Wilder Müll - gleich säckeweise

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Die Umschreibung „stolze Ausbeute“ passt hier nicht: Viele Säcke füllten die Pfadfinder der „Royal Rangers“ bei der kreisweiten Müllsammelaktion.

Dieburg (mj) ‐   Eigentlich sollte es kein Problem sein, eine leere Getränkeflasche ein paar wenige Meter zu einem Abfallbehälter zu tragen - Mülleimer gibt es schließlich genug in Deutschland.

Dass diese Annahme falsch ist, erfuhren am Wochenende hunderte Freiwilliger: Unter dem Motto „Gemeinsam gegen wilden Müll“ stellten sie ihren Dienst in die gute Sache und nahmen an der siebten kreisweiten Müllsammelaktion „Saubere Landschaft“ teil. Auch in Dieburg waren fleißige Helfer unterwegs. Die Zahl der Teilnehmer offenbarte allerdings die Einstellung zu diesem Thema: „Wir hatten nur eine Anmeldung, das waren die Pfadfinder“, so Rathausmitarbeiterin Sibylle Schrod und schickt hinterher, dass man die Leute zur Teilnahme an solchen Aktionen nicht zwingen könne.

Ich finde es ein wenig enttäuschend, dass wir die einzigen Sammler sind“, sagt Stammleiter Manfred Dyck von den christlichen Pfadfindern der „Royal Rangers“. Auf die eigenen Helfer konnte er aber stolz sein: Fast 20 Kinder und Jugendliche hoben so manchen „Freiluft-Mülleimer“ im Freizeitzentrum aus - und das auch noch, als der Himmel seine Schleusen öffnete.

Unzählige Flaschen, Kanister, Klamotten

Gefunden wurden unzählige Glasflaschen, ein Aktenkoffer, Auto- und Fahrradreifen, Kanister, alte Klamotten und vieles mehr. Verursacht diese Umweltschmutzung keine Wut im Bauch? Die meisten zucken mit den Achseln, nur einer antwortet ohne Blatt vorm Mund: „Ich denke, dass die, die die Umwelt verdrecken, selbst ein wenig schmutzig sind.“

Am Wochenende bückten sich die Rangers hunderte Male. Los ging das Sammeln bereits am Wolfgangsee, von dort wurde über den Herrenweg zum Spießfeld gelaufen. „Eigentlich ist das eine Strecke von zehn Minuten, aber am Wegrand lag so viel Müll, dass wir eine Stunde brauchten“, sagt Dyck.

Die Rangers beteiligten sich zum dritten Mal an der Aktion und wollen auch 2011 wieder dabei sein. Dass dies notwendig sein wird, bleibt zu befürchten: Wilder Müll hat im Jahr 2009 im Kreis Kosten von mehr als 1,13 Millionen Euro verursacht.

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