Wenn Paulus über Paulus spricht

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"Bibeltainment" vom Feinsten präsentierte Bruder Paulus aus dem Dieburger Kapuzinerkloster 30 Zuhörern im Pater-Delp-Haus.

Dieburg - Eigentlich war es schon eine Sensation, dass es Bruder Paulus - bürgerlich früher Bernhard Terwitte - aus dem Dieburger Kapuzinerkloster wieder einmal geschafft hat, einen Vortrag im Gersprenzstädtchen zu halten. Von Jens Dörr

Schaut man sich die Termine auf der Website des Geistlichen an - unter www.bruderpaulus.de-, wird man rasch mit seinem proppenvollen Tagesablauf konfrontiert. Ob als Referent beim Kreisfeuerwehrverband Wetterau oder als „Keynote-Speaker“ beim Club of Logistics Luzern, Paulus ist ständig unterwegs. Für den vergangenen Mittwoch allerdings war es der Frauengemeinschaft St. Peter und Paul gelungen, den Medien-, Philosophie- und Theologie-Profi ins Pater-Delp-Haus zu holen, fast vor dessen Noch-Haustür im Minnefeld.

„Ich soll Ihnen zunächst einmal einen Gruß von Ihrem Doktor für Orthopädie ausrichten - drehen Sie sich doch alle erst einmal um zu mir“,begann Paulus seinen Vortrag mit einem Scherz. Dem ließ er einige mehr folgen, zunächst einmal kämpfte er jedoch mit den Tücken der modernen Kommunikationsmittel: Nach nur zwei Minuten Vortrag klingelte sein Handy, eine Tageszeitung am anderen Ende. Vor den rund 30 Frauen und zwei Männern im Pater-Delp-Haus konzentrierte sich der Ordensmann anschließend aber ganz auf sein Auditorium.

„Ich kann nicht nur bildhaft erzählen, ich habe auch studiert“,schickte Paulus voran und begab sich dann auf die Reise in die Zeit seines Namenspatrons - den Apostel Paulus. Dessen Name habe er für sich erwählt, weil der ein sehr vitaler Apostel gewesen sei. „Und wir haben noch etwas gemeinsam: Wir beide haben Jesus niemals gesehen. Im Gegensatz zu den anderen Aposteln ist Paulus ihm nie begegnet.“

Der Dieburger Paulus entpuppte sich bei einem Vortrag einmal mehr als begnadeter Geschichten-Erzähler - „Bibeltainment“ vom Feinsten. Was nicht heißt, dass die Vermittlung der Inhalte - ganz ohne Präsentationsfolien oder sonstigen medialen Schnickschnack - auf der Strecke geblieben wäre. Den Wandel vom „Fundamentalisten“ Saulus zum Paulus schilderte der Kapuziner nachvollziehbar und eindringlich. Die „Paulus-Strategie“ - alles nehmen, was man gelernt hat, und es in Jesus werfen - riet er denn auch seinen „Schwestern im Glauben“, die aufmerksam lauschten. Und die er aufschauen ließ: „In dieser Hinsicht müssen wir evangelischer werden“, betonte der geistliche Referent nämlich freimütig. Der Schwenk zu seinem baldigen persönlichen Weggang aus Dieburg gelang Bruder Paulus zum Abschluss seines Vortrags dann auch noch: „Niemand soll sich an einen Menschen hängen, deshalb gehe ich nun auch nach Würzburg. Paulus geht, Jesus bleibt.“

www.bruderpaulus.de

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