Zum Landratskandidaten gewählt

CDU will mit Thomas siegen

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CDU-Kreisvorsitzender Gottfried Milde (l.) gratuliert Dr. Werner Thomas zu seiner Wahl als Landratskandidat der CDU.

Dieburg - Dieburgs parteiloser Bürgermeister wird beim CDU-Kreisparteitag mit rund 90 Prozent der Stimmen zum Landratskandidaten gekürt. Von Ursula Friedrich 

Mit dem parteilosen Dieburger Bürgermeister Dr. Werner Thomas (61) zieht die Kreisunion in den Wahlkampf, um den Chefsessel im Landratsamt neu zu besetzen. Beim CDU-Kreisparteitag am Donnerstagabend hoben die Christdemokraten ihren just gekürten Landratskandidaten auf den Schild. Der amtierende Dieburger Bürgermeister wurde in der Römerhalle mit rund 90 Prozent der Stimmen gewählt. Von 138 Delegierten votierten 118 mit Ja, 13 mit Nein. Sieben Delegierte enthielten sich.

„Wir setzen bei der Wahl am 19. April 2015 auf Sieg!“, postulierte der CDU-Kreisvorsitzende Gottfried Milde - und in einem weiteren Anlauf will die Union auch die Mehrheit bei den Kommunalwahlen 2016 für den Landkreis einfahren. „Selten waren die Bedingungen für ein Wechsel so gut: Die Koalition ist zerstritten, der Landkreis pleite und der amtierende Landrat ideenlos“, so Milde weiter.

Mit stehenden Ovationen feierten die Delegierten ihren Kandidaten, der sich in den kommenden Monaten mit Amtsinhaber Klaus Peter Schellhaas (54), der für die SPD ins Rennen zieht, ein Duell um den Posten des Landrats liefern wird. Fair, anständig, ohne persönliche Angriffe gegen den Konkurrenten will Dr. Werner Thomas seinen Wahlkampf führen. Mit Thomas als Zugpferd will die Union Schellhaas aus dem Sattel stoßen - ein Gemeinschaftsunternehmen. „Wir haben immer gewonnen, wenn wir zusammengestanden haben“, so der Solidaritätsaufruf des Hessischen CDU-Generalsekretärs Manfred Pentz an die Parteifreunde.

„Ich bin kein Wunderheiler“

In einer kompakten Rede gab Dr. Werner Thomas die Marschroute für den Kreis vor, die er im Falle seines Wahlsiegs umsetzen will: „Ich bin kein Wunderheiler, ich werde nicht alles anders machen - aber ich werde dem Landkreis ein anderes Gesicht geben.“ Priorität hat für ihn die Haushaltskonsolidierung des hoch verschuldeten Kreises, „ein Weg, den niemand gerne geht.“ Ein Instrument zum Schuldenabbau sei ein Blick auf den Kosten intensivsten Haushaltsbrocken, den Personalbereich: „Wir haben 1 200 Beschäftigte und mit 52 Millionen Euro die dritthöchsten Personalkosten Hessens!“ Wirtschaftsförderung und Stärkung des Klimas für Investoren sind Lösungsansätze zur Einnahmensteigerung.

Die Belastungen für die 23 Kommunen des Kreises über (Kreis-)Umlagen müssten überdacht werden, Tendenz: „nach unten“ (Applaus im Publikum). Die Sicherstellung wohnortnaher (Haus-)Ärzteversorgung und der Erhalt der Krankenhäuser sind Thomas ein Herzensanliegen, „aber die Kreiskliniken müssen wirtschaftlicher arbeiten.“ Auch eine preiswertere Lösung für den geplanten Krankenhausneubau in Groß-Umstadt steht auf der Agenda. Das Gespräch über die Zukunft des Dieburger St. Rochus Krankenhauses müsse wieder in Gang kommen, so Thomas, der sich bei den Verhandlungen in seiner Heimatstadt einen „fairen Umgang miteinander wünscht“ und Synergieeffekte mit anderen Krankenhäusern wünscht.

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Mit ihm werde es keine „ideologischen Scharmützel um die beste Schulform geben, es wird keine neuen Gymnasien geben, unsere Gesamtschulen sind hervorragend“, erklärte Thomas. Den von Schuldezernent Christel Fleischmann (Grüne) eingeschlagenen Weg der konsequenten Schulsanierung „gehe ich mit, die Hardware ist bei Fleischmann in guten Händen.“ Der Landratskandidat setzt auf einen gemeinsamen (Berufs-)Schulentwicklungsplan mit der Stadt Darmstadt und die Förderung von Wahlmöglichkeiten für Eltern und Schüler.

Mit einem gemeinsamen Verkehrskonzept mit Darmstadt soll das Ziel erreicht werden, den Durchgangsverkehr durch die Kommunen zu reduzieren. „Durch die Streichung der Darmstädter Nordostumgehung stehen wir wieder am Anfang der Verkehrsplanung für die Pendler aus dem Ostkreis. Ich unterstütze die Idee der CDU-Kombi-Lösung, eines integrierten Verkehrskonzeptes aus Bus, Bahn und einer kleinen Straßenbahnvariante.“ Bereits als Schulleiter und Bürgermeister habe Thomas gezeigt, dass er schwierige Aufgaben meistern könne, lobte der CDU-Kreistagsfraktionsvorsitzende Lutz Köhler die Wahl des Unions-Kandidaten.

Manfred Pentz ergänzte: „Wir haben keine Schießbudenfigur, sondern einen sympathischen, beliebten und fachlich starken Kandidaten - die Sozialdemokraten da draußen sind schon verdammt nervös. Wir setzen auf Sieg!“

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