„Wichtig für die Innenstadt“

Den Glanz rund ums Mini-Café verstrahlen derzeit nur die weihnachtlich illuminierten Bäume. Im Frühjahr soll dort ein Neustart erfolgen. Foto: dörr

Mini-Café: Rund um den Marktplatz werfen mindestens das „Liebling’s“ und die „Pizzeria Roma“ ihren Hut in den Ring. VON JENS DÖRR

Dieburg – Bis zum 15. Dezember dauert die Bewerbungsphase für das „Mini-Café“ auf dem Dieburger Marktplatz. Das städtische Objekt, dessen Pächter vom Magistrat ausgewählt wird, soll nach der Aufgabe von „WWW“ (Lars und Sabine Wiessner sowie Dirk Wilhelm) im Frühjahr 2020 unter neuer Leitung eröffnen. Erste Bewerber haben ihren Hut in den Ring geworfen – auch aus dem direkten Umfeld des Marktplatzes.

Dass man bei der Auswahl besonders wohlwollend jene Bewerber berücksichtigen möge, die bereits ein Lokal am oder in unmittelbarer Nähe betreiben, war ein Vorschlag, den CDU-Fraktions-chef Renée Exner in der jüngsten Stadtverordneten-Versammlung gemacht hatte. Die Anregung vernahmen auch Bürgermeister Frank Haus (parteilos) sowie den anwesenden Magistratsmitgliedern diverser Couleur. Unter jenen, die ihr Interesse im Rathaus bereits hinterlegt haben, sind auch am und nahe dem Marktplatz ansässige Gastronomen.

Beispielsweise das „Liebling’s“ im „Mainzer Hof“-Komplex, das im Sommer seine Außenbewirtung direkt neben dem „Mini-Café“ anbietet. Betreiber Ramazan Esit hatte bereits mit den vorherigen Betreibern kooperiert und Speisen nicht nur an die eigene Tische, sondern auch an jene des „Mini-Cafés“ geliefert. „Ich habe Interesse am ,Mini-Café’ und gebe meine Bewerbung ab“, sagt Esit. „Wir haben in unserer Küche die Kapazitäten, auch dieses Café zu beliefern, vielleicht über eine separate, kleinere Karte. Auch die personellen Kapazitäten haben wir.“ Die Idee von Exner nannte er „super, bei ihm merkt man immer, dass er Dieburger ist und an Dieburg denkt“.

Auch die „Pizzeria Roma“ („Bei Ciro“) in der nahen Schlossergasse teilt mit, dass sie künftig gern das „Mini-Café“ betreiben würde. Das Lokal nennt ebenfalls lokale Synergieeffekte – beispielsweise bei Personal, Küche, Lager und Müllbeseitigung – als seine Pluspunkte.

Viel Zustimmung für Exner-Vorschlag

Grundsätzlich Interesse hat auch das „Eiscafé Venezia“ in der Zuckerstraße, das sich aber noch nicht final entschieden hat. Unter anderem die heutzutage schwierige Personalplanung sei vorab sauber durchzudenken.

Keine Aussage, ob man sich für den Betrieb des Objekts bewerben werde, trafen das „Mephisto“ sowie der „Hopfensack“. Letzterer hatte im jüngsten Auswahlprozess, den „WWW“ schließlich gewannen, den zweiten Platz unter anfangs neun Bewerbern belegt. Fürs „Bücherinsel“-Team, das gerade mit dem „Café Momo“ gestartet ist, ist die Übernahme des „Mini-Cafés“ derzeit kein Thema. „Wir sind schon gut ausgelastet“, sagt Theresa Kleene, deren „Baby“ das „Café Momo“ in besonderem Maße ist. „Grundsätzlich finde ich die Idee gut, erst mal die bestehenden Gastronomien zu fragen“, sagt sie aber. „Da lassen sich sicherlich Synergieeffekte erzielen.“

Beim „Lehrer Lämpel“ lässt sich Jörg Zoller zwar noch nicht in die Karten gucken, ob sich das Lokal schon beworben hat. Er findet Exners Vorschlag aber ebenfalls richtig: „Natürlich ergibt das absolut Sinn, erfahrene Gastronomen aus dem Dieburger Umfeld besonders zu bewerten.“ Zoller, der den „Lehrer Lämpel“ mit seiner Frau und einem mehrköpfigen Team seit Sommer tagsüber zusätzlich als Pfannkuchenhaus „Witwe Bolte“ führt, schildert, worauf es bei einer erfolgreichen Zukunft des „Mini-Cafés“ ankomme: „Man braucht Erfahrung und schon vorhandene Stammgäste sowie das Wissen um das oft spezielle Verhalten der Dieburger. Das muss sein und sollte schon in der Vergabe eine gewichtige Rolle spielen.“

Darüber hinaus müsse „jedem Kollegen klar sein, dass das ,Mini-Cafe’ zwar klein ist, aber sicher nicht mit kleinem Aufwand zu betreiben ist. So mal nebenbei wird das nicht funktionieren.“ Auch die „heikle Sache mit dem Personal“ solle schon im Vorfeld geklärt sein, meint Zoller. „Und ein möglichst gutes Winterkonzept sollte man schon auch mitbringen.“

Wichtig sei „am Ende nur, dass das ,Mini-Café’ möglichst schnell wieder eröffnet und professionell geführt wird. Denn es ist für uns Gastronomen, für den Einzelhandel und für die gesamte Dieburger Innenstadt wichtig, dass ein Highlight wie das ,Mini-Café’ offen ist.“

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