Ein weiter Weg zurück zu G 9

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Die Goetheschule überragt die Dächer der Wohnhäuser. Derzeit diskutieren Eltern und Schule heftig über eine eventuelle Rückkehr zu G9

Dieburg -  An der Goetheschule (GS) wurde gewählt: Neben der Schulkonferenz, die aus Elternvertretern, Mitgliedern der Schulleitung und aus Lehrern der GS besteht, wurden die Delegierten für den Kreiselternbeirat bestimmt. Von Jens Dörr

Vor allem aber bekam die GS eine neue Vorsitzende für den Schulelternbeirat (SEB): Mit Antje Buchert steht ihm ab sofort eine klare Verfechterin der Rückkehr zur wieder verlängerten Zeit vom Eintritt ins Gymnasium bis zum Abitur (G 9) vor. Buchert war bislang Elternbeirätin einer sechsten Gymnasialklasse an der GS.

Inhaltliche Unterstützung wird sie von ihrem Stellvertreter erfahren: Günter Hüttig ist der neue zweite Mann im Schulelternbeirat. Auch er sieht viele Nachteile des an der GS angebotenen und bei manchem als „Turbo-Abitur“ verschrienen G 8 und plädiert für eine Rückkehr zu G 9. Hüttig war zuvor Schulelternbeirat an der Marienschule. Dort sowie an der Gutenbergschule (ebenfalls Grundschule) initiierte er mit einer Elterngruppe eine freiwillige Umfrage unter Eltern von Erst- bis Drittklässlern, bei der sich eine klare Mehrheit von 90 Prozent für G 9 aussprach.

Diskussion an der Schule führen

Die Eltern der Viertklässler des letzten Schuljahres stimmten nicht mit ab - ihre Kinder sind nun bereits in der fünften Klasse und an der GS damit in der G 8-Schiene. Sofern sie nicht an die Groß-Zimmerner Albert-Schweitzer-Schule gewechselt sind, wo man zu G 9 zurückkehrte, die noch bestehenden G 8-Klassen älterer Semester nach und nach Auslaufmodell werden.

Bei der Sitzung mit Wahlen wurde das G8-/G9-Thema ebenfalls erörtert. „Wichtig ist: Die Diskussion wird an der Schule geführt“, sagt Antje Buchert. Man werde dies „in Ruhe und Gelassenheit tun“. Sollte seitens des SEB allerdings das klare Ziel bestehen, schon im Sommer 2012 zu G 9 zurückzukehren - und darüber Einigkeit mit Schulleitung und Lehrern erzielt werden -, müsste es doch relativ schnell gehen.

Schließlich muss sich im Anschluss der Kreis als Schulträger (mit seinem Entscheidungsorgan Kreistag) mit dem Vorhaben befassen und darüber beschließen. Dem könnte wiederum das Dieburger Stadtparlament mit einer Resolution gegenüber dem Kreis Nachdruck verleihen. Dafür müsste ein Parlamentarier einen Antrag stellen, dass das Thema im Rathaus - bei Schulthemen nicht in der Entscheidungsgewalt - diskutiert wird.

Wahlangebot muss sein

Vor allem müsste in letzter Instanz das Hessische Kultusministerium (nach Prüfungsbitte des Kreistags) die Rückkehr der GS zu G 9 genehmigen. Dafür wiederum würde das Schulamt angehört, das sein Okay geben müsste.

Unterdessen gab Wilhelm Reuscher, Dieburger Stadtverordneter und Mitglied des Landtags (FDP) - dort ist er im kulturpolitischen Ausschuss tätig - einen wichtigen Punkt zu bedenken: Es muss in einer Region ein Wahlangebot zwischen G 8 und G 9 geben, beides wohnortnah vorhanden sein. Da Groß-Zimmern bereits G 9 anbietet, vereinfacht das die Rückkehr der GS zu G 9 sicher nicht. In Münster (Aue-Schule) gibt es derzeit G 8. Reuscher äußerte außerdem die persönliche Meinung, G 8 kranke vor allem darunter, dass die Lehrpläne nicht sauber umgestellt worden seien. „Diese Umstellung ist noch nicht richtig abgeschlossen“, so der Landtagsabgeordnete. Deshalb seien die Lehrpläne „momentan noch überfrachtet“.

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