Wiege für den Hirschkäfer mitgebaut

Hannah Henkel absolviert beim Forstamt Dieburg ein Freiwilliges ökologisches Jahr. Hier zeigt sie eine Hirschkäferwiege, an deren Bau sie beteiligt war. - Foto: Scholze

Dieburg - Erfahrungen sammeln und vielfältige Einblicke in die forstwirtschaftliche Berufswelt gewinnen, das waren einige der Beweggründe von Hannah Henkel, sich im vergangenen Jahr beim Forstamt Dieburg zu bewerben. Von Verena Scholze

Die 20-jährige Studentin aus Groß-Krotzenburg ist die Erste, die im Rahmen eines Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) diese neue Stelle beim Forstamt Dieburg antrat. Denn seit vergangenem Jahr bietet Hessen-Forst interessierten jungen Frauen und Männern ab dem 18. Lebensjahr die Möglichkeit, sich im Rahmen des Freiwilligen Ökologischen Jahres für den hessischen Wald zu engagieren.

„Ich möchte Forstwissenschaft studieren“, sagt Henkel. Zuvor jedoch wollte sie sich gerne einen Eindruck über die Arbeit in einem Forstamt verschaffen. Da kam ihr das Angebot des FÖJ, das neben praktischen Arbeiten im Wald wie Mithilfe bei Waldpflege- und Naturschutzarbeiten auch begleitende Seminare und Unterstützung in der Öffentlichkeitsarbeit beinhaltet, sehr gelegen.

Seit September 2012 unterstützt die junge Frau die Mitarbeiter des Forstamtes. Denn nicht nur Theorie ist gefragt, auch viel praktische Arbeit muss die zart gebaute Frau leisten und überall mit anpacken, wo ihr Einsatz gefragt ist.

Bereits in ihrer ersten Arbeitswoche wurde am Rande des Herrnweges, unweit des Kulturdenkmals „Jakobsborn“, am Herrnweg zwischen Freizeitzentrum und Moret gelegen, eine Hirschkäferwiege gebaut. Der Hirschkäfer, zum Insekt des Jahres 2012 gewählt, steht auf der roten Liste der bedrohten Tierarten, daher ist Hilfe hier besonders vonnöten. „Wichtig ist vor allem, dass man diese Wiegen den Ansprüchen der Hirschkäfer gerecht anlegt“, erklärt die FÖJ-lerin ihr erstes Projekt. Beim Bau legte Henkel fleißig Hand mit an, indem sie die dafür benötigen Holzscheite einbrachte, die Mulde mit aushob und mit verschiedenen Hölzern und Spänen füllte.

„Die Kollegen achteten sehr darauf, dass ich mich körperlich nicht übernahm“, berichtet Henkel rückblickend und lobt auch die gute Zusammenarbeit und die Arbeit, die ihr wertvolle Impulse für ihr Studium liefert.

Auch die Verantwortlichen zeigten sich mit ihrer ersten FÖJ-lerin überaus zufrieden.

In diesem Frühjahr stand für die angehende Studentin der Forstwirtschaft die Mithilfe bei der Pflanzung von 1000 Wildapfelbäumen im Messeler Hügelland auf dem Arbeitsplan. „Der Wildapfel ist ein wertvoller Waldbaum und wurde als Baum des Jahres 2013 proklamiert“, sagt Revierförster Peter Sturm, der Hannah Henkel bei der Pflanzaktion anleitete.

Mit den Pflanzaktionen leistet das Forstamt einen weiteren Beitrag zur Nachhaltigkeit des Naturschutzes. So wurden insgesamt rund 4000 Pflanzen, überwiegend bestehend aus Laubbäumen im gesamten Waldgebiet gepflanzt.

Langsam läuft jetzt die Zeit im Dieburger Forstamt für die junge Frau dem Ende ab, das freiwillige Jahr endet im Juli. Danach wird sie ihr Studium in Göttingen beginnen, das FÖJ wird ihr auf die Studienzeit angerechnet werden. Ihre Erwartungen an das Freiwillige Ökologische Jahr sieht Henkel bereits jetzt als übertroffen.

„Ich habe dieses Jahr unvoreingenommen begonnen und bin begeistert, wie viele Erfahrungen ich machen konnte“, zieht sie ihr positives Resümee. Und für das Forstamt Dieburg heißt es ab August wieder „Herzlich willkommen“, wenn diesmal gleich zwei Absolventen ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr beginnen werden.

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