Weiterbildung vs. Hartz IV

Den Gesellentitel darf künftig der Münsterer Simon Dominik führen. Seine Urkunde bekam er vom stellvertretenden Obermeister der Metallinnung Dieburg-Erbach, Jörg Schnellbacher, überreicht. Ein Schritt in die richtige Richtung. Foto:just

Darmstadt-Dieburg - Michael JustDie Wirtschafts- und Finanzkrise geht auch am Mittelstand nicht spurlos vorbei, und so war es fast ein willkommener Lichtblick, dass jetzt die Metall-Innung Dieburg-Erbach ihre Gesellenbriefe übergeben konnte.

Bei genauerem Hinsehen erwies sich die Zahl der Absolventen als verbesserungsbedürftig: So lösten 13 der eingetragenen 29 Lehrlinge ihr Ausbildungsverhältnis wieder auf. Von den 16 restlichen Lehrlingen werden sechs ihre Gesellenprüfung erst später angehen. Da ein Lehrling seine Gesellenprüfung bei einer benachbarten Innung bereits abgelegt hat, kann der Innungsverbund neun erfolgreiche Metallbau-Lehrlinge in der Winterprüfung vorweisen. Bei den Feinwerkmechaniker-Lehrlingen waren zwölf Lehrverträge eingetragen, zwei wurden aufgelöst.

Lob an Gesellen

Zwei Auszubildende legten bereits vorzeitig erfolgreich ihre Prüfung ab, ein weiterer bei einer Nachbarinnung, so dass hier sieben erfolgreiche Absolventen sich fortan Gesellen nennen dürfen.

Ihr Lob an die bestandenen Gesellen sprachen Jörg Schnellbacher, stellvertretende Obermeister der Metallinnung Dieburg-Erbach, und Kreishandwerksmeister Holger Steinbeck aus. Wie Schnellbacher bemängelte, seien gerade im Metallhandwerk in den vergangenen Jahren viele Ausbildungsplätze nicht besetzt worden. Dabei gäbe es hier wie in allen Handwerksberufen gute Perspektiven. Den Gesellenbrief bezeichnete Schnellbacher als exzellente Grundlage und eine Art „Wertpapier“, das sich umso besser verzinst, je mehr man an der persönlichen Weiterbildung arbeitet. „Eine gute Qualifikation ist die beste Absicherung gegen Arbeitslosigkeit“, betonte Schnellbacher mit Blick auf die Wirtschaftskrise. Zur Billigkonkurrenz aus dem Osten sagte er, dass gerade die ein Ansporn sein müsste, sein Wissen zu erweitern. Wenn man nicht durch Desinteresse und Trägheit ins Abseits gerate, seien Zukunftsängste unbegründet: „Die Nachfrage nach hervorragenden Fachkräften wird immer vorhanden sein.“

Erfolgreiche Gesellen im Metallbau für den Altkreis Dieburg sind Simon Dominik aus Münster im Betrieb Klaus Buchert (Groß-Zimmern), Daniel Garbe aus Höchst im Betrieb Daniel Sehl (Otzberg) und Julian Würtenberger aus Groß-Umstadt im Betrieb Winfried Hofmann (Babenhausen). Bei den Feinmechanikern sind dies Dennis Hofmann aus Groß-Umstadt im Betrieb Scheuer GmbH (Groß-Umstadt), Matthis Reichenberger aus Groß-Umstadt im Betrieb Arno Hartmann (Fischbachtal) und Björn Pilz aus Dieburg im Betrieb Sauer&Sohn (Dieburg).

Quelle: op-online.de

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