DA-Interview mit der neuen Kreisschulsprecherin Saskia Millmann

Wichtig, dass man sich einbringt

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Saskia Millmann beim Interview.

Dieburg - Eine Dieburgerin vertritt ab sofort 33 000 Schülerinnen und Schüler aus dem Landkreis: Saskia Millmann ist die neue Kreisschulsprecherin. Die Delegiertenversammlung der Kreisschulen wählte die bisherige Stellvertreterin und ehemalige Schulsprecherin der Dieburger Goetheschule auf den höchsten Schüler-Posten, den es im Kreis gibt. Von Jens Dörr

Die 17-Jährige, die aktuell die Alfred-Delp-Schule besucht und sich auch parteipolitisch engagiert, wird damit zukünftig die Sitzungen des Kreistags besuchen und den Kreisschülerrat im Schulausschuss des Kreisparlaments vertreten. Der DIEBURGER ANZEIGER sprach mit Saskia Millmann über ihre Aufgaben und die Themen, die die Schüler des Landkreises besonders bewegen.

Glückwunsch, Saskia, jetzt bist Du Lobbyistin!

Könnte man so sagen, allerdings finde ich die Bezeichnung „Lobbyistin“ furchtbar. Die hat zweifellos einen negativen Touch.

Du wurdest ohne Gegenstimme zur Kreisschulsprecherin gewählt. Worin lag Deine Motivation, überhaupt für das Amt zu kandidieren?

Ich finde es einfach sehr wichtig, dass man sich einbringt. Die Gelegenheiten dazu sind da, also sollte man sie auch nutzen. Durch mein bisheriges politisches Engagement sehe ich das ohnehin etwas anders, bin daran gewöhnt. Dennoch ging natürlich schon als Stellvertreterin viel Zeit dafür drauf – da sitzt man abends dann oft da, schreibt Anträge und Protokolle und liest sich in Gesetzestexte ein. Das Ganze sehe ich aber auch als Hobby und tue es, weil es mir Spaß macht.

Obwohl Ihr Euch politisch sicher besser auskennt als der Durchschnitts-Schüler: Hatten Deine Vorgängerin Vivien Constanzo und Du bisher das Gefühl, dass der Kreisschülerrat von etablierten, teils zwei Generationen älteren Kreispolitikern ernst genommen wird?

Was ich davon bisher mitbekommen habe – ja. Da kann ich die Zusammenarbeit nur loben, man nimmt uns ernst. Wir dürfen im Kreisparlament sogar reden.

Was siehst Du als Deine erste Aufgabe in Deiner neuen Position?

Ich möchte mich darum kümmern, dass die Schülervertretungen weiter Nachwuchs gewinnen, wobei das Engagement im hiesigen Kreis insgesamt recht gut ist. Da muss außerdem immer viel Aufklärungsarbeit geleistet werden, etwa zum korrekten Veranstalten einer SV-Wahl.

Wo drückt die Schüler des Kreises denn besonders der Schuh?

Bei der letzten Vollversammlung des Kreisschülerrats wurde das Anliegen an uns herangetragen, doch mal etwas zum Thema Datenschutz zu machen. In den Online-Netzwerken „SchülerVZ“ oder „Wer kennt wen?“ ist heute doch fast jeder. Ich ebenfalls – und das ist auch gar nicht schlimm. Doch man sollte nicht immer alles von sich preisgeben, schon gar nicht im Netz. Dazu wollen wir Veranstaltungen organisieren und Aufklärungsarbeit leisten.

Was ist mit den beiden „G“s: Gewalt und G8?

Wir vertreten ja nur die Schüler der Mittelstufen und der Oberstufen. Dort scheint Gewalt in unserem Kreis aber eher selten ein Thema zu sein. Und das kann man dann auch besser in den Schulen selbst als über den Kreisschülerrat lösen. Zu G8 hat unser Rat bei den Vollversammlungen ein Positionspapier erstellt, das der Landesschülerrat erhält.

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