Über allem strahlt die gold'ne Kuppel

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Fürs Vergolden müssen optimale Bedingungen herrschen. Zum 31. Wendelinusfest an diesem Wochenende erstrahlt die Kuppel in neuem Glanz.

Dieburg - Unter der goldenen Kuppel: An diesem Wochenende herrscht auf dem Parkplatz am Kapuzinerkloster wieder reger Wendelinusfestbetrieb. Von Lisa Hager

Sportlich geht es am morgigen Samstag los: Der schon traditionelle Stadtlauf von Skate & Fun durch Dieburg wird nach einem „Warm-up-Programm“ um 16 Uhr gestartet. Um 19 Uhr ist die offizielle Festeröffnung. Zum Rahmenprogramm gehören auch künstlerische Projekte. Am Brunnen neben der Wendelinuskapelle wird Rudolf Stegmann die alte Kunst des Korbflechtens demonstrieren und der Maler Bernd Michael Fahl seine Bilder mit Dieburger Motiven ausstellen. Für musikalische Unterhaltung sorgt am Samstagabend der Fanfarenzug Dieburg. Am Sonntag spielt um 11 Uhr die „Gnadekapell“ zum Jazz-Frühschoppen.

Ausrichter des 31. Wendelinusfestes am 16. und 17. Mai ist der Odenwaldklub Dieburg e.V.. Mehr Informationen zum Verein sowie zum Fest finden gibt es auf der Homepage des OWK.

Am Nachmittag wird gegen 15 Uhr die „Sängerlust“ auftreten und ein musikalisches Potpourri bieten. Für Speisen und Getränke ist an beiden Tagen auf vielfältige Weise gesorgt. Zusätzlich zum Unterhaltungsprogramm stellt der Odenwaldklub das Thema „Regenerative Energie“ heraus. So wird Hessen-Forst mit einem eigenen Info-Stand vertreten sein. Bioenergieberater Thomas Zinth steht interessierten Gästen mit kompetenten Informationen zur Verfügung, auch in Sachen Antragstellung für öffentliche Zuschüsse im Falle einer Erneuerung beziehungsweise Umstellung der Heizungsanlage auf Bioenergie. Was Hackschnitzel oder Pellets als Energieträger anbetrifft, so kann sich der Festbesucher auch am Stand der Dieburger Firma „FireStixx“ kundig machen. Das Thema „Erneuerbare Energie“ wird auch von der Arbeitsgemeinschaft „Kirche unter Strom“ in den Blick gerückt. Informationstafeln und Flyer orientieren über die Erfolgsgeschichte der Fotovoltaik am Beispiel der Anlage auf dem Kirchendach von St. Wolfgang.

Sieben Quadratmeter Blattgold gebraucht

Am Sonntag können interessierte Festgäste zudem um 14 Uhr an der Führung „Energiekonzept mit Zukunft“ teilnehmen. Auf dem Programm steht eine Besichtigung der Erdwärmeanlage der neuen Geschäftsstelle der Sparkasse in der Frankfurter Straße. Vor Ort wird der Geschäftsstellenleiter Paul Strücker einen Einblick in die Energieversorgung bieten, die vollständig auf der Umsetzung ökologischer Prinzipien beruht.

Die Wendelinuskapelle

Golden leuchtet das Zwiebeltürmchen der Wendelinuskapelle an der Ecke Minnefeld /Frankfurter Straße. Das kleine Häuschen, dem Heiligen Wendelin, Patron der Pilger und Wanderer geweiht, wurde 1904 am Rande des Kapuzinerklosters errichtet und ersetzte ein älteres Wendelinushäuschen. Man finanziert den Bau der Einraumkapelle durch Sühnegelder. Der Altar der kleinen Kapelle war einst Station der Prozession am Sonntag nach Fronleichnam. Der Odenwaldclub, der die Pflege des Wendelinushäuschens übernommen hat, lädt jährlich im Mai zum Wendelinusfest, das dem Erhalt der schmucken Kapelle dient.

Ein Großteil des Erlöses aus dem Wendelinusfest fällt übrigens der Initiative St. Wendelin zu, die im Spätherbst des vergangenen Jahres den Auftrag zur Neuvergoldung der Kuppel erteilte. „Die Witterung und die starke Luftverschmutzung durch den regen Autoverkehr haben eine Renovierung notwendig gemacht“, begründet Erich Stix vom Odenwaldklub die Maßnahme. Urspünglich wollte der Verein die Renovierung schon zum 30. Festjubiläum schon über die Bühne bringen. Doch Malermeister Albert Heckwolf bestand auf Flexibilität: „Es muss immer optimale Witterung herrschen, sonst gibt es Probleme. Beim ‚Vergolden’ ist höchste Präzision gefragt.“ Insgesamt sieben Quadratmeter Blattgold wurden so, ähnlich wie Transparentpapier, „aufgeklebt“. Nach dieser in vielerlei Hinsicht aufwendigen Maßnahme leuchtet die Kuppel wieder prächtig - nun halt erst zum 31. Wendelinusfest und dies nicht nur bei hellem Sonnenschein.

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