlung in ambulante und stationäre Therapiemaßnahmen.

Zu spät sich Hilfe zu holen, ist es dabei nie, so auch die Botschaft des verspäteten Schokoweihnachtsmanns und des Aktionstages, der unter dem Motto „Es ist besser Probleme spät als nie anzugehen“ stand.

Kommentare